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Pottbäcker Automotive startet durch

Teil 1: Wie Pottbäcker zum Automobilzulieferer wird und IATF 16949 anstrebt

Die fiktive Firma Pottbäcker & Partner ist bekannt als Hersteller hochwertiger Porzellanwaren und als Prozessexperte. Nach einer Zertifizierung gemäß ISO 9001:2015 und der Fusion mit einem Automobilzulieferer steht nun die nächste Herausforderung an: die Zertifizierung nach dem neuen Automotive-Standard IATF 16949.

Ein Automotive-Standard für einen Hersteller von Kaffeegeschirr? Das scheint widersprüchlich, ist aber rasch erklärt:

Unser fiktiver Patriarch Paul Pottbäcker hat eine Tochter, die ihr Studium des Maschinenbaus vor geraumer Zeit erfolgreich abgeschlossen hat. Sie denkt allerdings nicht daran, die Familientradition fortzuführen und bei Pottbäcker & Partner einzusteigen. Stattdessen geht sie in die Entwicklungsabteilung eines sauerländischen Automobilzulieferers, fernab der Schwarzwälder Heimat. Eine Übergabe des Staffelstabs an ein Familienmitglied des Traditionsunternehmens scheint nach sieben Generationen nicht mehr möglich.

Bild 1. Schematische Darstellung der Anforderungen an das Managementsystem eines globalen Zulieferers der Automobilindustrie (© N5 GmbH 2017)

Doch dann wendet sich das Blatt, Vera Pottbäcker heiratet den Juniorchef ihres Arbeitgebers. Schwiegervater Paul Pottbäcker kann sich als Investor bei dem Autozulieferer einbringen und sogar einen Mehrheitsanteil erwerben. "Pottbäcker Automotive" heißt nun der Zulieferer von Antriebskomponenten und wird zum zweiten wirtschaftlichen Standbein des Familienbetriebs.

Unter der Leitung von Paul Pottbäcker, seiner Tochter und seinem Schwiegersohn werden die Geschäftsbereiche Porzellan und Automotive in der Pottbäcker-Gruppe zusammengefasst. Verantwortlich für das Managementsystem bei Pottbäcker & Partner war bisher Maria Macchiato. Sie wird zukünftig als Leiterin Organisation die Rolle der Qualitätsbeauftragten für die gesamte Unternehmensgruppe übernehmen. In dieser Funktion soll sie die zukünftige Organisation gestalten und zu höherer Leistungsfähigkeit entwickeln. Die Synergiepotenziale des Zusammenschlusses gilt es nachhaltig zu nutzen. Doch die Regeln der internationalen Automobilindustrie machen diese Aufgabe zu einer besonderen Herausforderung.

Im Zugzwang der globalen Lieferkette

Als Hersteller von hochwertigem Kaffeegeschirr schätzt Paul Pottbäcker den unmittelbaren Kontakt zum Endverbraucher. Auch seine Freiheit, Ideen direkt umsetzen zu können, ist ihm lieb. Ein Blick auf das neue Business zeigt ihm aber schnell, dass er sich mit Pottbäcker Automotive in einer Geschäftswelt mit völlig anderen Regeln bewegt. Das weltweite Lieferantenumfeld zählt annähernd 60 000 Produktionsstandorte, die nach ISO/TS 16949 zertifiziert sind. Nun steht Pottbäcker Automotive inmitten eines mächtigen Wettbewerbsumfelds und kämpft um Marktanteile. Zwar beträgt der Wertschöpfungsanteil der gesamten Zulieferindustrie durchschnittlich 75 Prozent an einem Fahrzeug, doch ist das Kundenpotenzial eher übersichtlich. Lediglich 20 Autohersteller (OEM) teilen sich mit ihren diversen Fahrzeugmarken einen weltweiten Absatz von gut 77 Mio. Automobilen.

Das enge Korsett des Standards IATF 16949

Paul Pottbäcker ist sich der neuen Situation bewusst und nimmt die Herausforderung an. Mit einer Zertifizierung nach IATF 16949 will er in in den Wettbewerb einsteigen. Auf dem Portal des VDA QMC hat er sich eine Schrift bestellt, die den nüchternen Titel "IATF 16949:2016 – Qualitätsmanagementsystem-Standard der Automobilindustrie" trägt.

"58 luftig gesetzte Seiten?", denkt Paul Pottbäcker. "Das ist ja übersichtlich!" Sein süffisantes Lächeln entgleitet ihm, als sein Schwiegersohn und Geschäftsführer trocken bemerkt: "Das sind 104 Ergänzungen bzw. neue Abschnitte zur ISO 9001:2015. Lies bitte auch den Anhang B mit den weiterführenden Anhängen regionaler Verbände wie AIAG, ANFIA, FIEV, SMMT und VDA!"

Paul Pottbäcker ist sprachlos. Und als sein Schwiegersohn ansetzen möchte, ihn über den Umgang mit kundenspezifischen Anforderungen aufzuklären, nimmt er seinen Mantel und geht erst einmal an die frische Luft. An Autos hatte er bisher seinen Spaß, aber ob ihm dieser auch als Zulieferer vergönnt sein wird?

Autor
Jörg Nienaber, geb. 1969, befasst sich seit über 20 Jahren mit QM in der Automobilindustrie. Nach Stationen in der Zulieferindustrie und bei einem Stuttgarter Autohersteller ist er seit 2001 geschäftsführender Gesellschafter der N5 GmbH.

Informationen zum Beitrag
Literaturhinweis

Behrends, K.-U.; Flecken, V.; Nienaber, J.: Sturm in der Kaffeetasse ! Pottbäcker & Partner bereitet sich auf die Normenrevision vor. QZ 11/2014, S. 26-31

Jörg Nienaber
T 0711 995961-02
joerg.nienaber <AT> n5-solutions.de

Weiterführende Information
  • Pottbäcker Automotive

    Wie Pottbäcker zum Automobilzulieferer wird und IATF 16949 anstrebt

    In diesem Q-Fiction begleiten Sie Pottbäcker Automotive, einen fiktiven Zulieferer von Antriebskomponenten. Seine Kunden aus der Autoindustrie fordern ein IATF-zertifiziertes QM-System und so muss sich der Mittelständler an diesen wichtigen Qualitätsstandard anpassen. Der Clou: Jeder Teil dieser Serie wurde von Q-Experten realer Unternehmen verfasst.   mehr

Pottbäcker - Q-Fiction

In diesem Q-Fiction begleiten Sie Pottbäcker Automotive, einen fiktiven Zulieferer von Antriebskomponenten. Seine Kunden aus der Autoindustrie fordern ein IATF-zertifiziertes QM-System und so muss sich der Mittelständler an diesen wichtigen Qualitätsstandard anpassen.

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Von Experten für Experten: In diesem Special zeigen wir Ihnen anhand der fiktiven Firma Pottbäcker, wie Sie ein prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem einführen.

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