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15.12.2011

Forderung oder Qualitätsziel (Diskussion)

Auch wenn sie aus vielerlei Gründen den Weg in Fachsprache, Normen und sogar Gesetze gefunden haben - nicht alle Fachbegriffe des Qualitätsmanagements sind wirklich zweckmäßig. In Ergänzung zu unserem "Terminus technicus" behandeln wir von Zeit zu Zeit solche Benennungen oder Begriffe, die einer Harmonisierung aller QM-Begriffe entgegenstehen. Unser Experte der QM-Terminologie wählt sie aus, erläutert sie und stellt sie zur Diskussion.

Bereits zwei vorangehende Diskussionskolumnen (siehe QZ 10/2009 und QZ 10/2008) galten dem Grundbegriff Forderung und damit zugleich dieser zentral wichtigen Benennung des Beschaffenheitsmanagements. Hintergrund dieser Diskussionen ist die nötige schrittweise Systematisierung der Benennungen. Sie bedeutet stets auch eine zusätzliche Abstraktion, die ihrerseits zu einem besseren und zugleich erleichterten Verständnis führt.

In ISO 9000 ist Qualitätsziel definiert als etwas beschaffenheitsbezogen Angestrebtes oder zu Erreichendes. "related to quality" ist dabei irreführenderweise nicht mit "beschaffenheitsbezogen" übersetzt, obwohl dies gemeint ist (qualis = wie beschaffen). 1994 führte ISO den Begriff "quality-related" bei den qualitätsbezogenen Kosten ein. Er wird hier aber nicht benutzt. Überdies ist in beiden Fällen richtiges Verständnis niemals zu erwarten, und zwar wegen der andauernden Unsicherheit des Qualitätsbegriffs. Wie chaotisch sich dieser Begriff qualitätsbezogener Kosten entwickelt hat, konnte und kann jedermann bei ISO 10014 studieren. Was man daraus sinnvoll machen hätte können, wurde in der Begriffskolumne in QZ 8/2009 vorgeführt: Man hätte dem "related to quality" die Benennung "beschaffenheitsbezogen" zuordnen sollen. Glücklicherweise hat die DGQ den Begriff Qualität mit seinem Relativinhalt seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts beibehalten. Weder sachlich noch zeitlich unterbrochen war die Vermittlung des DGQ-Begriffs Qualität, und zwar als "realisierte Beschaffenheit einer Einheit bezüglich ihrer geforderten Beschaffenheit", bis zur 9. Auflage 2009 der DGQ-Begriffsschrift. Auch im neuen BGB 2002 ist für den gesamten Haftungskomplex der Gewährleistung Kriterium, dass die betrachtete Einheit die "Vereinbarte Beschaffenheit" hat. Viele wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie werden es dann wohl auch versäumen, die für die Realisierung dieser Einheit benutzte geforderte Beschaffenheit ggf. als "vereinbarte Beschaffenheit" zum Gegenstand des Vertrags mit dem Kunden zu machen. Geschieht das nicht, wird man sich im Streitfall schwer tun.

Dass die festgelegte oder üblicherweise vorausgesetzte oder verpflichtende "Erfordernis oder Erwartung" (so die Deutschfassung der Definition zu requirement) auch die Benennung "Qualitätsziel" hätte erhalten können, führt äquivalent und schon rein formal zur Versuchung, sich zu wünschen, dass für die obige Definition des Qualitätsziels zufällig die Benennung "Forderung" gewählt worden wäre. Entweder beides "Forderung" oder beides "Qualitätsziel". Dann wäre vielleicht sogar das leidige, nur hierzulande geschaffene, die Normensprache gegenüber der Gemeinsprache bei diesem Zentralbegriff immens verarmende Problem Forderung/Anforderung auch etwas in die Ferne gerückt.

Nun aber sollten wir, zumal es wie oben gezeigt ganz einfach logisch zwangsläufig ist, sowohl "requirement" als auch "quality objective" im Deutschen "Forderung" nennen. Das Erste ist vielleicht mehr für Produkte gedacht; das Zweite mehr für Tätigkeiten: Aber beides sind ja unstrittig Einheiten, auch wenn das internationale Verschwinden des Begriffs entity das verdrängt hat.

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 01/2010, S. 8

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