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15.12.2011

Forderung oder Qualitätsforderung (Diskussion)

Auch wenn sie aus vielerlei Gründen den Weg in Fachsprache, Normen und sogar Gesetze gefunden haben – nicht alle Fachbegriffe des Qualitätsmanagements sind wirklich zweckmäßig. In Ergänzung zu unserem "Terminus technicus" behandeln wir von Zeit zu Zeit solche Benennungen oder Begriffe, die einer Harmonisierung aller QM-Begriffe entgegenstehen. Unser Experte der QM-Terminologie wählt sie aus, erläutert sie und stellt sie zur Diskussion.

DIN EN ISO 9000:2005 ist diesbezüglich zwiespältig. Einerseits ist der Grundbegriff 3.1.2 requirement (Forderung) definiert als "Erfordernis oder Erwartung, das oder die festgelegt, allgemein vorausgesetzt oder verpflichtend ist". Andererseits findet man in Definitionen derselben Norm noch den Begriff quality requirement (Qualitätsforderung), beispielsweise schon im nächsten Begriff 3.1.3 Anspruchsklasse oder auch in den Definitionen der Grundbegriffe Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung (3.3.10 bis 3.3.12). Der Begriff Qualitätsforderung war in der zweiten Ausgabe der Vorgängernorm ISO 8402:1994-04 definiert als "Formulierung der Erfordernisse oder deren Umsetzung in eine Serie von quantitativ oder qualitativ festgelegten Forderungen 10) an die Merkmale einer Einheit zur Ermöglichung ihrer Realisierung und Prüfung". Die Anmerkung 10) dazu lautete "Häufig auch 'Einzelforderungen'". Beim Grundbegriff Qualitätsmerkmal würde man noch am ehesten Bezug auf die Qualitätsforderung erwarten. In deren Definition steht indessen der dieses Merkmal stets kennzeichnende Begriff Forderung, nicht der Begriff Qualitätsforderung. Was nun ist richtig?

Wie bei den aufgabenspezifischen Managementsystemen unterschiedliche Aufgaben behandelt werden, etwa der Umweltschutz oder die Arbeitssicherheit, so gibt es auch unterschiedliche Forderungen. Beispiele sind Kostenforderungen, zeitbezogene Forderungen und viele andere Arten. Meist werden sie durch ein Bestimmungswort vor "...forderung" gekennzeichnet. So erkennt man sogleich, um welche Art von Forderung es sich handelt. Inwieweit die jeweilige Forderung erfüllt ist, wird mittels einer Prüfung festgestellt. Diese ist per Definition 3.8.2 in DIN EN ISO 9000:2005 auf eine Konformitätsbewertung zurückgeführt. Dabei ist auf den ISO/IEC-Leitfaden 2 verwiesen. In diesem findet man allerdings den Begriff Konformitätsbewertung nicht mehr. Er wurde mit den Kapiteln 12 bis 17 des bisherigen Leitfadens 2 nach DIN EN ISO/IEC 17000:2005-03 übernommen. Dort ist Konformitätsbewertung definiert als "Darlegung, dass festgelegte Forderungen an eine Einheit erfüllt sind". Die Einheit ist als einbezogener Begriff in der Definition zwar nicht benutzt, vielleicht weil es in DIN EN ISO 9000 den Grundbegriff Einheit nicht mehr gibt. Gemeint ist aber die Einheit, nicht die Beispielaufzählung, die verkürzend und korrigierend als Einheit eingefügt ist. Die Durchführung der Prüfung im Einzelnen ist nicht Angelegenheit ihrer Definition, sondern der Anwendung des Prinzips Prüfung.

In einer weiteren Diskussionskolumne wird dargelegt, dass es sich deshalb stets um eine Qualitätsprüfung handelt, ganz gleich welcher Art die Forderung ist. Daher kann man zusammenfassend feststellen: Die Benennung des Begriffs 3.8.2 sollte im Qualitätsmanagement "Qualitätsprüfung" lauten, nicht "Prüfung". Und die Forderung sollte nicht "Qualitätsforderung" genannt werden.

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 10/2009, S. 11

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