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21.11.2011

Mangel

Mangel oder Fehler? Das ist bis heute ein viel diskutiertes Thema. Mitte der 70er war das schon weltweit so: Ein „defect“ war im Zuge des „Naderismus“, einer exzessiven US-Produkthaftung, kritisch geworden. Es wurden Grundlinien zur Benennung entwickelt. Als „defect“ galt fortan international nur das Versagen einer Einheit bei ihrer Anwendung. Alle statistischen Prüfnormen, mit denen Fehler herauszufinden sind (die Nichterfüllung irgend einer Forderung), wurden von „defect“ auf „nonconformity“ umgestellt und neu herausgegeben. Andere gemeinsprachliche Namen für etwas Unerwünschtes wie „blemish“ wurden untersucht, verschwanden aber ungenormt. Hierzulande war es einfacher. Das BGB hatte mit dem § 459 den Mangel als rechtserheblichen Fehler mit Gewährleistungsfolgen definiert. Seit 2002 gilt BGB § 434.

Jedes Schulkind fürchtet in Prüfungsaufgaben rot angestrichene Rechtschreib- oder Rechenfehler. Auch im Sport kennt jedermann Fehler: Im Tennis den Ausball, beim Fußball die Abseits-Stellung usw. Sie alle sind aber keine rechtserheblichen Fehler. Richter entscheiden, ob ein Fehler rechtserheblich ist, also ein Mangel. Einige Richter meinen daher aus Gewohnheit fälschlich, Fehler und Mangel seien dasselbe.

Praktiker wissen: Jeder Mangel ist ein Fehler; aber glücklicherweise gilt das nicht umgekehrt: Hunderttausende Fehler bleiben zum Glück ohne Rechtsfolgen, sind unerwünschte Erscheinungen einer immer komplexeren Serienfertigung. Sie sind abzustellen, bevor sie Mängel werden. Auch in der Normung war und ist klar: Ein Fehler ist Nichterfüllung einer Forderung, ein Mangel aber rechtserhebliche Beeinträchtigung der Anwendbarkeit einer Einheit; auch im neuen BGB. Bedauerlich ist, dass der Mangel 1990 im Produkthaftungsgesetz den Namen „Fehler“ erhielt. Im EU-Englisch heißt er dort „defect“. Die Übersetzer beachteten nicht, dass dafür der deutsche Name „Mangel“ genormt ist. Resigniert sagen kundige Juristen: Der sicherheitsbezogene Mangel heißt im Produkthaftungsgesetz „Fehler“. Nur deshalb gibt es einige Formalisten, die erneut über diese Namen streiten wollen.

Walter Geiger
QZ 07/2002, S. 699

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