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14.12.2011

Forderungsplanung oder Qualitätsplanung (Diskussion)

Auch wenn sie aus vielerlei Gründen den Weg in Fachsprache, Normen und sogar Gesetze gefunden haben – nicht alle Fachbegriffe des Qualitätsmanagementssind wirklich zweckmäßig. In Ergänzung zu unserem "Terminus Technicus" behandeln wir von Zeit zu Zeit solche Benennungen oder Begriffe, die einer Harmonisierung aller QM-Begriffe entgegenstehen. Unser Experte der QM-Terminologie wählt sie aus, erläutert sie und stellt sie zur Diskussion.

Die von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für statistische Qualitätskontrolle (ASQ) beim AWFe.V. herausgegebene 1. Auflage 1968 der "Begriffserläuterungen … im Bereich der Statistischen Qualitätskontrolle" definierte Qualitätssteuerung als "Steuerung des Fertigungsprozesses zur Erzielung der geforderten Qualität". Die vorausgehende Tätigkeit zur Festlegung dieser"geforderten Qualität" war eigenständig ausgewiesen. Man gab ihr den Namen "Qualitätsplanung". Der Begriff erschien erstmals in der 2.Auflage 1974 der "Begriffe und Formelzeichen im Bereich der Qualitätssicherung" der AG 11 der DGQ. Diese hat nicht bemerkt, dass bei der European Organization for Quality Control (EOQC) etwa zugleich ein fundamentaler Wandel des Begriffs Qualität vollzogen worden war. Seine Bedeutung war schon in der 3. Auflage 1972 des EOQC-Glossary nicht mehr wie bisher die einer Forderung,sondern die einer Relation zwischender realisierten Beschaffenheit der betrachteten Einheit und ihrer Eignung, diese Forderung zu erfüllen. Schon bereits damals (vor 35 Jahren!) hätte man also die irreführende Benennung "Qualitätsplanung" austauschen sollen gegen die Benennung "Forderungsplanung". Es ging gemäß Definition inzwischen um die "Planung und Festlegung der Qualitätsmerkmale sowie ihrer geforderten und ihrer zulässigen Ausprägungen". Leider waren die damaligen Bemühungen zur Beseitigung der Irreführung durch die Benennung "Qualitätsplanung" nicht erfolgreich.

Erstaunlich ist auch, dass diese irreführende Benennung nicht in die ab 1979 entstehende internationale qualitätsbezogene Begriffsnorm des ISO/TC 176 aufgenommen wurde (ISO8402:1986-06-15). Ursache dafür ist wohl auch, dass der Begriff quality planning in keiner der sechs Auflagen des EOQC-Glossary vorkam. Erst acht Jahre später, in ISO 8402:1994, taucht dann der Begriff quality planning erstmals auf. Auch er ist nicht etwa als die Planung der Qualität definiert, sondern als Planung der Forderungen. Daraus entsteht die Frage: War die Aufnahme des Begriffs Qualitätsplanung 1994 auf den Einfluss der deutschen Normung zurückzuführen? Ausschließlich dort kam er bisher vor! Sehr erfreulich ist, dass die DGQ nach wie vor Wert darauf legt, dass sie "im Gegensatz zur Übersetzung der ISO9000-Familie zwischen Forderung und Anforderung unterscheidet". Allenfalls im Bereich DIN wäre also zu befürchten, dass aus "Forderung" automatisiert "Anforderung" entsteht. Das wäre aber noch viel verwirrender als "Qualitätsplanung" und deshalb ungeeignet.

Neuerdings wird versucht, die Bedeutung der irreführenden Benennung zu verniedlichen. Man sagt: Dieser Begriff und seine Benennung werden in der Praxis so gut wie nie benutzt. Deshalb bestehe kein Handlungsbedarf. Das ist schon wegen seiner Benutzung in der systematischen Ausbildung abwegig. Forderungsplanung ist entscheidender Beginn des Beschaffenheitsmanagements.

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 07/2008, S. 10

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