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15.12.2011

Forderung und/oder Anforderung (Diskussion)

Auch wenn sie aus vielerlei Gründen den Weg in Fachsprache, Normen und sogar Gesetze gefunden haben – nicht alle Fachbegriffe des Qualitätsmanagements sind wirklich zweckmäßig. In Ergänzung zu unserem "Terminus technicus" behandeln wir von Zeit zu Zeit solche Benennungen oder Begriffe, die einer Harmonisierung aller QM-Begriffe entgegenstehen. Unser Experte der QM-Terminologie wählt sie aus, erläutert sie und stellt sie zur Diskussion.

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) entschied sich für "und". Im DGQ-Band 11-04 steht: "In diesem Band wird im Gegensatz zur deutschen Übersetzung der ISO 9000-Familie zwischen "Forderung" und "Anforderung" unterschieden." Beide gemeinsprachliche Begriffe werden auch in der Fachsprache benötigt. Man sollte sie mit ihren Benennungen unterscheiden können: Der Begriff Forderung (in ISO-Normen ausschließlich "requirement") ist definiert als "Verlangen, bei einer Einheit die geforderte Beschaffenheit zu realisieren", der Begriff Anforderung (in ISO-Normen "request"; "demand") als "Verlangen, unter vorgegebenen Bedingungen in den Besitz einer Einheit zu kommen". Wie auch sonst im Qualitätsmanagement sind die Einheiten zu bezeichnen und abzugrenzen. Die englischen Benennungen sind die Folge einer normativen Unterscheidungs-Entscheidung. In der Gemeinsprache werden "request" und "demand" nämlich auch für den Begriff Forderung benutzt.

Ein Unterbegriff von Forderung ist Einzelforderung. Diese bezieht sich auf ein Qualitätsmerkmal. Beim Begriff Anforderung sind Unterbegriffe die Bestellung, die Angebotsanforderung, die Ersatzteilanforderung, die Krankenwagenanforderung und viele andere. Bei DIN war "Forderung" schon seit Langem ganz allgemein ein Unwort. Der Präsidialausschuss "Normenprüfstelle" sorgte nachdrücklich für dessen Beseitigung aus der Normensprache. Im neu entstandenen Qualitätsmanagement sind aber beide Begriffe unabdingbar. Der zuständige DIN-Betreuer hatte abgeklärt, dass "Forderung" erlaubt ist.

Ein Einzelantrag aus einer großen Zertifizierungsgesellschaft forderte 2000 "zwecks Vereinheitlichung" von DIN, generell nur "Anforderung" anzuwenden. Auch für alle Übersetzungen internationaler Normen, sofern dort "requirement" steht. Schriftliche Abstimmungen bei den fachlich zuständigen Mitgliedern dreier Normenausschüsse ergaben indessen mit erdrückender Mehrheit: "Forderung" ist die fachgerechte Übersetzung. Man benötige beide Begriffe mit ihren unterschiedlichen Benennungen.

Die oberste Leitung des DIN entschied 2000 aber anders. Seitdem wird in allen Übersetzungen internationaler Normen "requirement" weisungsgemäß mit "Anforderung" übersetzt. Das führte dazu, dass es "Forderung" als Hauptwort in der Normensprache nicht mehr gibt. Die Entscheidung konnte freilich wegen Missverständlichkeit nicht auf das Verb "fordern" ausgedehnt werden. Vereinheitlichung, richtig verstanden, hätte den Plural "Anforderungen" beseitigen müssen. Er ist gemeinsprachlich ein Synonym zur Gesamtheit "Forderungen", oft an eine Person. So aber ist die seit Jahrzehnten überfällige Harmonisierung der qualitätsbezogenen Fachsprache sehr erschwert worden. Beispielsweise kann man die irreführende Benennung "Qualitätsplanung" nicht mehr in die sofort verständliche "Forderungsplanung" umbenennen: siehe QZ 53 (2008) 7, Seite 9.

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 10/2008, S. 9

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