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15.12.2011

Fähigkeitssicherung oder Qualitätssicherung (Diskussion)

Auch wenn sie aus vielerlei Gründen den Weg in Fachsprache, Normen und sogar Gesetze gefunden haben – nicht alle Fachbegriffe des Qualitätsmanagements sind wirklich zweckmäßig. In Ergänzung zu unserem "Terminus technicus" behandeln wir von Zeit zu Zeit solche Benennungen oder Begriffe, die einer Harmonisierung aller QM-Begriffe entgegenstehen. Unser Experte der QM-Terminologie wählt sie aus, erläutert sie und stellt sie zur Diskussion.

Das Wort "Qualitätssicherung" für die "aufeinander abgestimmten Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich Qualität" hat bekanntlich ausgedient. De facto seit 1990, de jure seit 1994. Ursache war die Neuordnung der Oberbegriffe für qualitätsbezogene Tätigkeiten bei ISO/TC 176. Als neu definierter Oberbegriff wurde quality management festgelegt. Das konnte man deutsch natürlich nicht mehr "Qualitätssicherung" nennen, zumal quality assurance nun ein Unterbegriff von quality management war. Die Praxis hat das bis heute nicht "verdaut". Nach wie vor geht es mit den beiden Benennungen wild durcheinander. Überdies ist viel zu wenig bekannt, was quality assurance nun bedeutet. Es ist derjenige Teil des Qualitätsmanagements, der auf Fähigkeit gerichtet ist. Fähigkeit ist dabei die "Eignung einer Einheit zur Realisierung eines Produkts, das die Forderung an dieses Produkt erfüllen wird". Die Zukunftsform zeigt etwas sehr Wichtiges: Es geht nicht um die gegenwärtige Erfüllung, sondern um Vertrauen, dass diese Erfüllung künftig erwartet werden kann. Das gilt nicht etwa nur für materielle, immaterielle und kombinierte Angebotsprodukte, sondern für beliebige Einheiten in allen Managementaufgaben.

Ohne Übertreibung kann man sagen: Der Ausdruck "Qualitätssicherung" ist in vielfacher Weise und aus mehreren Gründen gänzlich unklar. Das kann hier nicht im Einzelnen ausgeführt werden. Man kann aber sagen und sehr einfach begründen, dass alle diese vielfältigen Probleme mit dem Wort "Qualitätssicherung" dann beseitigt sind, wenn man es – ohne Änderung der Definition – ersetzt durch die Benennung "Fähigkeitssicherung". Zwei Randbedingungen gelten dafür: Der Anwender ist bereit, den Begriff Fähigkeit zu studieren und in sich aufzunehmen. Und er ist bereit zu erkennen, dass die Handhabung noch einfacher wird, wenn man den in ISO 9000 leider nicht mehr vorhandenen Grundbegriff Einheit auf alle für die Fähigkeitssicherung infrage kommenden Betrachtungsgegenstände anwendet. Gegen den aussichtslosen Versuch, einen einheitlich aufgefassten Begriff Qualitätssicherung zu erreichen, ist das dann ein Kinderspiel.

Fähigkeit ist eben jene schon von Prüfungen und Zeugnissen her bekannte Eignung einer Einheit, durch Tätigkeiten (Prozesse) ein Ergebnis zu erzielen, das die Forderung an dieses Ergebnis erfüllen wird. Das wird tagtäglich Millionen Mal versucht und geprüft. Die das Ergebnis beziehungsweise das Produkt hervorbringende Einheit kann eine Fertigungsstraße sein, eine Person oder eine Kette chemischer Prozesse, vielleicht ein Frisör oder eine Kinderschwester, ein Ingenieur oder ein Vorstandsvorsitzender, eine Drehbank oder eine Tiefziehpresse. Würde ein Deutsch sprechender Alien die Definition zu "Qualitätssicherung"/"Fähigkeitssicherung" lesen und gefragt werden, wie das heißen soll, wäre seine verwunderte Antwort: natürlich "Fähigkeitssicherung".

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 01/2009, S. 7

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