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10.11.2011

Eichung

Eichen ist ein Homonym. Einerseits ist "eichen" Tätigkeitswort zum Begriff Eichung. Bis 1987 hatte dieser Begriff auch die Benennung "Eichen". Andererseits versteht man unter "Eichen" auch ein kleines Ei, worum es hier nicht geht. Die Eichung (official verification) eines Messgeräts umfasst die nach den Eichvorschriften vorzunehmende Qualitätsprüfung und die Kennzeichnung. Durch die Qualitätsprüfung wird festgestellt, ob das Messgerät die Eichvorschrift erfüllt, ob also die an seine Beschaffenheit und seine messtechnischen Merkmale gestellten Einzelforderungen erfüllt sind. Dabei geht es insbesondere darum, ob die Beträge der Messabweichungen die Eichfehlergrenze(n) nicht überschreiten. Eichfehlergrenzen sind dabei durch die Eichordnung vorgeschriebene Fehlergrenzen. Sie sind zu unterscheiden von den in der Regel doppelt so großen Verkehrsfehlergrenzen, die ebenfalls durch die Eichordnung vorgeschrieben sind und für die Anwendung des geeichten Messgeräts gelten. Diese Fehlergrenzen sind ihrerseits als "Abweichungsgrenzbeträge für Messabweichungen eines Messgeräts" definiert.

Durch die Kennzeichnung wird beurkundet, dass das Messgerät zum Zeitpunkt der Qualitätsprüfung die Einzelforderungen erfüllt hat. Für viele Messgeräte ist die Gültigkeit der Kennzeichnung gemäß Eichordnung befristet. Vor der Eichung ist ggf. eine Justierung erforderlich.

Die Benennung "Eichung" sollte nur in diesem Sinn verwendet werden und nicht – wie vielfach üblich – für Kalibrierung oder Justierung. Diese Verwechslungen sind häufig. Die drei Begriffe wurden hier daher unmittelbar aufeinanderfolgend behandelt. Deshalb wird auch wie folgt zusammengefasst: Kalibrierung ist eine Ermittlung. Deren Ergebnis ist Kenntnis der systematischen Messabweichungen des Messgeräts. Dieses bleibt unverändert. Oft folgt Justierung der Kalibrierung. Sie benutzt deren Ergebnisse zur verändernden Korrektur zwecks Beseitigung unerlaubter systematischer Messabweichungen. Eichung schließlich ist eine Qualitätsprüfung des Messgeräts und im Erfolgsfall dessen Kennzeichnung.

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 12/2006, S. 8

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