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14.12.2011

Beschaffenheitsmanagement oder Qualitätsmanagement (Diskussion)

Auch wenn sie aus vielerlei Gründen den Weg in Fachsprache, Normen und sogar Gesetze gefunden haben – nicht alle Fachbegriffe des Qualitätsmanagements sind wirklich zweckmäßig. In Ergänzung zu unserem "Terminus Technicus" behandeln wir von Zeit zu Zeit solche Benennungen oder Begriffe, die einer Harmonisierung aller QM-Begriffe entgegenstehen. Unser Experte der QM-Terminologie wählt sie aus, erläutert sie und stellt sie zur Diskussion.

"Beschaffenheitsgestaltung" wäre zwar die bessere Benennung für den Begriff Qualitätsmanagement. Man kann aber – auch terminologisch – nicht alles systematisch Wünschenswerte haben. "Management" ist nämlich ein in der Weltsprache Englisch verbreitetes Allerweltswort für Tätigkeiten. Und für das Wort "Gestaltung" gäbe es viele gleichrangige englische Wörter. Daher meint diese erste Harmonisierungsdiskussion für die qualitätsbezogene Fachsprache: Für "Qualitätsmanagement" sollte besser "Beschaffenheitsmanagement" angewendet werden.

Zum Ersten gilt: Alle durch eine Organisation zu gestaltenden oder zu verwendenden Einheiten haben ihre Beschaffenheit, z. B. Tätigkeiten oder ihre Ergebnisse. Diese ist auch bei Termin-, Kosten- und Umweltschutzplänen oder bei Anforderungen im Einkauf zu gestalten. Bisher heißen die betreffenden Tätigkeiten "Qualitätsmanagement", "Umweltmanagement", "Beschaffungsprozess", obwohl es um Termine, Kosten, Umweltschutz oder eingekaufte Einheiten geht. In der "Euphorie der ersten Stunde" erhielten Tätigkeitsbenennungen überdies oft den Zusatz "Qualitäts-". Damals aber war Qualität eben noch "Erfüllung von Forderungen".

Zum Zweiten ist diese Benennungsänderung juristisch geboten: 2002 wurde das Schuldrecht des BGB (nach 102 Jahren!) geändert. Früher führten zwei (negativ) beschriebene Arten von Tauglichkeitsfehlern oder das Fehlen zugesicherter Eigenschaften zum Mangel und damit zur Haftung der verantwortlichen Organisation. Alle drei Gründe zu verstehen, bereitete so manchem immer neue Mühe. Jetzt ist eine Sache (positiv) frei von Sachmängeln und damit ihr Lieferant frei von Haftung, wenn die Sache beim Gefahrübergang "die vereinbarte Beschaffenheit hat". Die dokumentierte Auffassung des Gesetzgebers, eine Begriffsdefinition zu Beschaffenheit sei unnötig, wird im Beschaffenheitsmanagement aufgefangen. Dort lautet ihre Definition: "Gesamtheit der zur Einheit selbst gehörenden Merkmale und Merkmalswerte".

Zum Dritten: Mindestens die zur vereinbarten Beschaffenheit gehörigen Merkmale und ihre Werte sind Gegenstand des Beschaffenheitsmanagements. Dies sind die Qualitätsmerkmale. Für sie sind Einzelforderungen festgelegt, oft vielfache. Sie können auch vereinbart werden.

Zum Vierten: Man erkennt bei dieser neuen Benennung sofort: Diese Tätigkeiten des Beschaffenheitsmanagements betreffen ohne Ausnahme alle Einheiten in einer Organisation.

Das obige Verständnis wird durch den international zunehmenden Hang zum Streichen von Basisbegriffen erschwert; etwa weil man sich auf eine Benennung nicht einigen konnte. Beispiele sind Beschaffenheit (nature), Einheit (entity) und Tätigkeit (activity).

Informationen zum Beitrag

Walter Geiger
QZ 04/2008, S. 12

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