nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
Merken Gemerkt
06.11.2017

Wie erhält man schnellstmöglich das IATF 16949-Zertifikat?

Der Countdown läuft: Mitte September 2018 müssen alle Zulieferer der Autoindustrie nach dem neuen Standard IATF 16949:2016 zertifiziert sein. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland wurde ein Hersteller von Stanz-, Zieh-und Biegeteilen bereits im Mai 2017 nach IATF zertifiziert. Die QZ sprach mit Sutha Mahendrarajan, dem Leiter Qualitätswesen bei der Heinz Zimmermann GmbH & Co.

Sutha Mahendrarajan ist Leiter Qualitätswesen bei der Heinz Zimmermann GmbH & Co.

QZ: Warum haben Sie sich so rasch mit dem Thema Zertifizierung beschäftigt?

Mahendrarajan: Im März 2017 stand die planmäßige Rezertifizierung an. Unser Ziel war es zunächst, im Jahr 2016 das QM-System auf die neue ISO 9001:2015 und das Umweltmanagement auf ISO 14001:2015 umzustellen. Als bekannt wurde, dass die ISO/TS 16949 im Oktober 2016 umbenannt wird, haben wir uns entschieden, direkt auf die IATF 16949:2016 umzustellen. Somit mussten wir kein Überwachungsaudit durchführen lassen, sondern lediglich eine Rezertifizierung. Hätten wir nach der alten Revision weitergemacht, hätten wir zwei Jahre in Folge eine Rezertifizierung gehabt. Damit wären die Kosten rasch auf einen fünftstelligen Bereich angestiegen.

QZ: Was passiert, wenn man den Stichtag für die Zertifizierung am 14. September 2018 verpasst?

Mahendrarajan: Wenn Sie kein gültiges IATF-Zertifikat vorweisen können, werden Sie als Lieferant gesperrt und es kann zu Vertragsstrafen kommen. Zudem sind Sie dann für den Markt uninteressant. Wenn Sie den Anforderungen nicht gerecht werden, überlegt sich jeder Einkäufer zweimal, ob er das Risiko einer Geschäftsbeziehung mit Ihnen eingeht.
Und selbst wenn Sie qualifiziert werden würden: Der Kunde ist in den meisten Fällen auch nach IATF zertifiziert und dazu verpflichtet, seinen Lieferanten gemäß IATF 16949 fit zu machen. So schließt sich der Kreis.
Aber auch wenn Sie nur nach ISO 9001 zertifiziert sind, geben Kunden oft spezifische Forderungen weiter, die teilweise aus der IATF stammen. Wenn man sich darüber im Klaren ist, macht man es von vornherein richtig und erspart sich endlose Listen mit Sonderanforderungen, die nur für einen bestimmen Kundenkreis gelten.

QZ: Was sind die Basics des neuen Standards, die unbedingt beachtet werden müssen?

Mahendrarajan: Die Zuordnung der Kapitel ist ab sofort durch die High Level Structure (HLS) vorgegeben. Bevor man eine Schulung bucht, sollte man also klären, ob der Trainer nachweisbar dafür qualifiziert ist.

QZ: Wo weicht der neue Standard von der alten ISO/TS 16949 ab?

Mahendrarajan: Im IATF-Standard ist die Textpassage zur 9001 nicht mehr integriert, es wird nur darauf hingewiesen. Man muss also immer beide Regelwerke nebeneinander legen. Dafür werden neue Themengebiete behandelt: Produktsicherheit, Error Proofing, neue Kennzahlenermittlung der Prozesseffizienz, Umgang mit Nacharbeit und Reparaturen, Anwendung und Wissen von Core Tools, Produkte mit integrierter Software.

QZ: Wo verbergen sich nach Ihren Erfahrungen Schwierigkeiten in der Umsetzung?

Mahendrarajan: Themen die für ein gesundes Unternehmen Standard sind, müssen jetzt beschrieben und nachgewiesen werden. Dabei sind einige Fragen zu beantworten, etwa: Wie weist ein Unternehmen seine Antikorruptionspolitik nach oder, dass der Notfallplan bei einem Brand tatsächlich wirksam ist? Wie geht man mit Produkten um, bei denen man erst nachträglich erfährt, dass diese mit Software arbeiten oder mit sicherheitsrelevanten Komponenten? Und wie geht man mit Lieferanten um, die keine IATF-Zertifizierung anstreben? All diese Fragen müssen intern mit der Geschäftsleitung geklärt werden.

QZ: Welche Kardinalfehler sollte man unbedingt vermeiden?

Mahendrarajan: Extra neue Mitarbeiter einstellen oder vorhandene von ihrem Tagesgeschäft befreien, so dass sie sich nur noch mit dieser Thematik beschäftigen. Wenn diese Mitarbeiter dann von Besprechung zu Besprechung mit allen betroffenen Abteilungen hetzen, leidet die Effizienz der Umsetzung. Auch die Effizienz im Tagesgeschäft kann darunter leiden. Schlimmstenfalls verärgert man damit seine Kunden.

QZ: Wie sollte man sich als QM-Verantwortlicher auf das Audit vorbereiten?

Mahendrarajan: Als Basis sollte man den Auditorenschein für die IATF erwerben, damit man die Grundbausteine des Automotive Standards und deren Interpretation kennt. Dann arbeitet man die einzelnen Kapitel Punkt für Punkt durch und gleicht ab, wo diese Punkte im Unternehmen greifen. Selbstverständlich sollte man auch festlegen, wer sie wann umsetzt und prüft. Im Anschluss kann man ein Audit im Unternehmen durchführen, um sicherzustellen, dass auch alle Mitarbeiter die neuen Anforderungen kennen und befolgen.

QZ: Welche persönlichen Ratschläge würden Sie aus Ihrer Erfahrung mit der Zertifizierung geben?

Mahendrarajan: Arbeiten Sie mit den Prozessverantwortlichen zusammen und nicht gegen sie. Anfangs kennen Sie den IATF-Standard am besten und können diesen auch anwenden. Organisieren Sie aber nicht zu viele Workshops – lassen Sie sich besser Lösungen präsentieren! Wenn Sie merken, dass keine Lösungsvorschläge kommen, dann machen Sie selbst welche und zeigen auf, wie man schneller ans Ziel kommt.

Sutha Mahendrarajan
Leiter Qualitätswesen – Handlungsbevollmächtigter
Heinz Zimmermann GmbH & Co.
qm@heinz-zimmermann.de

Weiterführende Information
  • IATF 16949

    Die ISO/TS 16949 hat sich als weltweit anerkannter Standard für Qualitätsmanagementsysteme in der Automobilindustrie etabliert. Entwickelt wurde das Regelwerk von der International Automotive Task Force (IATF), einer Arbeitsgruppe von Automobilherstellern und -verbänden. Im Oktober 2016 erschien die Neufassung mit der neuen Bezeichnung IATF 16949:2016.   mehr

Hilfe

Haben Sie Fragen zur Onlinekennung und der freien Verfügbarkeit von Online-Fachbeiträgen, dann wenden Sie sich bitte per E-Mail an:
abo-service@hanser.de