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QZ 06/2017

Ohne Grenzen keine Konsequenzen!

Warum sich das Streben nach Qualität in unserer Gesellschaft lohnt

Eingriffs- und Warngrenzen sind klare Vorgaben im Rahmen der Qualitätssicherung. Rechtzeitig zu erkennen, wann die Qualität aus dem Ruder läuft, ist ganz entscheidend für eine dauerhaft hohe Produktgüte. Rechtzeitig in einen Prozess eingreifen zu können, und zwar bereits bei den ersten Anzeichen eines Fehlers, hilft, Fehlentwicklungen zu vermeiden, Kosten zu sparen, Rückrufaktionen zu unterbindenund Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Frühzeitig wird daher gewarnt und rechtzeitig gehandelt, sobald sich Unregelmäßigkeiten im Prozess zeigen.

© privat

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Herbert Schnauber, vormals Professor und Lehrstuhlinhaber am Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, ist im Auftrag des DGQ-Vorstands Herausgeber der QZ. Als langjähriges Vorstandsmitglied der DGQ bezieht er Stellung zu aktuellen Qualitätsthemen. Seine Kontakte zu zahlreichen Organisationen der Industrie, des Handels, der Dienstleistung und des Öffentlichen Dienstes erlauben ihm einen unverstellten Blick hinter die Kulissen.

Diese Vorgehensweise aus der Qualitätssicherung lässt sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens übertragen. Ständig werden wir damit konfrontiert, dass die Eingriffe in die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse erst dann erfolgen, wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen ist. Wo bleiben bereits gemachte Erfahrungen? Wie ist es um die Risikobetrachtung bestellt?

Das Qualitätsmanagement kennt die Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse (FMEA), mit der bei der Entwicklung neuer Prozesse, Produkte und Entscheidungen auf Erfahrungen zurückgegriffen werden kann. Zugegeben, dies erfordert die Bereitschaft zu Betrachtungsweisen, die oft nur gemeinsam im Team möglich sind, um so Fehler und Risiken einzudämmen.

Fehlentwicklungen rechtzeitig ...

Der Leitsatz "Ohne Grenzen keine Konsequenzen" steht auch für unsere persönliche und gesellschaftliche Bereitschaft (insbesondere auch der Politik), rechtzeitig Fehlentwicklungen zu erkennen, anzusprechen und deren Vermeidung aktiv zu verfolgen. Diese Aussage steht auch dafür, Grenzen zu setzen für den Umgang von Schülern mit ihren Lehrern, beim zwischenmenschlichen Gespräch, mit Talkshow-Teilnehmern und von Politikern untereinander.

Stil und Anstand sind selten zu erkennen, eine Verrohung der Sprache, aber auch der Gesellschaft macht sich breit. Doch auch dies ist eine Qualität, für die sich unser Einsatz lohnt: die Qualität der Sprache, die Qualität des Umgangs miteinander, aber auch die Qualität vernünftiger, durchdachter und für eine Gesellschaft tragbarer Entscheidungen. Vorschläge von anderer Seite werden von der politischen Provenienz sofort und gnadenlos zerrissen, ohne sich vorher auch nur annähernd mit dem Kern eines Vorschlags auseinanderzusetzen. Dies ist eine Kultur des Miteinanders, die abstößt und das Vertrauen in politische Instanzen schwinden lässt.

... erkennen, begrenzen und gegensteuern

Immer wieder stellen wir fest, dass Warngrenzen längst überschritten sind und Eingriffe in die Abläufe aufgrund unzulänglicher Beachtung erst dann erfolgen, wenn die Grenzen der Sicherheit und des Anstands schon dauerhaft übertreten wurden. Jasper von Altenbockum schrieb dazu in der FAZ: "Wenn sich der deutsche Rechtsstaat (...) derart auf der Nase herumtanzen lässt, liegt seine Grenze nicht dort, wo Unrecht beginnt, sondern dort, wo er sich für dumm verkaufen lässt."

Bei der Qualitätssicherung von Abläufen üblicher Art ist bekannt, wo Warn- und Eingriffsgrenzen zu setzen sind. Im täglichen Leben stellt man dagegen immer wieder fest, dass dies gesellschaftlich weitaus weniger der Fall ist. "Suum cuique" (Jedem das Seine), dieser von Plato überlieferte Wahlspruch für Verteilungsgerechtigkeit, wird heute gründlich missverstanden. Viel zu viele Menschen in unserer Gesellschaft kennen nur noch das Ich .

Es mag sein, dass all die Ereignisse unvollkommener bzw. wenig durchdachter und wenig vorausschauender Ad-hoc-Entscheidungen auf politischen und sonstigen Ebenen eine derartige Kultur fördern. Doch Qualität kann nicht allein als Aufgabe von Fachleuten betrachtet werden. Sie sollte im Handeln eines jeden Einzelnen erkennbar sein – Meinungsbildner nicht ausgenommen. Dann wird die Beschäftigung mit Qualität zu einer lohnenswerten, zukunftsweisenden und für die Gesellschaft förderlichen Aktivität.

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  • 06.07.2017 von Oder: Tolerant sein bedeutet Grenzen setzen

    Prof. Schnauder begibt sich auf gefährliches Terrain, wenn er den Toleranzbegriff auf das Gesellschaftliche ausdehnen möchte. Wird doch die Wortgruppe "Toleranz zeigen" gemeinhin mit dem Wunsch verbunden, eben keine Grenzen zu ziehen, alles auch nur Denkbare zuzulassen. Das halte ich für problematisch. Tolerant sein bedeutet aus technischer Sicht, dass es Grenzen gibt, die eindeutig benannt sein sollten, ja müssen, und bei deren Überschreitung es Konsequenzen gibt. Hier, meine ich, haben wir gesellschaftlich vielerorts Formulierungs- und Handlungsbedarf. Das Wort "Kultur" reizt da in vielerlei Hinsicht, so wie die Beispiele von Prof. Schnauder aber auch mit Blick auf "Leitkultur" als auch exzessives Ausleben alters-, standes- und ethnien-spezifischen Verhaltens in unseren Städten.

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