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QZ 01/2016

Viel Theorie, zu wenig Praxis!

Warum "Industrie 4.0" bis heute scheitert

In Deutschland werden die Aspekte und Fragestellungen rund um "Industrie 4.0" recht verhalten behandelt. Dies überrascht, wurde doch der Begriff in Deutschland geprägt.

Bild: © DGQ

Udo Hansen (Bild: © DGQ)

Udo Hansen ist seit 2014 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Qualität. Sein Engagement für und mit der DGQ setzt insbesondere an den Themen Digitalisierung in Industrie und Verwaltung an. Der Präsident eines Bundespolizeipräsidiums a. D. zeichnete unter anderem für die Einführung von QM-Methoden in großen Behörden verantwortlich.

Im Rahmen der Hannover Messe 2011 wurde das Konzept Industrie 4.0 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. 2012 legte die Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft ihren Abschlussbericht "Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0" vor. Die von Verbänden initiierte und von der Bundesregierung mitgetragene "Plattform Industrie 4.0" nahm im Frühjahr 2015 ihre Arbeit auf. Zu den Themen Standardisierung, Forschung, Sicherheit, Recht, Arbeit, Aus- und Weiterbildung präsentierte sie erste Tendenzen im Rahmen des IT-Gipfels im November 2015. Da Industrie 4.0 als wichtige Säule der "Digitalen Agenda" der Bundesregierung gilt, hat der Bundesminister für Wirtschaft zudem die Förderprogramme "Autonomik für Industrie 4.0" sowie "Smart Service Welt" ins Leben gerufen.

Fazit: Nach fast fünf Jahren fehlt dem Thema Industrie 4.0 der notwendige Schwung, insbesondere das Engagement der produzierenden Industrie.

Was bremst die Digitalisierung ...

Dabei ist gerade Deutschland als Land mit hohen Löhnen, wenig Rohstoffen und hoher Exportorientierung in besonderer Weise auf Innovation und Kreativität angewiesen. Vermutlich liegt die Zurückhaltung bei der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 an dessen Komplexität: Vernetzung, Integration und digitale Transformation lassen sich eben nicht einfach erklären.

So überrascht es nicht, dass das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in einer Studie mit dem Titel "Monitoring Wirtschaft Digital" der deutschen Wirtschaft ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Im Ranking der zehn führenden Industrieländer belegen wir nur noch den sechsten Platz. Spitzenreiter sind die USA, China ist an Deutschland vorbeigezogen. Die Studie gibt auch wenig Anlass zur Hoffnung auf rasche Besserung, denn die Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft schreitet zu langsam voran. Die bisherigen Aktivitäten zum Thema "Industrie 4.0" und Digitalisierung beziehen sich in Deutschland fast ausschließlich auf die produzierende Industrie. Noch gar nicht ernsthaft begonnen hat die Betrachtung und Diskussion der Notwendigkeit einer umfassenden Digitalisierung im Dienstleistungssektor bzw. in Industrien mit integrierter Produktion und Dienstleistung sowie in öffentlichen Verwaltungen. Dabei liegt es auf der Hand, dass Industrie 4.0 nur funktionieren kann, wenn dienstleistende Bereiche und öffentliche Verwaltungen in ein derartiges System intelligent eingebunden werden.

... in Verwaltung, Industrie und Dienstleistung?

Allein bei den zahlreichen Überschneidungen und gegenseitigen Abhängigkeiten wird deutlich, dass die Vorteile der Digitalisierung nur greifen können, wenn es keine Methoden- oder gar Medienbrüche gibt. Beispielsweise können Behörden ihre zahlreichen Kontroll- und Überwachungsverfahren in einer digitalisierten Industrie wohl kaum auf herkömmliche Art und Weise mit im Wesentlichen "analogen" Mitteln und Methoden erfüllen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der globalisierte Markt ständig nach zeitnahen Anpassungen, Änderungen und maßgeschneiderten individuellen Lösungen bei Produkten, Produktionsprozessen und Dienstleistungen verlangt. Dadurch entsteht sowohl ein erhöhter qualitativer als auch zeitlicher Druck, dem nur mit digitalen Mitteln begegnet und entsprochen werden kann.

Nicht zuletzt sind bis heute viele Fragen zu Datensicherheit und Datenschutz offen geblieben. Die in Deutschland eher reflexartigen Reaktionen zum Thema Datenschutz führen nicht weiter. Nötig ist vielmehr eine sachliche Betrachtung, die sowohl die Risiken als auch die Chancen der Nutzung von "Big Data" gegeneinander abwägt und die rechtlichen und technischen Konsequenzen aufzeigt. "Industrie 4.0" bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Betrachtung: Industrielle, rechtliche und politische Aspekte sollten einbezogen werden.

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