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QZ 12/2019

Qualität ist überall!

Warum das Positive doch überwiegt und Krisen die Ausnahme bleiben

Es lässt sich gar nicht vermeiden – ein Jahresrückblick ist immer auch eine Bilanz. Hat in den letzten zwölf Monaten eher das Gute oder eher das Schlechte überwogen? Wenn sich zum Jahresende die Rückblicke häufen, dann drängt sich ein Eindruck auf: Die negativen Ereignisse scheinen zu überwiegen. Schnell erinnert man sich an Skandale, Krisen und Katastrophen. Die Erinnerung an positive Dinge, die einfach nur gut gelaufen sind, die einfach nur gut funktioniert haben, erfordert schon etwas tieferes Nachsinnen.

So auch, wenn man sich unter der recht breit gefassten Perspektive der Qualität fragt, was die herausragenden Geschehnisse des Jahres 2019 waren. Sofort fallen mir mit Bezug auf Deutschland zwei Lebensmittelskandale jüngeren Datums ein: Zunächst die mit Listerien verseuchten Wurstwaren eines nordhessischen Herstellers. Nicht nur Todesfälle wurden mit den verseuchten Erzeugnissen in Verbindung gebracht. Nach und nach stellte sich auch heraus, wie viele Unternehmen von diesem Produzenten beliefert worden waren. Der zweite Lebensmittelskandal, bei dem es um die mit Bakterien verseuchte Milch zahlreicher Handelsmarken geht, macht ebenfalls eines ganz deutlich: Die Lieferwege werden auch bei Lebensmitteln immer verzweigter. Und hätte es sich um Finanzinstitute gehandelt, wäre wohl die Systemrelevanz der betroffenen Unternehmen hinterfragt worden. Bei Lebensmitteln tun wir dies zwar bislang noch nicht. Doch zweifellos stehen auch hier Fragen zum Qualitätsmanagement (QM) und zur Qualitätssicherung (QS) im Zentrum des Interesses.

Trotz zahlreicher Skandale ...

Auf internationaler Ebene und eher im klassisch technischen Bereich kommt mir der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing in den Sinn. Auslöser einer behördlichen Untersuchung und öffentlichen Diskussion waren zwei tragische Abstürze, deren Analyse zeigt, wie komplex QM und QS heutzutage zusammenspielen müssen. Die enge Beziehung zwischen Hardware, Software und daraus folgenden Automatismen ist für die Verantwortlichen in hochsicherheitsrelevanten Bereichen oft nicht mehr nachvollziehbar. Und mit der technischen Machbarkeit steigen die Komplexität und die Risiken. Die fortschreitende Digitalisierung ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Anforderungen auch an QM und QS steigen – nehmen wir nur die zahlreichen Cyber-Attacken auf Unternehmen und sonstige Organisationen. Oder die Datenschutzproblematik bei diversen Internetgiganten. Auch hier zeigt sich, dass sich mit der Art, wie sich Geschäftsmodelle, Produkte und Services im digitalen Zeitalter verändern, auch der Begriff von Qualität wandelt, den wir zugrunde legen müssen.

© DGQ

© DGQ

Udo Hansen ist seit 2014 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. Sein Engagement für die und mit der DGQ setzt insbesondere bei den Themen Digitalisierung in Industrie und Verwaltung an.
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums a.D. zeichnete unter anderem für die Einführung von QM-Methoden in großen Behörden verantwortlich.

Allerdings scheint mir, ähnlich wie bei den Lebensmittelskandalen, die enge Beziehung zwischen behördlicher Überwachung und Unternehmen überdenkenswert zu sein. Vor allem muss mutig und ergebnisoffen geprüft werden, ob die Gründe oder Ursachen für derartige Qualitätsmängel tatsächlich nur jeweils in den einzelnen Fällen zu suchen sind. Es gilt, die Frage zu beantworten, ob nicht vielmehr ein strukturelles Versagen vorliegt und das bisherige System somit insgesamt infrage gestellt sowie grundlegend überarbeitet werden muss.

... herrscht Qualität in vielen Bereichen vor

Ist also tendenziell alles eher schlecht? So pauschal negativ darf man das sicherlich nicht sehen. Ich denke, ganz im Gegenteil und trotz aller Skandale, dass insgesamt Qualität vorherrscht. Qualität wird allerdings nicht sofort wahrgenommen. Sie fällt selten ins Auge, ist häufig unspektakulär. Aber sie ist da und lässt unseren Alltag in einer vernetzten und komplexen Welt in aller Regel funktionieren. Sicher, auch QM und QS müssen sich verändern und erweitern, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden.
Aber wenn dies gelingt, dann besteht die Chance, dass ganz deutlich wird: Eigentlich überwiegt doch das Positive, denn Qualität ist überall! Damit dies auch in Zukunft so bleibt, bedarf es unser aller Anstrengung!

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