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QZ 09/2015

Zügig, günstig – zukünftig?

Fünf Jahre DAkkS: eine Bilanz

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) überwacht und bewertet Konformitätsbewertungsstellen in Deutschland und im Ausland. Als beliehene Stelle nimmt die DAkkS hoheitliche Aufgaben wahr und untersteht der Aufsicht des Bundes. Die QZ sprach anlässlich des fünfjährigen Bestehens der DAkkS mit deren Geschäftsführer Norbert Barz über Erfolge und Entwicklungsmöglichkeiten.

Norbert Barz

Norbert Barz

Norbert Barz, geb. 1951, ist seit ihrer Gründung 2010 Geschäftsführer der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) mit Sitz in Berlin. Zuvor war er für das Bundesministerium für Arbeit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie tätig, zuletzt als Referatsleiter.

"Wir verstehen uns als Dienstleister für die deutsche Wirtschaft."

QZ: Herr Barz, wer sind eigentlich die Kunden der DAkkS?

Norbert Barz: Unsere unmittelbaren Kunden sind Konformitätsbewertungsstellen, also etwa Prüflaboratorien, medizinische Laboratorien oder Zertifizierungsstellen. Wir verstehen uns aber insgesamt als Dienstleister für die deutsche Wirtschaft. Wir müssen die Dienstleistung anbieten, die unsere Wirtschaft braucht, um ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit zu vermarkten. Außerdem müssen wir staatlichen Behörden, beispielsweise im Bereich Lebensmittel oder Ökolandbau, Sicherheit geben, wenn sie auf die Instrumente Zertifizierung und Akkreditierung zurückgreifen. Letztlich profitiert natürlich auch der Verbraucher von unseren Leistungen. Denn wir "prüfen die Prüfer" und sind damit ein wichtiger Baustein der Qualitätsinfrastruktur.

QZ: Von Seiten der Konformitätsbewertungsstellen, also beispielsweise der Zertifizierer, wurde immer wieder Kritik an der langen Bearbeitungszeit für Anträge geübt. Hat sich diese inzwischen verkürzt?

Barz: Wir haben einen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, die Messlatte kann für uns nicht alleine die Zufriedenheit der Konformitätsbewertungsstellen sein. Aber natürlich haben wir den Anspruch, gegenüber unseren unmittelbaren Kunden, also den Konformitätsbewertungsstellen, kundenfreundlich zu sein. Dazu gehört auch die Verfahrensdauer und diese wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst – manchmal übrigens auch vom Kunden selbst.

QZ: Liegt es also an den Zertifizierern, wenn sie lange warten müssen?

Barz: Nein, natürlich gibt es Faktoren, bei denen die Kunden zu Recht noch unzufrieden sind. An diesen Punkten arbeiten wir ganz konkret, insbesondere an der Verkürzung der Durchlaufzeiten. Diese können jedoch nicht das Maß aller Dinge sein, wenn es darum geht, die DAkkS zu bewerten. An eine Akkreditierungsstelle werden schließlich noch andere Anforderungen gestellt als kurze Durchlaufzeiten. Für mich steht an erster Stelle, dass wir zuverlässig und hochkompetent sind. Das haben wir in einer vergleichsweise sehr kurzen Zeit erreicht.

QZ: Wie lange dauert die Reakkreditierung in der Regel?

Barz: Das Standardverfahren einer Reakkreditierung sollte in spätestens sechs Monaten abgeschlossen sein. Für verschiedene Verfahrensabschnitte gibt es maximale Durchlaufzeiten. Im konkreten Fall können diese natürlich länger sein, beispielsweise, weil nicht alle Unterlagen vorliegen, die Abstimmungen länger als geplant dauern oder im Akkreditierungsverfahren festgestellte Abweichungen zunächst korrigiert werden müssen.

QZ: Was bedeutet das?

Barz: Beim Antragseingang gab es in der Vergangenheit schon einmal kleine Staus. Den Prozess, bei dem Anträge auf Vollständigkeit geprüft werden, haben wir nun optimiert. Anträge sollen jetzt innerhalb von 14 Tagen in die Fachabteilungen gelangen. Wir haben inzwischen eine ausgeprägte IT-Landschaft, die unsere Kernprozesse vom Antragseingang bis zur Bescheidung von Antrag oder Kosten abbildet. Natürlich arbeiten wir hier noch weiter an Verbesserungen.

QZ: Wie sehen diese aus?

Barz: Bisher werden Anträge herkömmlich gestellt: Wir erhalten Pakete mit Dokumenten oder Datenträgern. Das Verwaltungsrecht verlangt Dokumente mit Unterschriften von Unterschriftsberechtigten. Dieses Verfahren soll bis 2017 durch ein vollständiges elektronisches Antragsverfahren abgelöst und ersetzt werden. Wir werden dafür nun die notwendigen technischen Voraussetzungen schaffen.

QZ: Neben den Durchlaufzeiten steht auch die Kostenverordnung in der Kritik. Worauf gründet diese?

Barz: Verordnungsgeber sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesfinanzministerium. Das heißt, die DAkkS legt im hoheitlichen Bereich ihre Gebühren nicht selbst fest. Im Gegenteil: Wir sind verpflichtet, die gültige Kostenverordnung anzuwenden und dabei die geltenden verwaltungsrechtlichen Vorschriften zu berücksichtigen. Dabei beaufsichtigt uns das Bundeswirtschaftsministerium. Das gilt also auch für alle deutschen Konformitätsbewertungsstellen. Im nicht-hoheitlichen Bereich gibt es natürlich die Möglichkeit, selbst Gebühren festzulegen. Von dieser Option macht die DAkkS in geringem Umfang Gebrauch: Diese Tätigkeit außerhalb von EU und EFTA liegt derzeit bei rund 7 % unserer Akkreditierungsleistung.

QZ: Einige bezweifeln, dass die aktuelle Kostenverordnung juristisch einwandfrei ist. Was wird geschehen?

Barz: Das sehe ich nicht so. Unabhängig davon arbeitet das BMWi derzeit an einer neuen Gebührenverordnung.

QZ: Trotz der Schwierigkeiten um Gebührenverordnung und Durchlaufzeiten: Was hat in den fünf Jahren seit Gründung der DAkkS gut funktioniert?

Barz: Deutschland hat seit Anfang 2010 ein einheitliches, unabhängiges und unparteiliches Akkreditierungssystem, wie es die EU-Verordnung Nr. 765/2008 vorschreibt. Andere Länder in Europa hatten bereits vor 2010 nur eine nationale Akkreditierungsstelle. Wir sind nun gleichgezogen. Vorher gab es in Deutschland etwa 30 private und staatliche Akkreditierungsstellen. Nicht alle haben die Akkreditierung so praktiziert, wie es hätte sein sollen. Der Markt war für die Kunden undurchsichtig. Hier haben wir Klarheit geschaffen. Die wenigen schwarzen Schafe, die es im Bereich der Akkreditierung gab, sind nun weg. Das ist gut für unsere unmittelbaren Kunden und gut für die deutsche Wirtschaft.

QZ: Die DAkkS nimmt beliehene hoheitliche Aufgaben wahr. Gleichzeitig ist sie eine privatwirtschaftliche Organisation. Ihre Gesellschafter sind zu gleichen Teilen Bund, Länder und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Ist das Konstrukt der beliehenen Stelle als GmbH ein Geburtsfehler der DAkkS?

Barz: Wir sind eine der weltweit am besten aufgestellten Akkreditierungsstellen und eines der Zugpferde in Europa. Wäre das vorhandene Gesellschaftskonzept hinderlich gewesen, dann hätten wir uns sicherlich nicht in fünf Jahren dorthin entwickelt, wo wir heute stehen. Das BMWi gibt gerade eine Evaluation in Auftrag, die die deutsche Akkreditierungsstruktur grundsätzlich bewertet. Dabei wird sicher auch das Konstrukt der beliehenen Stelle beleuchtet.

QZ: Wo sehen Sie das Entwicklungspotential der DAkkS?

Barz: Wir müssen uns intern in einigen Bereichen noch besser aufstellen und Spielräume nutzen, um beispielsweise das Antragsverfahren zu verbessern und insgesamt noch effizienter zu werden. Wir haben auch ein neues Konzept vorgelegt, um den Überwachungszyklus für Konformitätsbewertungsstellen zu vereinfachen – das wurde positiv aufgenommen. Zudem möchten wir die Kommunikation mit Kunden und anderen Zielgruppen weiter optimieren.

QZ: Wo sehen Sie neue Aufgaben für die DAkkS?

Barz: IT-Sicherheit, Cyber Security, Energiewende oder Industrie 4.0: Das alles sind Themen, bei denen die klassischen Elemente einer technischen Harmonisierung – Normung, Konformitätsbewertung, Akkreditierung – eine ganz herausragende Rolle spielen werden. Wir suchen hier den Schulterschluss mit DIN und DGQ, sodass wir uns frühzeitig auf diese neuen Themen einstellen können. Konkret heißt das, dass wir permanent weiteres Know-how aufbauen und die Struktur der DAkkS an die Anforderungen anpassen, die kommen werden.

QZ: An welche Anforderungen denken Sie?

Barz: Wir brauchen zum Beispiel die besten Fachleute im Bereich IT. Fachleute, die in der Lage sind, die Entwicklungen in der IT-Security zu bewältigen. Das neue IT-Sicherheitsgesetz (am 12.6.15 vom Bundestag verabschiedet, Anm. der Redaktion) sieht sehr viele Konformitätsbewertungen vor. Dabei sind die Innovationszyklen im IT-Bereich sehr kurz. Es ist Aufgabe der DAkkS, angemessen darauf reagieren zu können. Wir müssen im weitesten Sinne zukunftsfähig sein und die Akkreditierungsdienstleistungen zur Verfügung stellen, die heute und vor allem morgen benötigt werden.

Das Gespräch führte Thomas Funck, QZ Redaktion

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