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Wirtschaftlichkeit - Qualitätsrelevante Kosten

Qualitätscontrolling

Auszug aus
Roland Jochem

Was kostet Qualität? - Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln

05/2010, 234 Seiten, € 31,99
ISBN: 978-3-446-42440-1
S. 27-54

Der Begriff Controlling wird sehr häufig fehlerhaft interpretiert und ist durch Unklarheiten sowie Widersprüche geprägt. Diese Missverständnisse werden auf die Entstehung des Controllings in den USA, der anschließenden Überführung in den deutschen Wortgebrauch und der fehlerhaften Interpretation als Kontrolle zurückgeführt.

Missverständlicher Begriff "Controlling"

Ein ebenfalls falsches Verständnis liegt bei einer in der Praxis vielfach auffindbaren Vergangenheitsorientierung, sowie Beschränkung auf monetäre Größen des Controllings. Die Aufgaben des Controllings umfassen vielmehr den „Einsatz und Verbesserung von Planungs-, Kontroll- und Informationssystemen zur Erhöhung der Führungseffizienz“ sowie die „Integration dieser Systeme untereinander und mit anderen Führungssystemen“ [3].

Die ursprüngliche Verwendung von Reifegraden bzw. Reifegradmodellen für die qualitative Bewertung von Prozessen findet ihre Wurzeln in den Erkenntnissen amerikanischer Qualitätspioniere (Juran, Crosby).

Qualitätsmanagement im gesamten Produktlebenszyklus

Juran schlug einen systematischen Ansatz mit verschiedenen Reifegraden zur Verbesserung und Steuerung von Qualität vor, der das Qualitätsmanagement in allen Phasen des Produktlebenszyklus betonte [4]. Crosby definierte 1979 mit dem Ziel der Verbesserung und Weiterentwicklung von Qualität im Unternehmen eines der ersten Reifegradmodelle (Quality Management Maturity Grid (QMMG)) als ein Reifegradgitter.

  • „Unter Qualitätscontrolling ist die Planung, Durchführung und Kontrolle der Unterstützung und Koordination qualitätsbezogener Aktivitäten im Hinblick auf eine wirtschaftliche Ausrichtung des Qualitätsmanagements zu verstehen“ [1].
  • Qualitätscontrolling ist „ein Teilsystem des Controllingsystems […], welches unternehmensweit qualitätsrelevante Vorgänge mit dem Ziel koordiniert, eine anforderungsgerechte Qualität wirtschaftlich sicherzustellen“ [4].

Ergänzend zu den unterschiedlichen Begriffsbestimmungen des Qualitätscontrollings ist darüber hinaus eine Unterteilung in ein strategisches und operatives Qualitätscontrolling verbreitet. Dabei zielt der strategische Teil verstärkt auf die langfristige Perspektive ab, während der operative Teil eine möglichst wirtschaftliche Erreichung der im strategischen Teil festgelegten Ziele beinhaltet [4].

Unternehmensweite Informationsversorgung

Dementsprechend umfasst das Qualitätscontrolling unterstützende operative und strategische Aufgaben für das betriebliche Controlling und bezieht sich inhaltlich auf die unternehmensweite Informationsversorgung, Planung, Kontrolle und Koordination der qualitätsrelevanten Vorgänge (Bild 1).

Bild 1: Aufgaben des Qualitätscontrollings [2]

Durch den prospektiven und retrospektiven Abgleich der im strategischen Qualitätscontrolling definierten Ziele mit den qualitätsbezogenen Kosten werden Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sowohl von umgesetzten Verbesserungsprojekten als auch von geplanten Aktivitäten hinsichtlich Qualität ermöglicht.

Um derartige Betrachtungen vornehmen zu können ist es erforderlich, die qualitätsbezogenen Kosten sowie unternehmensspezifische Kennzahlen zu ermitteln. Die Kosten lassen sich aus dem betrieblichen Rechnungswesen ableiten bzw. sind dort bereits durch die Kostenarten-, Kostenstellen-, Kostenträger- sowie Finanz- und Investitionsrechnung erfasst und müssen aus den enthaltenen Daten aufbereitet werden.

Auszug aus
Roland Jochem

Was kostet Qualität? - Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln

05/2010, 234 Seiten, € 31,99
ISBN: 978-3-446-42440-1
S. 27-54

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem, geb. 1962, ist Inhaber des Lehrstuhls Qualitätswissenschaft am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin.
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dennis Geers, geb. 1981, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Qualitätsmanagement am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel.

Literaturhinweis

[1] Bruhn, M., Georgi, D.: Kosten und Nutzen des Qualitätsmanagements - Grundlagen, Methoden, Fallbeispiele. Hanser Verlag, München 1999

[2] Eversheim, W.: Prozessorientiertes Qualitätscontrolling – Qualität messbar machen, Springer Verlag, Berlin 1997

[3] Link, J.: Führungssysteme. Strategische Herausforderung für Organisation, Controlling und Personalwesen. Vahlen Verlag. München 2009

[4] Niemand, S., Renner, A., Ruthsatz, O.: Einleitung. In: Horváth, P.; Urban, G. (Hrsg.): Qualitätscontrolling, S. 1-15, Stuttgart; 1990

Weiterführende Information
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