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Wirtschaftlichkeit - Qualitätsbezogene Kennzahlen

Einführung eines wertschöpfungsorientierten Kennzahlensystems

Auszug aus
Roland Jochem

Was kostet Qualität? - Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln

05/2010, 234 Seiten, € 31,99
ISBN: 978-3-446-42440-1
S. 143-167

Die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen, ist nur durch eine konsequente Ausrichtung der Geschäftsprozesse am Kunden möglich. Durch die immer neu vorhandenen wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Randbedingungen ist eine transparente Gestaltung der Prozesse wichtiger denn je.

Relevante Sachverhalte sichtbar machen

Zudem werden die Manager kontinuierlich mit einer Flut von Datenmaterial konfrontiert. Würde man diese Datenmenge nicht komprimieren, wäre ein Erkennen von relevanten Sachverhalten unmöglich. Damit die wichtigen Informationen im Unternehmen in der Masse nicht untergehen, wird der Informationsprozess in der Praxis durch Kennzahlen unterstützt. Die Implementierung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen als ein Frühwarnsystem ist eine Möglichkeit, das Unternehmen ziel- und kundenorientiert zu steuern.

Die meisten Unternehmen beschränken sich jedoch auf Kennzahlen der finanziellen Ebene. Best-Practice-Kennzahlen aus der Industrie und die im Unternehmen vorhanden Kennzahlen sind neben den Anforderungen des Unternehmens, bzw. der für das Konzept relevanten Unternehmensbereiche, die erste Basis für ein wertschöpfungsorientiertes Kennzahlenkonzept.

Die Vorgehensweise zur Umsetzung des wertschöpfungsorientierten Kennzahlenkonzeptes setzt sich aus vier Phasen zusammen (Bild 1).

Bild 1: Vorgehensweise bei der Einführung des Kennzahlensystems

In Phase 1 werden in einem Zeitraum von zwei Monaten, zusammen mit der Geschäftsführung und dem oberen Management, die Anforderungen sowie die Ziele des Unternehmens an das Kennzahlensystem definiert. Parallel dazu erfolgt mit der Geschäftsführung die Abstimmung der Vorgehensweise zur Entwicklung und Umsetzung des Kennzahlenkonzeptes.

Auf Basis der Anforderungen und Ziele erfolgt in der zweiten Phase eine Ist-Analyse der im Unternehmen existierenden Instrumente und Kennzahlenberichte. Im Fokus hierbei steht die Entwicklung der Grobstruktur des Kennzahlensystems und die Generierung von Lösungsansätzen, so genannten „Quick wins“. Nach rund vier Monaten kann dadurch ein priorisierter Maßnahmenkatalog der Lösungsansätze dargestellt werden.

Maximale Information bei minimalem Aufwand

Auf Basis der vorhandenen Kennzahlen, der Unternehmensanforderungen, dem Vergleich mit den Best-Practice-Kennzahlen und den neu definierten Kennzahlen, welche eng mit den kritischen Faktoren und Engpässe im Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette verknüpft sind, wird dadurch ein maximaler Informationsgrad mit einem minimalen Aufwand ermöglicht.

Die Besonderheiten des wertschöpfungsorientierten Kennzahlenkonzeptes im Überblick:

  • Die Generierung der Kennzahlen ist eng Verknüpft mit der Unternehmensstrategie und den Unternehmenszielen.
  • Das Kennzahlenkonzept kann sowohl auf das gesamte Unternehmen als auch auf einzelne Unternehmensbereiche angewendet werden.
  • Auf Basis der im Unternehmen vorhandenen Kennzahlen, der Unternehmensanforderungen und dem Vergleich mit Best-Practice-Kennzahlen erfolgt die Entwicklung des Konzeptes.
  • Das Kennzahlenkonzept ist ein „kompaktes“, ziel- und qualitätsorientiertes Kennzahlenkonzept, welches auf die kritischen Faktoren und Engpässe im Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet ist.
  • Durch den „Top-Down“ und „Bottom-Up“ Ansatz können Widersprüche zwischen der strategischen und der operativen Perspektive identifiziert werden, um einen durchgängigen Informationsfluss zu gewährleisten.
  • Das Kennzahlenkonzept orientiert sich an der Wertschöpfungskette bzw. den Geschäftsprozessen im Unternehmen.
  • Die während der Kennzahlengenerierung erfassten Unternehmenspotenziale können direkt in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess integriert werden.
  • Durch die Klassifizierung der Kennzahlen in direkt, kurzfristig, mittelfristig und langfristig umsetzbare Kennzahlen erfolgt eine „Schritt-für-Schritt-Implementierung“ des Konzeptes.
  • Der Kennzahlenreport ermöglicht eine Bewertung von möglichen zukünftigen Ereignissen.
  • Das Kennzahlensystem hat keine starr festgelegt Form, dadurch ist das System flexibel und branchenunabhängig einsetzbar.

Weniger Komplexität, mehr Realitätsnähe

Die zunehmende Komplexität der Unternehmensprozesse und die damit verbundene prinzipielle Unvorhersehbarkeit seines wirtschaftlichen Erfolgs, erfordert ein hohes Maß an Fähigkeit zur Reflexion von Kennzahlen gegenüber der Unternehmensrealität und die Bereitschaft zu einer offenen Kommunikation. Das Kennzahlensystem dient somit auch der Reduktion der Komplexität im Unternehmen, da Meinungen und „Weltanschauungen“ durch belastbare, realitätsnahe Kennzahlen substituiert werden.

Auszug aus
Roland Jochem

Was kostet Qualität? - Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln

05/2010, 234 Seiten, € 31,99
ISBN: 978-3-446-42440-1
S. 143-167

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem, geb. 1962, ist Inhaber des Lehrstuhls Qualitätswissenschaft am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin.
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Katja Landgraf, geb. 1981, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Qualitätsmanagement am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel.
Dr.-Ing. Martin Menrath, geb. 1955, ist Leiter Division Manufacturing & Logistics bei der Bühler AG, Schweiz.

Weiterführende Information
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