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Software - Computer Aided Quality Assurance (CAQ)

Computer-Aided Quality Assurance

Programm + Qualitätsmanagement = CAQ

Auszug aus

Masing Handbuch Qualitätsmanagement

Herausgeber: Tilo Pfeifer, Robert Schmitt
05/2014, 1152 Seiten, € 159,99
ISBN: 978-3-446-43992-4
S. 301-306

Sollen die Potenziale eines CAQ-Systems voll ausgeschöpft werden, so sind dabei die folgenden Aspekte von übergeordneter Bedeutung:

  • Dem Computereinsatz müssen organisatorische Maßnahmen zur Optimierung des QM-Systems vorausgehen.
  • Das CAQ-System muss in die Prozesslandschaft des Unternehmens integriert werden.
  • Das CAQ-System muss „nahtlos“ in die vorhandene IKT-Landschaft des Unternehmens implementiert werden.
  • Die Mitarbeiter müssen bei den vorbereitenden Maßnahmen mit eingebunden und entsprechend qualifiziert werden.

Vor diesem Hintergrund ist die organisatorische Einbindung von CAQ-Systemen in eine Unternehmung als ein Projekt zu verstehen, das gemäß den Projektphasen Konzeption, Auswahl und Integration methodisch geplant und durchgeführt werden muss.

Schritt 1: Prozessanalyse

Bild 2: Vorgehensweise zur Implementierung eines CAQ-Systems (Pfeifer et al. 2004)

CAQ-Systeme müssen in der Lage sein, die Abläufe und Wechselbeziehungen von prozessorientierten Unternehmensstrukturen abzubilden. Die Idee der Prozessorientierung basiert auf der Identifizierung der Gesamtheit aller qualitätsrelevanten Unternehmensprozesse und auf der Schaffung einer unternehmensspezifischen Prozesslandschaft in der Qualitätssicherung sowie deren vor- und nachgelagerten Bereichen. Die einzelnen Prozesse werden in ihrer logischen und zeitlichen Bearbeitungsreihenfolge der einzelnen Prozessschritte beschrieben, wobei ergänzend der Informationsfluss (Input und Output der jeweiligen Prozessschritte) und die verantwortliche Abteilung sowie Mitarbeiter erfasst werden.

Ein Abbild der prozessorientierten Unternehmensstruktur ist häufig im QM-System beschrieben, insbesondere durch die Aufbau- und Ablauforganisation sowie deren Dokumentation im QM-Handbuch (z. B. Verfahrensanweisungen).

Schritt 2: Schnittstellenanalyse

Damit sich das CAQ-System vollständig in das bestehende Unternehmensumfeld integrieren lässt, wird die Hardware- und Softwarestruktur sowie die Anbindung aller Abteilungen, in denen qualitätsrelevante Daten erfasst und benötigt werden, detailliert analysiert. Die Analyse der bestehenden EDV-Anwendungen sowie der Betriebs- und Anwendungssoftware stellt einen wesentlichen Beitrag zur Integration des CAQ-Systems dar. Die Analysedaten sind die Grundlage für die spätere Definition und Beschreibung anwendungstechnischer Schnittstellen.

Schritt 3: Soll-Konzept

Basierend auf den Ergebnissen aus der Prozessanalyse und der Schnittstellenanalyse wird in enger Zusammenarbeit mit den späteren Benutzern in Zielklärungsworkshops die bestehende Prozesslandschaft durch das Soll-Konzept erweitert. Im Soll-Konzept werden Ziele und Strategien an die gewünschte Arbeitsweise nach Integration des CAQ-Systems beschrieben.

  • Strukturierung des Systems (Applikationen, Benutzerverwaltung etc.)
  • Prozessoptimierungen -- Rationalisierungs- und Optimierungspotenziale ergeben sich aus den Schwachstellen der untersuchten Betrachtungsbereiche
  • Systemvernetzung, Definition der Schnittstellen, Systemkonfiguration, Systemwartung und -verfügbarkeit, Speicherkapazitätsbedarf, Datenstrukturen, Datenhaltung, Datenübertragung etc.
  • Erarbeitung eines Schulungs- und Motivationskonzeptes (Schulungsbedarfsermittlung und Qualifizierungs-/Schulungsmaßnahmen etc.)
  • Definition der Reihenfolge der zeitlichen Umsetzung der Maßnahmen

Des Weiteren definiert das Soll-Konzept Prozesse und Vorgehensweisen, die das unternehmensspezifische Umfeld erweitern (Visionen).

Ein zu diesem Zeitpunkt vorhandenes Ergebnis ist ein aussagekräftiges Lastenheft, in dem die Ergebnisse der Prozessanalyse (Ist-Zustand), der Schnittstellenanalyse und des Soll-Konzept detailliert dokumentiert sind.

Schritt 4: Marktanalyse und Softwareauswahl

Der vierte Schritt beginnt mit der Analyse der einzelnen CAQ-Systeme der verschiedenen Anbieter. Dazu ist eine detaillierte Marktübersicht als Orientierung im Software-Dschungel notwendig. Ein detaillierter Kriterienkatalog, dem die Anforderungen aus dem Lastenheft zugrunde gelegt werden, wird entwickelt (DGQ 1995). Um die Feinauswahl abschließen zu können, wird den ausgewählten CAQ-Anbietern das Lastenheft zur Erstellung eines Angebots zur Verfügung gestellt.

Schritt 5: Integration

Das Ziel der Integration ist es, das System schrittweise in alle Bereiche des Unternehmens zu implementieren. Dazu gehört auch die Planung des entsprechenden Schulungsbedarfs der einzelnen Mitarbeiter, um bereits vor der endgültigen Einführung anwenderspezifische Schulungsmaßnahmen durchführen zu können. Der Fortschritt der Einführung des CAQ-Systems wird anhand eines Kriterienkatalogs, der aus dem Lasten- sowie Pflichtenheft abgeleitet wird, überwacht. Parallel hierzu werden Standardvorgänge sowie Problemfälle simuliert. Bevor das CAQ-System in Betrieb genommen werden kann, wird ein Systemtest durchgeführt. Das System wird in den laufenden Arbeitsprozessen der Qualitätssicherung sowie deren vor- und nachgelagerten Bereichen getestet.

Bild 3: Prozessorientiertes Qualitätsmanagement mit CAQ


Inhaltsverzeichnis
Auszug aus

Masing Handbuch Qualitätsmanagement

Herausgeber: Tilo Pfeifer, Robert Schmitt
05/2014, 1152 Seiten, € 159,99
ISBN: 978-3-446-43992-4
S. 301-306
Weiterführende Information
  • MES – Manufacturing Execution Systems

    MES-Lösungen ermöglichen die Analyse von Produktionsdaten in Echtzeit. Im Unternehmen sind sie das Bindeglied zwischen CAQ- und ERP-Systemen auf der Führungsebene und dem shop floor auf Werkebene.   mehr

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