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Software-Qualität - Dokumentation

Die Rolle der Dokumentation in Software-Projekten

Die gegenwärtige Praxis bei Software-Projekten ist dadurch gekennzeichnet, dass der größte Teil der Dokumentation (Projekt-, Entwicklungs-, System-, Benutzerdokumentation) nicht aktuell, unvollständig und oft schwer zu lesen und zu verstehen ist. Übergeordnete Konzepte und Strukturübersichten fehlen und sind deshalb nach einiger Zeit nicht mehr vollständig rekonstruierbar. Zusammen mit der hohen Personalfluktuation trägt dieser Zustand wesentlich zur allgemeinen Software-Krise, insbesondere zur Wartungskrise bei.

Anforderungen an die Dokumentation und deren Erstellung aus der Sicht der Qualitätsgestaltung

Um die Aufgaben des Qualitätsmanagements überhaupt erfüllen zu können, spielen die Dokumentation und ihr Erstellungs-/Pflegeprozess eine große Rolle. Ohne ausreichende Dokumentation kann nur schlecht oder überhaupt nicht beurteilt werden, ob die Prozess- und Produktanforderungen erfüllt werden.

Bei der Planung der Qualität eines Produkts sind die relevanten Qualitätsmerkmale mit ihren Grenz- und Zielwerten festzulegen. Dies erfolgt beispielsweise im Anforderungsdokument. Bei der Planung der Prozessqualität ist festzulegen, welche Dokumente mit welchen Qualitätsmerkmalen wann zu erstellen und zu prüfen sind. Dies wird im Qualitätsplan vermerkt. Ebenso ist festzuhalten, wie die Entwicklungsdokumente zu ändern sind. Es sind auch Maßnahmen (z.B. Audits) zu spezifizieren, die die Konsistenz zwischen dem lauffähigen System und seiner Dokumentation bei Wartungsaktivitäten sicherstellen. Dies kann entweder auch über den Qualitätsplan erfolgen oder bei größeren Projekten über den Konfigurationsmanagementplan. Bei der Qualitätslenkung wird das Entstehen der Dokumentation kontrolliert. Dies ist im Wesentlichen eine Managementaufgabe. Für diese Kontrollaufgabe ist es hilfreich, verschiedene Bearbeitungszustände von Dokumenten zu unterscheiden (z.B. in Definition, in Arbeit, in Abnahme, freigegeben).

Bei der Qualitätsprüfung wird festgestellt, in welchem Ausmaß die Qualitätsanforderungen an die Dokumentation erfüllt sind. Diese Qualitätsprüfung der Dokumentation erfolgt in der Regel in Form von speziellen Dokumentationsaudits. Sie gliedern sich in eine Prüfplanung, Prüfdurchführung und Auswertung der Prüfung.

Bei der Planung der Prüfung geht es darum, das Prüfobjekt, den Zeitaufwand und die Kosten der Prüfung festzulegen. Die Prüfziele werden als konkrete Anforderungen in Form von Ausprägungen der selektierten Qualitätsmerkmale definiert. Als Resultat der Planung liegt ein Prüfauftrag vor.

Bei der Durchführung der Prüfung geht es um die Konzeption des Prüfvorganges. Diese sollte im Prüfplan festgehalten werden. Ebenso muss die Bereitstellung von Hilfsmitteln und Werkzeugen veranlasst werden. Anschließend erfolgt der eigentliche Ablauf der Prüfung mit der Ermittlung und Dokumentation der Prüfergebnisse.

Bei der Auswertung der Prüfung werden die Prüfergebnisse analysiert, bewertet und in aussagekräftige Form gebracht. Der Abschluss der Prüfung erfolgt in der Regel durch einen Prüfbericht.

Die Auswahl der Anforderungen an eine qualitativ gute Dokumentation sollte sich an den heute bekannten Qualitätsmerkmalen orientieren. In [DGQ95] werden folgende Qualitätsmerkmale für Dokumente vorgeschlagen und deren Förderung durch konstruktive Maßnahmen erläutert:

  • Änderbarkeit

    Eignung von Dokumenten zur Ermittlung aller von einer Änderung betroffenen Dokumententeile und zur Durchführung der Änderung

  • Aktualität

    Übereinstimmung der Beschreibung des Programms in der Dokumentation mit dem jeweils geltenden Zustand des Programms

  • Eindeutigkeit

    Eignung von Dokumenten zur unmissverständlichen Vermittlung von Information an jeden Leser

  • Identifizierbarkeit

    Eindeutige Ansprechbarkeit der Teile von Dokumenten, die Angaben zu einem abgegrenzten Sachverhalt geben, die den Leser interessieren.

  • Normkonformität

    Erfüllung der für die Erstellung von Dokumenten geltenden Vorschriften und Normen

  • Verständlichkeit

    Eignung von Dokumenten zur erfolgreichen Vermittlung der darin enthaltenen Informationen an einen sachkundigen Leser

  • Vollständigkeit

    Vorhandensein der für den Zweck der Dokumentation notwendigen und hinreichenden Information

  • Widerspruchsfreiheit

    Nichtvorhandensein von einander entgegenstehenden Aussagen im Dokument

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Prozess- und Dokumentenqualität. Die Prozessmerkmale Vollständigkeit, Angemessenheit und Konsistenz werden auch als Dokumentationsmerkmale verwendet. Weiters ist es ratsam, zwischen der Inhaltsqualität und der für den Leser des Dokuments ebenso wichtigen Gestaltungsqualität zu unterscheiden.

Für die Bewertung dieser Merkmale schlagen wir eine Skala mit folgenden Stufen vor: ohne Mängel, leichte Mängel, schwere Mängel und ausschließende Mängel.

Es ist ratsam, die Mängel und Fehler, die bei Dokumentenprüfungen anfallen, zu zählen und zu klassifizieren. Damit lassen sich einfache Qualitätskenngrößen, z.B. Fehleranzahl pro Seite eines Dokuments, angeben und somit einfache quantitative Vorgaben für Qualitätsziele erstellen.


Inhaltsverzeichnis
DIN EN ISO 9001:2015

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