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Software-Qualität - Anforderungen

Anforderungen (requirement)

Requirements Engineering dreht sich um den Begriff der Anforderung sowie seine methodischen und technischen Implikationen für die Systemanalyse. Ein intuitives oder diskursives Verständnis des Begriffs haben Sie natürlich. Das Problem besteht aber darin, dass jeder eine eigene Vorstellung entwickelt hat. Fragen Sie einen Manager, er wird etwas relativ Abstraktes damit verbinden, etwa Ziele oder Visionen. Anwender hingegen haben dabei häufig Ideen zur Lösung ihres Problems im Kopf. Und Entwickler stellen gerne die Frage nach Anforderungen, die ihnen einen geeigneten Entwurf ermöglichen. Unterhalten sich nun alle drei über "Anforderungen", ohne jeweils genauer anzugeben, was sie damit meinen, missverstehen sie sich wahrscheinlich.

Mit der Klärung eines Begriffes eng verbunden sind die Fragen nach Abgrenzung und Unterscheidung. Was ist in unserem Sinne keine Anforderung mehr? Welche Arten von Anforderungen unterscheiden wir? In der Praxis stellt sich heraus, dass bei der Umsetzung einer Anforderung genau entschieden werden muss, in welchem Licht sie zu sehen ist. Dies bezieht sich erfahrungsgemäß insbesondere auf die Merkmale

  • echtliche Verbindlichkeit,
  • Priorität,
  • Art und
  • Detailstufe.

Die Charakterisierung der Anforderungen nach diesen Merkmalen hat sich in jedem unserer Projekte als hilfreich erwiesen. Sie können im Projekt als Checkliste dafür dienen, ob alle möglichen Anforderungen abgedeckt sind. Die Fragen hierfür lauten: "Welche Detailstufen sind notwendig und habe ich jeweils alle Anforderungen der Detailstufe?", "Welche Arten brauche ich und habe ich jeweils alle Anforderungen der Art?" und so weiter.

Die Definition von Anforderung

Eine Anforderung ist eine Aussage über eine zu erfüllende Eigenschaft oder zu erbringende Leistung eines Produktes, eines Prozesses oder der am Prozess beteiligten Personen.

Primäre Aufgaben einer Anforderung

Anforderungen dienen allen an der Systementwicklung Beteiligten als Kommunikations-, Diskussions- und Argumentationsgrundlage. Ihre Aufgabe ist es, das gemeinsame Verständnis und Wissen der Teammitglieder widerzuspiegeln.

Das Anforderungsdokument (die Menge beschriebener Anforderungen) stellt zudem eine Grundlage für die Ausschreibung und die anschließende Vertragsgestaltung dar. Ferner wird bei der späteren Abnahme das System basierend auf dem Anforderungsdokument getestet. Als zu beanstandender Fehler gilt dann nur noch eine Abweichung des Ist-Zustandes (wie reagiert das System tatsächlich?) gegenüber dem festgeschriebenen Sollzustand (den definierten Anforderungen) im Anforderungsdokument.
Die Bedeutung der Anforderungen beschränkt sich aber nicht ausschließlich auf den Zeitraum zwischen Anforderungserhebung und Abnahme des Systems. Vielmehr müssen Systemänderungen und Erweiterungen und die Integration mit anderen Systemen auf Basis der dokumentierten Anforderungen erfolgen.

Anforderungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Systemarchitektur des zu erstellenden Systems. Eine genaue Definition aller Anforderungen ist daher unumgänglich, wenn man zum Beispiel spätere "Performance-Überraschungen" vermeiden möchte.

Sagt jemand "Anforderung", so meint sie oder er häufig nur einen Teil der mit der Definition abgedeckten Bedeutung. Sie oder er versteht den Begriff dann als Forderung nach einer Leistung, die "das System" als ein Endergebnis einer Entwicklung erbringen muss. Der Begriff "Produkt" in der Definition meint jedoch mehr als nur "System" und umfasst zum Beispiel auch Abnahmekriterien, Handbücher, Protokolle, Planungsdokumente und so weiter. Dieser Ansatz folgt dem des V-Modells.

Stakeholder wollen aber gerne sichergehen, dass gewisse Regeln bei der Entwicklung eingehalten werden (Leistung oder Eigenschaft eines Prozesses), dass etwa ein definiertes Vorgehen verwendet wird. Oder dass die Systemingenieure eine bestimmte Qualifikation aufweisen (Eigenschaft einer am Prozess beteiligten Person). Auch diese Aspekte sind Anforderungen, die es im Rahmen der Entwicklung zu erfüllen gilt.

Methodisch und technisch können und sollen die Anforderungen an den Prozess und die beteiligten Personen ebenso behandelt werden wie Anforderungen an Produkte. Über sie muss Einigkeit herrschen, sie sollen vollständig, korrekt, testbar, klassifizierbar, konsistent, verstehbar, gültig und aktuell, realisierbar, notwendig, verfolgbar und bewertet sein. Natürlich können sie sich ändern, was leicht durchzuführen und jederzeit nachvollziehbar sein sollte, und so fort.

Vermutlich gibt es mehr unterschiedliche Klassifikationen von Anforderungen, als es Autoren zu diesem Thema gibt. Jedoch ist es für den Erfolg der meisten Projekte unabdingbar, Anforderungen mindestens bezüglich der vier oben genannten Aspekte zu unterscheiden. Bitte beachten Sie, dass eine Klassifikation nach diesen vier Merkmalen notwendig für den Projekterfolg ist, aber nicht hinreichend. Was dazu noch fehlt, hängt stark von den Umständen der Anforderungsanalyse und der weiteren Verwendung der Anforderungen ab.

Eine ganze Reihe weiterer Kriterien ist für eine Vielzahl von Projekten denkbar und sinnvoll, dies sind jedoch die wichtigsten, die in jedem Projekt verwendet werden sollten. Sie nicht zu verwenden, führt meist zu einem hohen Projektrisiko.

Chris Rupp, SOPHIST GROUP. Requirements-Engineering und -Management . Professionelle, iterative Anforderungsanalyse für die Praxis. 2., überarbeitete Auflage. Hanser 2002, S. 158-160.

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