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Soft Skills - Persönliche Kompetenz

Das Chaos bändigen: 15 Ordnungsmethoden (Teil 3)

7. Wahrer Luxus

Worum geht es?

Auf der Tischfläche staut sich das Papier, auf der Fensterbank stehen Tassen mit kaltem Kaffee, auf dem Sideboard liegen obdachlose CD-ROMs.
Auf dem Esstisch wächst der Papierberg aus Post, Programmheften und Werbeflyern, auf der Kommode breiten sich Fotos, Briefe und Dokumente aus, auf dem einen Stuhl liegen Kleider, auf dem anderen Zeitschriften. Kurzum: nirgendwo freie Flächen.

Horizontale Flächen üben eine starke Anziehungskraft aus. Überflüssiges wird von ihnen wie magnetisch angezogen. Was wir einst nur schnell ablegen wollten, wird zum Dauerlager. Diese haben mindestens zwei schlechte Eigenschaften:

  • Sie werden bald nicht mehr wahrgenommen, wir entwickeln einen blinden Fleck.
  • Sie haben die Tendenz, sich auszubreiten und zu wachsen. Im schlimmsten Fall werden diffuse Deponien und exotische Biotope daraus (Bild 3).
Bild 3. Biotope zwischen den Möbeln

Bild 3. Biotope zwischen den Möbeln

Wie gehe ich vor?

Halten Sie Flächen frei, so viel und so entschieden wie nur möglich. Erklären Sie Oberflächen zu Tabuzonen. Dazu gehören in erster Linie Arbeitsflächen (Küchenarbeitsplatte, Werkbank), Tischflächen (Schreibtisch, Esstisch, Couchtisch), Sitzflächen (Stuhl, Sofa, Bank) und Fensterbretter (Bild 4).

Die Literatur geht hier zum Teil noch weiter: Auch die obersten Abschlussflächen sind tabu. Frei bleibt die Fläche oben auf dem Kühlschrank, auf den Hängeschränken in der Küche, auf den raumhohen Bücherregalen, auf dem Kleiderschrank (Pohle 2003).

Bild 4: Tabuzonen

Bild 4: Tabuzonen

Die Strategie der freien Flächen umfasst noch weitere Punkte:

  • Den Zwischenraum zwischen den Möbelstücken freihalten (z. B. zwischen den Stühlen, zwischen Tisch und Regal, zwischen Regal und Sofa),
  • die Flächen und Ecken hinter den Türen komplett frei halten (keine Regenschirme, Kleiderhaken, Taschen, Mäntel etc.),
  • den Fußboden komplett frei halten (Bild 5).
Bild 5. Jetzt können Gäste kommen

Bild 5. Jetzt können Gäste kommen

Was bringt es?

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie Büroräume in Prospekten aussehen? Wie Arbeitszimmer und Wohnräume in Einrichtungskatalogen präsentiert werden? Sie sind nicht vollgestopft, im Gegenteil: Sie sind ziemlich leer. Je höher die Preiskategorie, desto auffälliger ist der Zusammenhang: Der wahre Luxus sind die freien Flächen! Die Räume der Chefetage sind daran zu erkennen, dass sie fast leer sind: freier Schreibtisch, freie Sitzecke, wenige frei stehende Möbel, freie Fensterbank mit leicht geöffnetem Fenster.

Ähnlich das Esszimmer im Designerkatalog: ein sparsam gedeckter und ansonsten leerer Tisch, eine freie einladende Sitzbank, ein freier Fußboden, und sonst: ...nichts!

Es ist paradox:

  • Nicht die vielen Dinge sind der Luxus, sondern die wenigen Dinge,
  • nicht das Volle ist der Luxus, sondern das Leere,
  • nicht die Fülle ist der Luxus, sondern die Freiheit.

Dieses Paradoxon gilt in besonderem Maße in der Überflussgesellschaft – in Mangelgesellschaften gelten andere Maßstäbe.

Der wahre Luxus ist die Leere!

  • Ein freier Fußboden vergrößert optisch den Raum (abgesehen davon, dass er die Unfallgefahr verringert und das Reinigen erleichtert).
  • Eine einzelne Rose, die auf einer leeren Fensterbank steht, kann endlich eine Rose sein.
  • Ein Möbelstück, das frei für sich stehen darf, ist eine „Persönlichkeit“, kann seine „persönliche Ausstrahlung“ richtig entfalten. Es ist, als würde es sagen: „Ich bin ein Stuhl“ (und kein Zeitschriftenkiosk oder Kleiderständer), „Ich bin ein Tisch“ (und kein Postschalter oder Altpapiercontainer).

Klare Oberflächen sind eine Wohltat für das Auge und steigern unser Wohlbefinden. Dies wird nicht nur Ihnen selbst zugutekommen, sondern auch Ihren Mitarbeitern, Kunden, Klienten und Gästen.

8. Aufrichten

Worum geht es?

Vergleichen Sie einmal: die Fläche Ihrer Matratze und die Fläche Ihrer Fußsohlen. Im einen Fall handelt es sich um die Fläche, die Sie einnehmen, wenn Sie liegen, im anderen Fall, wenn Sie stehen. Was schätzen Sie, wie oft passen Ihre Füße auf die Matratze?

Ähnlich verhält es sich in der Welt der Sachen: Ein liegendes Buch verbraucht mehr Fläche als ein aufrechtes, ein Blatt Papier verschlingt wesentlich mehr Fläche, wenn es horizontal liegt, als wenn es vertikal steht. Was schätzen Sie, wie groß ist der Unterschied?

Quizfrage: Schätzen Sie den Flächenverbrauch

  • 1. Matratze versus Fußsohlen: Faktor........?
  • 2. Blatt Papier, horizontal versus vertikal: Faktor.......?

Lösung *

Wie gehe ich vor?

Richten Sie die Dinge auf – von der Horizontalen in die Vertikale. Herumliegendes Papier gehört in Hängemappen und Ordner, herumlungernde Kataloge kommen senkrecht in Stehsammler, herumliegende Bücher werden in das Regal gestellt, herumliegende Post wird in der Letterbox wesentlich schlanker.

Aus dem gleichen Grund können Sie Dinge auch hängen: den Topf an die Stange, die Schere an den Haken, den Besen an die Wand.

Was bringt es?

Sie gewinnen Fläche, und zwar enorm viel. Dies gilt nicht nur für den Tisch und das Regal, sondern auch für den Fußboden: Alles, was an der Wand hängt, kann nicht mehr im Weg herumstehen. Die freie Bodenfläche vergrößert optisch den Raum und erleichtert auch das Sauberhalten.

Ein weiterer Vorteil der Senkrechten: unproduktive Stapel lösen sich auf. Türme und Berge aus totem Material werden zum Leben erweckt. Stapel haben nämlich eine bedrückende Eigenschaft: Sie verschütten die Dinge unter sich. Alles, was nicht ganz oben liegt, ist geradezu begraben. Mal ganz ehrlich: Wissen Sie noch, was „da unten“ alles sein Dasein fristet? Also: Bringen Sie es ans Licht! Richten Sie es auf!

Stapel sind erdrückend: Sie verschütten Flächen und begraben Material. Ob Zeitschriften, Papier, Bücher, Briefe oder Fotos: Stapel sind letztlich Material-Friedhöfe. Deshalb sind sie auch so deprimierend, finden Sie nicht?

Lösen Sie Stapel auf, indem Sie alles in die Senkrechte bringen. Nach dem Motto: Von links nach rechts, statt von oben nach unten!

* Lösung
Frage 1: Faktor 30; Frage 2: Faktor 3000

Anne Brunner, Ordnung ins Chaos , Hanser 2007, S. 53-58

DIN EN ISO 9001:2015

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