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Soft Skills - Persönliche Kompetenz

Das Chaos bändigen: 15 Ordnungsmethoden (Teil 1)

Ordnung führt zu allen Tugenden.
Was aber führt zur Ordnung?

Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799)

Bild 1. Der große Berg lähmt – die kleinen Stufen motivieren

Bild 1. Der große Berg lähmt – die kleinen Stufen motivieren

Oft sitzen wir vor dem Chaos wie vor einem großen, unüberwindlichen Berg. Die folgenden Methoden sind Stufen, auf denen Sie wie auf einer Treppe hinaufsteigen können, Schritt für Schritt, statt vor einem Berg stehen zu bleiben (Bild 1).


1. Oasen schaffen

Worum geht es?

  • Szene 1: Er weiß gar nicht, wo er anfangen soll. Die Ablagen quellen über, die Schubladen klemmen und der Schreibtisch ist unter Papierstapeln verschwunden.
  • Szene 2: Ihr geht es ähnlich. Wenn sie abends nach Hause kommt, graut ihr schon vor dem Drunter und Drüber: herumliegende Taschen am Eingang, Papier und Zettel auf dem Esstisch, Krempel auf der Couch.

Beide haben eines gemeinsam: den großen Plan. Schon lange schieben sie ihn vor sich her: die ganz große Entrümpelungsaktion, das totale Ausmisten, das komplette Reinemachen. Doch in beiden Fällen ist dasselbe Ende vom Lied: Nichts geschieht.

Wie gehe ich vor?

Fangen Sie klein und leicht an! Suchen Sie sich eine Einheit, die überschaubar und in sich abgeschlossen ist: eine Schublade, eine Ablage, einen Aktenordner, ein Regalbrett im Bücherschrank, eine Kiste mit technischem Krimskrams, eine Rubrik im Kleiderschrank (z. B. T-Shirts). Diese eine Einheit knüpfen Sie sich jetzt vor, und zwar von A bis Z. Lassen Sie sich nicht unterbrechen oder ablenken, ziehen Sie es durch. Wählen Sie etwas, das Sie in ein bis drei Stunden entrümpeln können.

Was bringt es?

Sich gleich das ganze Büro, die ganze Wohnung oder den ganzen Keller vorknöpfen, das kann lähmen. Wenn Sie klein beginnen, reduzieren Sie die Hemmschwelle. Sie schaffen sich eine Wohlfühl-Insel, die künftig zur Tabuzone erklärt wird. Hier gelten nun andere Gesetze: kein Zutritt für Krempel, Kram und Kinkerlitzchen! Hat man erst einmal die frische Luft geschnuppert, die über diese Insel weht, will man meist mehr davon. Wie nach einem Fastentag merkt man schnell, dass der errungene Gewichtsverlust guttut. Endlich weniger Ballast, endlich wieder einen klaren Kopf, endlich wieder Durchblick!

Das macht Lust auf mehr. Warum nicht einfach weitermachen?

Für Fortgeschrittene
In einem fortgeschrittenen Stadium werden die Inseln immer größer. Eine ideale „Trauminsel“ ist ein Zimmer, das Sie sich vorgenommen haben. Inmitten des Tohuwabohus betreten Sie eine andere Welt, wie eine Oase im tosenden Meer der Sachen.

2. Auf den Kopf stellen

„... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne . . .“
Hermann Hesse

Worum geht es?

Er hat sich die oberste Schublade am Schreibtisch vorgenommen. Vorsichtig öffnet er sie – es klemmt etwas – der Anblick ist relativ erschlagend. Er nimmt ein paar Teile heraus, betrachtet sie und legt sie dann ratlos wieder hinein. Diesmal nur etwas weiter nach hinten. Nein, so kommt er nicht weiter.

Wie gehe ich vor?

Alles muss raus! Stellen Sie die Schublade auf den Kopf, räumen Sie das Regalbrett komplett leer. Bilden Sie einen Haufen – auf einer freien Fläche (falls noch vorhanden), auf einem leeren Tisch (falls es den noch gibt), notfalls auf dem Fußboden.

Was bringt es?

Zugegeben: Die amorphe Masse vor Ihnen ist nicht gerade ermunternd. Doch wo gehobelt wird, fallen Späne. Die gute Nachricht: Die Schublade ist zum ersten Mal seit ewiger Zeit leer. So war es damals, als Sie das Büro bezogen bzw. die Wohnung eingerichtet hatten. Jetzt haben Sie eine einmalige Chance: neu anfangen, zumindest im Kleinen.

Wo gehobelt wird, fallen Späne.

3. Glänzende Aussichten

Worum geht es?

Die leere Schublade, die leere Ablage oder das leere Regalbrett ist wahrscheinlich mit einer Schmier- und Schmutzschicht bedeckt. Eine Staubwolke liegt in der Luft, ebenso ein leicht modriger Geruch.

Wie gehe ich vor?

Machen Sie klar Schiff! Ein Eimer warmes Wasser (mit einem Schuss Flüssigseife oder Essigreiniger) wirkt Wunder.

Was bringt es?

Erstmals seit langer Zeit glänzen die Flächen wie neu und belohnen Sie mit einer frischen Duftnote. Dies ist nicht nur eine sinnliche Wohltat. Sie überlegen sich außerdem dreimal, was und wie viel nun auf diesen kostbaren Platz zurückdarf.

4. Der Härtetest

Worum geht es?

Der ganze „Salat“ liegt nun vor Ihnen. Das ist gut so, denn er zwingt Sie, zu handeln. Je mehr Sachen sich angesammelt haben, desto größer ist die Herausforderung. Jetzt hilft nur eines: nach einer klaren Strategie vorgehen (Kingston 2006, Pohle 2004).

Wie gehe ich vor?

Nehmen Sie jedes einzelne Teil (Büromaterial, technische Kleinteile, Besteck oder was es ist) in die Hand und unterziehen Sie es einer Prüfung – und zwar im Hinblick auf seine Daseinsberechtigung. Jedes Teil wird befragt:

  • Brauche ich dich wirklich?
  • Habe ich dich nicht schon?
  • Bist du noch auf dem aktuellen (technischen) Stand?
  • Erleichterst du mir die Arbeit/den Alltag, bist du mir eine Hilfe?
  • Bereicherst du mein Arbeitsleben/mein Alltagsleben?
  • Gibst du mir Energie, gibst du mir Kraft?
  • Gibst du mir Lebensfreude, machst du mich froh?
  • Muss ich dich unbedingt aufbewahren?

Jedes Nein ergibt einen Minuspunkt. Ab zwei Minuspunkten hat das jeweilige Teil die Prüfung nicht bestanden, ist also durchgefallen – und damit „fällig“.

Der Härtetest in Kürze

  • Brauche ich dich wirklich?
  • Habe ich dich nicht schon?
  • Gibst du mir Kraft, machst du mich froh?

Was bringt es?

Mit etwas Übung werden Sie diese Fragen auf einen Blick beurteilen und im Schnelldurchgang abhaken. Der Test gibt Ihnen Kriterien an die Hand und hilft Ihnen, systematisch vorzugehen.

Die Frage nach der Nützlichkeit ist natürlich wichtig. Wann haben Sie das Teil zum letzten Mal gebraucht? Wann werden Sie es voraussichtlich das nächste Mal brauchen? Mal ganz ehrlich – und realistisch.

Mindestens ebenso wichtig sind die Fragen danach, welche Wirkungen das Ding auf Sie ausübt. Achten Sie einmal darauf: Gibt es Ihnen Energie, baut es Sie auf? Oder „zieht es runter“, fühlen Sie sich erschöpft oder verspannt?

Fühlen Sie sich davon inspiriert, ist es schön anzusehen, weckt es positive Assoziationen? Oder erinnert es Sie an eine Enttäuschung, an ein deprimierendes Erlebnis?

Dabei sollten Sie unterscheiden zwischen dem, was Ihr Verstand sagt, und dem, was Ihr Körper sagt. Oft gehen diese Aussagen auseinander: Der Kopf sagt „Hü“, der Körper „Hott“. Die körperlichen Reaktionen sind wichtige Signale, die Ihr limbisches Gehirn sendet: der ältere Teil des Gehirns, in dem die Emotionen verarbeitet werden. In der psychosomatischen Medizin werden diese Botschaften „somatische Marker“ genannt. Ob Müdigkeit, Muskelverspannungen oder Kopfschmerzen: Nehmen Sie die Signale ernst! Im Zweifelsfall hat Ihr Körper das letzte Wort.

Somatische Marker
Achten Sie auf die Signale der somatischen Marker, also auf die psychosomatischen Reaktionen, die ein Ding bei Ihnen auslöst.

Wichtige Fragen

  • Nützlichkeit: Wann habe ich das Teil zum letzten Mal benutzt? Wann werde ich es wieder brauchen?
  • Somatische Marker: Gibt es mir Kraft? Macht es mir Freude?

Nun stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Wohin mit den einzelnen Dingen?

Anne Brunner, Ordnung ins Chaos , Hanser 2007, S. 39-45

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