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Soft Skills - Methodische Kompetenz

Das Repertoire (Teil 1)

Auszug aus
Helmut Wagner

Perfekt sprechen

Herausgeber: Anne Brunner
05/2007, € 4,99
ISBN: 978-3-446-41313-9
S. 29-33

Das Repertoire ist die Gesamtheit der kommunikativen Fähigkeiten, der begrenzte Vorrat an Möglichkeiten, über die jeder Sprecher verfügt. Alle diese Verhaltenselemente sind über Jahre hinweg gesammelt, ausgebaut und erprobt worden. Dahinter steht ein permanenter sozialer Lernprozess. Aus den Reaktionen unserer Mitmenschen auf unsere Äußerungen entnehmen wir Hinweise darauf, was gut ankommt oder was Irritationen oder Ablehnungen hervorruft.

Das Repertoire ist praxiserprobt. Da wir viele Jahre damit gearbeitet haben, ist es auch gut eingeübt. Der Versuch, schnelle Veränderungen einzuführen, trifft auf stabile Gewohnheiten. Wir bemerken es beispielsweise an den geringen Trainingsfortschritten bekannter Politiker, die trotz Medienberatern und Kommunikationstrainern bestimmte störende Eigenarten nicht ablegen können. Das Repertoire ist aber so umfangreich, dass in jedem Moment nur eine winzige Stichprobe erscheinen kann.

Besser als der Versuch, Neues einzuführen und Altes gegen den Gewohnheitsdruck wegzulassen, ist die Erkundung dessen, was schon verfügbar ist, und die gezielte Verstärkung dessen, was uns und anderen gut gefällt. Was wir alles können, erfahren wir erst nach und nach, wenn wir verschiedene Aufgaben aufgreifen, die unterschiedliche Elemente aufrufen.

Versuchen Sie, das Beste aus Ihrem Repertoire herauszuholen.

Wörter und Stimme

Wortschatz

Das meiste, was es zu sagen gibt, lässt sich mit den 2000 meistgebrauchten Wörtern ausdrücken. Dazu kommen einige hundert Fachwörter, die Kompetenz darstellen. Den Wortschatz auszubauen ist nicht einfach. Lesen oberhalb der Comic- und Boulevard-Ebene kann hierbei helfen.

Manche Wörter verwenden wir häufiger als andere. In der Regel sind es kleine Wörtchen ohne starke Aussage. Meist könnten sie ohne Verlust für den Sinn der Aussage weggelassen werden. Das sind Wörtchen wie „einfach“, „direkt“, „eigentlich“, „eben“, „praktisch“.

Es ist eben einfach praktisch, an Stellen, an denen direkt eine kleine Denkpause gebraucht wird, eines dieser Wörtchen praktisch als Pausenfüller einzubauen. Klingt einfach gut und verbraucht eigentlich keinen Denkaufwand. Wenn man darauf achtet, bemerkt man direkt, wie sich beim Landen auf einem dieser Lieblingswörtchen momentan einfach eine kleine Erleichterung ausbreitet. Dagegen ist praktisch wenig einzuwenden, solange es eben nicht überhandnimmt und den Hörern irgendwann direkt störend bewusst wird.

Besonders gefährlich sind die verschraubteren, seltenen Füllwörtchen wie „sozusagen“ und „gewissermaßen“.

Aufgrund ihrer Seltenheit sind diese Wörtchen gewissermaßen schon beim zweiten Auftauchen als sprachliche Schrulle erkennbar. Sie leiden sozusagen unter ihrer eigenen Seltenheit. Und ein ganz kleines vergiftetes Wörtchen sollte man eigentlich unbedingt vermeiden, weil es praktisch jede Aussage entwertet: das Wörtchen „halt“. Es macht einfach einen großen Unterschied, ob ich ins Kino gehe (weil mich der Film interessiert), oder ob ich halt ins Kino gehe (weil mir gerade nichts Besseres einfällt). Also Vorsicht vor dem Miesmacherwörtchen „halt“!

Weil es sich bei jedem Sprecher praktisch nur um ein bis zwei dieser Vokabeln handelt, lässt sich ihre sozusagen übermäßige Verwendung eigentlich doch ganz gut unter Kontrolle halten.

Versuchen Sie es halt.

Weg mit den gewohnheitsmäßigen Füllwörtern!

Stimme

Zur Grundausstattung gehört auch die Stimme und wie wir sie einsetzen. Natürlich gibt es dabei eine große Streuung. Wer von der Natur mit einer lauten Stimme ausgerüstet wurde, wird sich leichter tun, viele Zuhörer mit geringer Anstrengung zu erreichen. Und wer über eine tiefe Stimme verfügt, besitzt damit zugleich einen Aufmerksamkeitsbonus gegenüber den helleren Stimmlagen. Das erklärt, warum es Frauen mit helleren Stimmen schwerer haben, in Diskussionsrunden gleichberechtigt zu Wort zu kommen. Warum das so ist? Weil die Länge der Stimmbänder mit der Körpergröße zunimmt, mit der Länge der Stimmbänder aber die Stimmfrequenz absinkt. Die Faustregel lautet also: tiefe Töne, große Tiere. Und auf große Tiere sollte man achten. Eine von Natur aus hellere und leisere Stimme ist aber keine Entschuldigung dafür, die Zuhörer nicht ausreichend akustisch zu versorgen. Im Gegenteil. Dieses Handicap sollte durch verstärkte Sendeleistung ausgeglichen werden. Hilfreich zur Anhebung der Lautstärke ist der Auftrag, die am weitesten Entfernten anzusprechen.

Die Zuhörer, die der Sprecherin ihre Zeit und Aufmerksamkeit schenken, haben einen Anspruch auf ausreichende Versorgung.

Gegen dieses zentrale Gebot verstoßen auch die Schnellsprecher. Sie verlangen schon in den einfacheren Passagen viel von ihren Zuhörern. Unglücklicherweise steigert sich die Geschwindigkeit genau dort, wo die Schwierigkeiten zunehmen und die Sprecher das Bedürfnis verspüren, möglichst schnell durch die Gefahrenzone zu kommen. Man könnte beinahe einen Merksatz daraus gewinnen, der etwa so lauten würde: Stress verstärkt die Macken. Die meisten Schnellsprecher wissen, dass sie hier ein Problem haben. Sie sagen dann, sie hätten schon oft versucht, ihr Tempo zu reduzieren, aber es ginge eben einfach nicht. Wie kann ihnen geholfen wer den? Ein brauchbarer Ansatz ist der Auftrag: Lauter sprechen! Lauter zu sprechen ist für einen gelernten Schnellsprecher einfacher, als langsamer zu sprechen. Weil es aber wirklich anstrengend ist, zugleich schnell und laut zu sprechen, nimmt mit erhöhter Lautstärke beinahe automatisch die Sprechgeschwindigkeit ab. Ausprobieren!

Für die Leisen: Versuchen Sie, die Person zu erreichen, die am weitesten wegsitzt.
Für die Schnellen: Versuchen Sie, lauter zu sprechen.

Auszug aus
Helmut Wagner

Perfekt sprechen

Herausgeber: Anne Brunner
05/2007, € 4,99
ISBN: 978-3-446-41313-9
S. 29-33
DIN EN ISO 9001:2015

Zum ISO 9001:2015 Special

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