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Recht / Normen - Zertifizierung

Zertifizierung

Auszug aus
Joachim Herrmann, Holger Fritz

Qualitätsmanagement - Lehrbuch für Studium und Praxis

08/2016, 352 Seiten, € 30,00
ISBN: 978-3-446-44043-2
S. 250 - 255

Industrieunternehmen und auch einige Behörden fordern von ihren Lieferanten den Nachweis der Anwendung einer allgemeinen oder branchenspezifischen Qualitätsmanagementnorm.

Dadurch soll erreicht werden, dass die Voraussetzung für die Qualitätsfähigkeit des Lieferanten gegeben ist. Es wird Vertrauen in die Qualität der Produkte geschaffen sowie die Basis für eine kontinuierliche Verbesserung gelegt.

Der Nachweis der Anwendung einer Norm wird dabei durch eine sogenannte Zertifizierung erbracht. Diese basiert auf Audits, die von einer Konformitätsbewertungsstelle durchgeführt werden. Dabei sind Konformitätsbewertungen vielfältig anwendbar, wie die folgende Definition verdeutlicht:

Konformitätsbewertung: Darlegung, dass festgelegte Anforderungen bezogen auf ein Produkt, einen Prozess, ein System, eine Person oder eine Stelle erfüllt sind.

Anmerkung 1: Konformitätsbewertung schließt Tätigkeiten, die in dieser internationalen Norm an anderer Stelle definiert sind, ein, wie Prüfen, Inspektion und Zertifizierung sowie die Akkreditierung von Konformitätsbewertungsstellen.

Anmerkung 2: Die in dieser Norm benutzte Benennung „Gegenstand der Konformitätsbewertung“ oder „Gegenstand“ umfasst jeden Werkstoff, jedes Produkt, jede Anlage, jeden Prozess, jedes System, jede Person oder Stelle, welche der Konformitätsbewertung unterliegen. Eine Dienstleistung ist durch die Definition Produkt erfasst.

(DIN EN ISO/IEC 17000:2005)

In derselben Norm wird der Begriff Zertifizierung definiert, der eng mit dem Begriff Bestätigung zusammenhängt:

Zertifizierung: Bestätigung durch eine dritte Seite, bezogen auf Produkte, Prozesse, Systeme oder Personen.

Anmerkung: Zertifizierung ist auf alle Gegenstände der Konformitätsbewertung anwendbar mit Ausnahme von Konformitätsbewertungsstellen selbst, für die die Akkreditierung gilt.

(DIN EN ISO/IEC 17000:2005)

Bestätigung: Erstellen einer Konformitätsaussage auf der Grundlage einer Entscheidung, die der Bewertung folgt, dass die Erfüllung festgelegter Anforderungen dargelegt wurde.

Anmerkung: Die sich ergebende Aussage, in dieser internationalen Norm als „Konformitätsaussage“ bezeichnet, vermittelt die Sicherheit, dass die festgelegten Anforderungen erfüllt werden. Eine solche Bestätigung ist für sich allein keine vertragliche, gesetzliche oder anderweitige Garantie.

(DIN EN ISO/IEC 17000:2005)

Als Zertifizierung bezeichnet man somit die Bestätigung der Übereinstimmung (Konformität) eines Gegenstandes mit festgelegten Anforderungen durch eine unabhängige Konformitätsbewertungsstelle. Für diese ist auch der Begriff Zertifizierungsstelle gebräuchlich. Auch eine Zertifizierungsstelle wird einer Konformitätsbewertung unterzogen. Die Anforderungen dafür sind in der DIN EN ISO/IEC 17021:2006 „Konformitätsbewertung – Anforderungen an Stellen, die Managementsysteme auditieren und zertifizieren“ festgelegt. Diese Konformitätsbewertung wird laut DIN EN ISO/IEC 17000:2005 als Akkreditierung bezeichnet.

Aufgaben der Zertifizierungsstellen

Aufgabe der Zertifizierungsstellen ist die Bestätigung der Einhaltung von Anforderungen an Personen, Produkte, Prozesse oder Systeme, z. B. auf der Basis von Audits oder Inspektionen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem gesetzlich geregelten Bereich und dem nicht gesetzlich geregelten Bereich.

Für den gesetzlich geregelten Bereich werden Akkreditierungen der Zertifizierungsstellen in gesetzlichen Vorschriften gefordert, und auch die durch die Zertifizierungsstelle zu überprüfenden Anforderungen stammen zumindest teilweise aus solchen Vorschriften. Das betrifft z. B. Medizinprodukte.

Im nicht gesetzlich geregelten Bereich kann jede beliebige Person oder Einrichtung ein Zertifikat ausstellen und in diesem beispielsweise bescheinigen, dass ein Unternehmen ein Qualitätsmanagementsystem in Übereinstimmung mit der ISO 9001 eingeführt hat. Ein solches Zertifikat hat jedoch keinen Wert, da es von einer nicht vertrauenswürdigen Stelle ausgestellt wurde. Wert erhält es nur, wenn es im Zuge einer akkreditierten Zertifizierung entsteht, d. h., wenn die Zertifizierungsstelle akkreditiert ist. Erkennbar ist eine akkreditierte Zertifizierung an einem auf das Zertifikat gedruckten Zeichen der Akkreditierungsstelle sowie einem Akkreditierungsvermerk.

Den Ablauf einer Zertifizierung wollen wir am Beispiel der Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen erläutern. In vergleichbarer Weise läuft die Zertifizierung auch für andere Managementsysteme (z. B. für Umwelt- oder Arbeitsschutz) ab.


Inhaltsverzeichnis
Auszug aus
Joachim Herrmann, Holger Fritz

Qualitätsmanagement - Lehrbuch für Studium und Praxis

08/2016, 352 Seiten, € 30,00
ISBN: 978-3-446-44043-2
S. 250 - 255
Literaturhinweis

DIN EN ISO/IEC 17025 (2005): Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Berlin: Beuth.

IAF MD 1 (2007): IAF Mandatory Document for the Certification of Multiple Sites Based on Sampling. Cherrybrook: International Accreditation Forum Inc.

IAF MD 5 (2009): IAF Mandatory Document for Duration of QMS and EMS Audits. Cherrybrook: International Accreditation Forum Inc.

ISO (2010): The ISO Survey of Certifications – 2009. International Organization for Standardization [CD- ROM]. Genf: ISO Store

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