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Recht / Normen - Risikomanagement

Assessment innovativ

Prozessqualität auf der Grundlage unternehmerischen Denkens beurteilen

Die regelmäßige externe Auditierung mehrerer Management-Referenzsysteme kann im Unternehmen Auditverdrossenheit erzeugen und den kontinuierlichen Verbesserungsprozess schwächen. Im Rahmen einer Reorganisation des Qualitätssystems integrierte ein Hersteller von Elektroprodukten seine Managementsysteme und entwickelte und realisierte eine neue Assessment-Methodik.

Doch der Geschäftserfolg basiert auf dem internationalen Zusammenwirken von Prozessen, wie z.B. Entwicklung, Fertigung, Marketing und Dienstleistung. Der immer geringer werdende Beitrag von Verbesserungsmaßnahmen aus Audits heraus veranlasste die Geschäftsleitung zu dem Auftrag, eine Reorganisation des Qualitätssystems vorzunehmen. Folgende Ziele sollten erreicht werden:

  • Zusammenfassung aller bestehenden Referenzsysteme,
  • Beschränkung auf ein einziges Handbuch zu den Geschäftsprozessen,
  • Minimierung der Zahl interner Audits,
  • Erfassung der Referenzsysteme in den Audits mit einer integralen Sichtweise,
  • Integration der Audits in die Projektplanung,
  • möglichst rasche Vorstellung, Implementierung, Anwendung sowie Unterziehung des neuen Systems der gewohnten externen Auditprozedur zwecks Zertifizierung.

Die wichtigste Forderung überhaupt lautete jedoch:

  • Die neue Vorgehensweise soll der Geschäftsleitung jene Daten liefern, die für das tägliche Geschäftsleben hilfreich sind.

Das ist die Forderung nach der unternehmerischen Grundlage eines strategischen Qualitätsmanagements.

Die Frage nach der unternehmerischen Grundlage

Für die angewandten Referenzsysteme ist im Laufe der Zeit eine Korrelationsliste (Element X des Systems A entspricht Element Y des Systems B) entstanden. So bestand die erste Idee darin, eine Zusammenfassung der bestehenden Referenzsysteme über eine Zusammenfassung der Audit-Fragen zu versuchen. Dies stellte sich bald als Sackgasse heraus. Ein völlig neuer Ansatz musste gefunden werden. Er wurde aus der wichtigsten Forderung, nämlich nach der unternehmerischen Grundlage, abgeleitet. Diese lautet vereinfacht und als Fragen formuliert (Tabelle 1):

Tabelle 1. Beispiele, aus welchen unternehmerischen Forderungen die vier Assessment-Aspekte abgeleitet werden können. Alle vier Aspekte bieten die unternehmerische Grundlage eines Geschäftslebens volständig ab.

Tabelle 1. Beispiele, aus welchen unternehmerischen Forderungen die vier Assessment-Aspekte abgeleitet werden können. Alle vier Aspekte bieten die unternehmerische Grundlage eines Geschäftslebens volständig ab.

  • Gibt es etwas zu verkaufen (Basis)?
  • Wird es ohne Probleme hergestellt (Effektivität)?
  • Wird es mit den geringsten Kosten hergestellt (Effizienz)?
  • Lässt sich daran und damit am Geschäftserfolg noch etwas verbessern (Verbesserungspotenzial)?

Basis bedeutet, dass das Unternehmen seine Existenz auf ein Produkt, eine Dienstleistung usw. stützt. Erforderlich dafür ist, dass der zu diesem Produkt führende und zu bewertende Prozess beschrieben, installiert, angewendet, überwacht und überprüft ist. In dieser Interpretation liegt ein deutlicher Bezug zu den ISO 9000-Normen. Zu diesem Aspekt gehören je nach Teilprozess Begriffe wie:

  • Verantwortung der obersten Leitung,
  • Qualitäts- und Umweltpolitik,
  • Kundenpolitik,
  • Prozess- und Produkt-Qualitätszielsetzungen,
  • Fortschrittskontrolle,
  • Management Review,
  • Risk Management,
  • Prioritätensetzung,
  • Berichtswesen,
  • Umsetzung von Verbesserungspotenzialen usw.

Effektivität bedeutet, dass der Prozess zur Erzeugung der Basis zu 100 Prozent wirksam für die Zielerreichung ist. Hierzu zählen Begriffe wie:

  • Prozessmanagement,
  • Prozessmaturity,
  • interne und externe Schnittstellen zu Lieferanten und Kunden,
  • Prozessregeldaten,
  • Ergebnisse,
  • Kommunikation usw.

Effizienz bedeutet, dass der Prozess so wirtschaftlich wie möglich abläuft, also mit dem geringsten (finanziellen) Aufwand. Hierzu zählen Begriffe wie:

  • Ressourcenmanagement (Personen, Finanzen usw.),
  • Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit,
  • Motivation,
  • Infrastruktur,
  • Arbeitsplatzumgebung,
  • Dienstleistungen,
  • Meetings usw.

Verbesserungspotenzial bedeutet, dass der Prozess verbesserbar, d.h. der Marktsituation anpassbar ist. Voraussetzung dafür ist: Der Prozess ist überprüft, analysiert und fähig zur Verbesserung. Dies umfasst

  • Prozessdatenerfassung,
  • Audit-/Assessment-Ergebnisse,
  • Problemanalysen,
  • Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen,
  • Rückverfolgbarkeit,
  • alle Arten von Tests,
  • Benchmarking usw.

Der Vorteil dieser vier Aspekte liegt darin, dass sie nicht diskutierbar sind. Jeder Mitarbeiter versteht sie sofort und kann sich damit identifizieren. Es sollte daher genügen, einen Prozess nach diesen vier Aspekten abzufragen und zu bewerten.


Inhaltsverzeichnis

Dipl.-Ing. Bernd Zechmeister, geb. 1944, studierte Nachrichtentechnik an der TU Wien. Anschließend war er drei Jahre bei der Österreichischen PTT für digitale Telefonie tätig. Seit 1980 ist er Mitarbeiter bei der Österreichischen Philips Industrie GmbH, wobei er Leitungsfunktionen in der Softwareentwicklung für digitale Telefonie in den Niederlanden und in der Entwicklung von Diktiergeräten in Österreich innehatte. Im Bereich Audio Wien war er ab 1990 Manager für Softwarequalität und Softwaretest sowie ab 1994 Auditor/ Assessor für Prozessqualität. Heute ist er in einer Stabsfunktion Manager für Prozessqualität in der Entwicklung.

Bernd Zechmeister. Assessment innovativ. In: QZ 4/2000 , S. 404-409.

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