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Recht / Normen - Branchenspezifische Anforderungen an QM-Systeme

Qualitätsmanagement im Krankenhaus – KTQ oder ISO 9001?

Auch ohne Zertifizierungspflicht lassen sich zahlreiche Kliniken ihr QM-System nach dem speziell auf das Gesundheitswesen zugeschnittene Regelwerk KTQ oder nach der branchenübergreifenden Qualitätsnorm ISO 9001 zertifizieren. Beide Systeme verfolgen die gleichen Ziele, doch es gibt Vor- und Nachteile.

Tabelle 1: Entwicklung krankenhausspezifischer Kennzahlen (Quelle: Destatis 2013)

Die Daten sind eindeutig: Zwischen 1991 und 2011reduzierte sich die Zahl der Krankenhäuser um etwa 15 Prozent, während die Zahl der Patienten um etwa 25 Prozent stieg. Annähernd verdoppelt haben sich jedoch die Kosten der Ausgabenträger (Tabelle 1). Das erklärte Ziel heißt also: Kosten senken! Aber wie?

Rechtliche Verpflichtung zu QM

Am 21. Juni 2005 beschloss der Gemeinsame Bundesauschuss gemäß § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 SGB V, dass nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser ein internes Qualitätsmanagement implementieren müssen. Die obersten Ziele: Wirtschaftlichkeit und Patientenwohl. Diese Vereinbarung soll demnächst überarbeitet werden und in einer für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens einheitlichen Fassung neu erscheinen. Doch wie steht es um deren Bereitschaft, ihre QM-Systeme auch zertifizieren zu lassen?

Tabelle 2: Zertifizierte QM-Systeme, Tendenz

KTQ noch vor ISO 9001

Krankenhäuser lassen sich in drei Kategorien einteilen: solche mit zertifizierten QM-Systemen nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) oder ISO 9001, sowie die Kliniken ohne Zertifizierung. Eine seriöse Einschätzung der prozentualen Anteile ist allerdings schwer (Tabelle 2). KTQ gibt die Zahl der Krankenhäuser, die über ein Zertifikat nach KTQ verfügen, auf ihrer Webseite mit 523 an (Stand Juni 2013). Zahlen zu ISO 9001 sind dagegen nicht veröffentlicht.

KTQ – mehr Re-Zertifizierungen als Erst-Zertifikate

Die Zahl der Krankenhäuser mit einem Erstzertifikat nach KTQ ist nach einem Boom in den Jahren von 2002 bis 2009 wieder rückläufig und stagniert seit einiger Zeit bei etwa 520 Einrichtungen (Bild 1). Gründe für diesen Rückgang sind nicht bekannt. Der Großteil der KTQ-Zertifikate resultiert jedoch fast ausschließlich auf Re-Zertifizierungen: Von den 31 im ersten Quartal 2013 an Krankenhäuser vergebenen KTQ-Zertifikaten sind 30 Re-Zertifizierungen. Je nach Quelle schwankt diese Quote zwischen 75 und 80 Prozent.

Bild 1: Entwicklung Zertifizierungen nach KTQ

Zahlen zu ISO 9001

Gleichzeitig belegen Aussagen von Krankenhäusern und Zertifizierern eine Zunahme von ISO 9001 im Krankenhaus, auch wenn dies nicht direkt mit Zahlen belegbar ist. Eine eigene Schätzung auf Grundlage einer Internetrecherche geht von bis zu 350 Krankenhäusern aus, allerdings ist unklar, wie sich dabei Zertifizierungen einzelner Abteilungen und Gesamtzertifizierungen kompletter Einrichtungen verteilen. Auch gibt es Überschneidungen, zum Beispiel wenn das Krankenhaus selbst nach KTQ, die Küche und der Reinigungsdienst aber nach ISO 9001 zertifiziert sind.

Vorteile von ISO 9001 gegenüber KTQ

Gründe für die Zunahme von ISO 9001 sind Anwendern zufolge vor allem die guten Entwicklungsmöglichkeiten. Zwar sei ein QM-System nach KTQ beim Einstieg einfacher, etwa wegen der verständlichen Sprache und der überschaubaren Abarbeitung von Punkten, jedoch enthalte es auch aufwändige Dokumentationspflichten (Selbstbewertungsberichte). Zudem spielten die Kosten eine Rolle: Während diese für eine Erstzertifizierung noch einigermaßen vergleichbar sind, schlägt eine Rezertifizierung bei ISO 9001 deutlich geringer zu Buche, wie das Beispiel in Tabelle 3 zeigt.

Tabelle 3:Zertifizierungskosten für eine Musterklinik mit 230 Mitarbeitern, 3 Fachabteilungen und 3.300 Fällen (Quelle: DQS GmbH)

Ergänzende Systeme für KTQ und ISO 9001

Über die beiden zertifizierten Systeme hinaus gibt es weitere Regelwerke, die entweder zusätzlich implementiert werden oder aufden QM-Systemen aufbauen. Sie betreffen vorrangig den Bereich Risikomanagement, zum Beispiel die ISO 31000 (kann zurzeit nur nach der ÖNorm ISO 49001 zertifiziert werden) und seit kurzem auch die ISO 15224, als „Risiko-Ergänzung“ zur ISO 9001.Während QM-Beauftragte Interesse signalisieren, haben manche Klinikleitungen (noch) finanzielle Vorbehalte. Die Erfahrungen dazu sind also noch nicht sehr umfangreich.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten, wie sich das Nierenzentrum Heidelberg nach ISO 9001 zertifizieren ließ, welche Probleme auftauchten, wie sie gelöst wurden und welche ganz konkreten Vorteile das Krankenhaus von der Zertifizierung hat.


Inhaltsverzeichnis

Sabrina Knoll, DQS
QM-Beauftrage des Nierenzentrums Heidelberg: Emily Leipold, Margret Spreemann, Isabell Jerger, Dr. Markus Krautter

Leitung KTQ Zertifizierungsstelle
Sabrina Knoll
Vertriebsbeauftragte, Geschäftsentwicklung
Tel: +49 69 95427-247
sabrina.knoll <AT> dqs.de

DIN EN ISO 9001:2015

Zum ISO 9001:2015 Special

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Serie zum Thema Prozesse, veröffentlicht von QM-Experten deutscher Unternehmen gemeinsam mit der N5 GmbH und der Fachzeitschrift QZ

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