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Methoden - Managementwerkzeuge

NachhaltigkeitsCheck zeigt Status Quo

Managementsysteme als Grundlage für Nachhaltige Entwicklung

Kaum jemand bestreitet Sinn und Nutzen von Nachhaltigkeit in Unternehmen. Doch wie die gute Absicht in gute Praxis umsetzen? Dazu gibt es keinen festen Maßnahmenkatalog.

Die ISO 26000 ist ein Leitfaden, der wirtschaftsethische Kernthemen und Prinzipien formuliert. Eine Nachhaltigkeitsstrategie muss jedes Unternehmen für sich erarbeiten. Ein NachhaltigkeitsCheck prüft wichtige Indikatoren, erfasst den IST-Zustand und zeigt auf, wie Nachhaltigkeitsziele in bestehende Managementsysteme integriert werden können.

Nachhaltige Entwicklung als Grundlage für Messbarkeit?

Im Gegensatz zu Qualität, Umweltschutz oder Sicherheit bestehen weltweit unterschiedliche Anforderungen an eine Nachhaltige Entwicklung, je nach geografischer Lage, kulturellem Umfeld und / oder religiösem Hintergrund. In Teilen der Welt ist der sorgsame Umgang mit Wasser wesentliches Kriterium Nachhaltiger Entwicklung. In regenreichen Regionen tritt er als Indikator in den Hintergrund. Kinderarbeit ist generell abzulehnen, kann je nach soziokultureller Umgebung aber in gewissen Formen unabdingbar sein, um das Überleben einer Familie zu sichern. Auch in Bezug auf Produkte wird Nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich betrachtet.

Definitionssache

Es gibt einige Versuche, sich per Definition dem Begriff der Nachhaltigen Entwicklung zu nähern. Um festzulegen, was heute Nachhaltige Entwicklung ist, müsste messbar sein, was die Bedürfnisse heutiger Generationen weltweit sind, wie diese befriedigt werden können und welche Bedürfnisse zukünftige Generationen haben („zukunftsfähige Entwicklung“ nach Brundtland-Kommission, 1987).

Ferner sollte die dauerhafte Aufnahmefähigkeit der Natur für alle Schadstoffarten genau bekannt sein, um deren Emission sicher zu begrenzen (vgl. Herman Daly, Wirtschaftswissenschaftler und Entwickler der Theorie einer Ökologischen Ökonomie). Allein diese Ansätze machen deutlich, dass es praktisch unmöglich ist, ein SOLL zu definieren, denn es besteht darüber weder internationaler noch nationaler Konsens.

Nachhaltigkeit als gesellschaftliche Verantwortung

Dennoch sind Unternehmen heute durch Stakeholder und zunehmend auch Shareholder aufgefordert, sich nachhaltiger zu entwickeln – nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie müssen sich neu positionieren, gesellschaftliche Verantwortung zeigen und ihr Engagement in die Öffentlichkeit tragen. Managementsysteme helfen, langfristig angelegte Aufgaben in komplexen Organisationen effizient zu strukturieren und eignen sich daher gut als Fundament für eine Nachhaltige Entwicklung. Sie sind jedoch keine Basis für eine „Zertifizierung“ nachhaltiger Leistung.

Jeder gezielte Fortschritt basiert auf einer gründlichen Analyse des Status Quo. Nur so lassen sich Optionen und Handlungsausrichtungen erkennen und erfassen, besonders bei einem so vielschichtigen Thema wie der Nachhaltigen Entwicklung.

Indikatoren für Nachhaltige Entwicklung

Aus der internationalen Diskussion zur Konferenz von Rio bildeten sich vor etwa 25 Jahren sogenannte „Indikatoren“ heraus. Sie geben die Erwartungen von Stakeholdern wieder und werden seither für eine Nachhaltige Entwicklung als wesentlich erachtet. Viele dieser Indikatoren sind seit 2010 in der ISO 26000 zusammengefasst. Sie entstammen u.a. Forderungen bekannter internationaler Standards, wie etwa dem UN Global Compact, den Standards des WBCSD, gemeinnütziger Organisationen wie AccountAbility (AA 1000), Social AccountAbility International (SAI mit dem SA 8800), den GRI-Guidelines oder den OECD Leitsätzen.

Gibt es eine Nachhaltigkeitsnorm?

Kein zurzeit vorhandener Standard beinhaltet alle international gehandelten Indikatoren. So weist die ISO 26000 z.B. nur einen Teil des Spektrums wirtschaftlicher Prosperität, umweltgerechten Verhaltens und sozialer Sicherung der Mitarbeiter und des Produktionsumfeldes auf. Bearbeitungstiefe bzw. -reife wird bislang überhaupt nicht bewertet.

Managementsysteme decken die Indikatoren des Nachhaltigkeits-Checks unterschiedlich ab (Grafik: GUTcert)

Bündelt man sämtliche Forderungen aller anerkannten Standards, erhält man einen umfassenden Katalog der Indikatoren einer Nachhaltigen Entwicklung. So entstanden in den letzten Jahren von verschiedenen Forschungseinrichtungen und Experten diverse Nachhaltigkeits-Checks, der GUTcert-NachhaltigkeitsCheck ist einer davon. Er umfasst 81 Indikatoren für Nachhaltige Entwicklung mit den drei Schwerpunkten Management und Kommunikation, Produkte und Produktion sowie Personalmanagement.

Was kann der NachhaltigkeitsCheck?

Aus dem Vergleich eines IST (Stand der Organisation) mit dem SOLL (Forderungskatalog der Stakeholder) können konkrete Zahlen für ein Benchmarking abgeleitet werden. Ermittelt man parallel dazu anhand des PDCA Zyklus die Intensität, mit der die relevanten Indikatoren der Stakeholderforderungen bearbeitet werden, kann der bereits erreichte Stand der Nachhaltigen Entwicklung der Organisation genau bestimmt werden. Aus dem Ergebnis des Benchmarkings in Verbindung mit der Organisationsstrategie lässt sich eine ganzheitliche Perspektive für die weitere Nachhaltige Entwicklung ableiten.

Welche Managementsysteme sind geeignet?

Eine Analyse der gängigen Managementsysteme für Qualität, Umweltschutz und Arbeitssicherheit zeigte: Ein Umweltmanagement nach ISO 14001 in Verbindung mit einem Gesundheits- und Sicherheitsmanagement nach OHSAS 18001 ist eine solide Grundlage für wirksames Nachhaltigkeitsmanagement. Unternehmen, die diese Systeme nutzen, setzen sich bereits mit 44 Prozent der Indikatoren zur Nachhaltigen Entwicklung vollständig bzw. überwiegend auseinander. Weitere 21 Prozent der Indikatoren werden zumindest in ihrer Systematik angesprochen. Ein Qualitätsmanagement steuert zudem zwar wenige, aber wichtige Indikatoren bei, die zum Themenbereich der wirtschaftlichen Sicherung gehören.

Integration bestehender Managementsysteme

Werden alle drei Managementsysteme integriert verfolgt, decken sie knapp die Hälfte (49 Prozent) der Indikatoren vollständig oder überwiegend ab und insgesamt 80 Prozent teilweise. Der tatsächliche Prozentsatz hängt allerdings stark von der internen Umsetzung des Systems ab.

Nachhaltige Entwicklung durch Integration verschiedener Managementsysteme (Grafik: GUTcert)

Vollständig bzw. überwiegend abgebildet werden bei kompletter Integration aller drei Systemansätze die Indikatoren

  • zu Formulierung und Implementierung einer Strategie
  • zu interner und teilweise externer Kommunikation
  • zum strategischen Umweltschutz sowie Teilen des produktbezogenen Umweltschutzes
  • zu umweltfreundlichen und sicheren Produkten und Produktion
  • zu Sicherheit und Gesundheitsförderung der Mitarbeiter und
  • zu wirtschaftlicher Sicherung wie der Finanz- bzw. Unternehmensplanung und der Analyse der Kundenbeziehungen.

Nicht von den Managementsystemen abgedeckte Themen sind vor allem

  • die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens
  • das „soziale Verhalten“ einer Organisation im Sinne der „Corporate Responsibility“
  • die sozialen Aspekte der Produkte und der Produktion sowie
  • ein effizientes und soziales Personalmanagement.

Diese lassen sich jedoch problemlos schrittweise in eine gelebte Managementstruktur einbinden, insbesondere wenn UM und OHSAS integriert sind.


Inhaltsverzeichnis

Autoren

Prof. Dr.-Ing. Jan Uwe Lieback ist Auditor für Umwelt-, Sicherheits-, Energie- und Qualitätsmanagement, Umweltgutachter sowie Geschäftsführer der GUTcert GmbH. Er ist Experte in der Zertifizierung von Managementsystemen.

Susanne Moosmann, M.A. Nachhaltigkeit und QM, ist Projektleiterin und Assessorin im Bereich Nachhaltige Entwicklung. Ihr Fokus liegt auf dem GUTcert-NachhaltigkeitsCheck.

Yulia Felker, M.A. Umweltmanagement, ist Assessorin im Bereich Umwelt- und Energiemanagement. Als Auditorin führt sie die EarthCheck-Hotelzertifizierung durch.

zusätzliche Links

Nachhaltigkeitsmanagement – ein Interview mit Iris Pufé

Nachhaltigkeitsmanagement, Iris Pufé

Effizient mit Ressourcen umgehen - Kosteneinsparung und Nachhaltigkeit in produzierenden Unternehmen, Mario Schmidt, René Keil

Praxisbuch zur DIN ISO 26000 : Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, Dagmar Gesmann-Nuissl, Florian Sommer

QZ 12/2013: Alter Hut mit neuem Band

QZ 12/2013: Frischer Schwung für Altbewährtes - Integrierte Managementsysteme vor neuen Herausforderungen

QZ 12/2013: Hehre Ziele, unklare Erfolge - Stellenwert Integrierter Managementsysteme in Deutschland

QZ 09/2013: Energiesparen mit System - Ein Jahr DIN EN ISO 50001

QZ 05/2013: Die neue Sparsamkeit - Aufbau eines zertifizierbaren Energiemanagementsystems

QZ 06/2012: Nachhaltiges Wirtschaften zertifizierbar - Deutschsprachiger Standard für Corporate Social Responsibility

QZ 05/2012: Auch Naturprodukte benötigen Zertifikate - Integriertes Managementsystem sorgt für saubere Prozesse

QZ 05/2011: Unter einem Dach - Einfache Weiterentwicklung eines Integrierten Managementsystems

QZ 03/2009: Auf Nummer sicher - Mit Integriertem Managementsystem zu Rechtssicherheit

QM-Basic zu Dokumentation - Integrierte Managementsysteme (IMS) : PQM - Grundlage für ein Integriertes Managementsystem

Prof. Dr.-Ing. Jan Uwe Lieback
Umweltgutachter
GUT Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH
Email: info <AT> gut-cert.de

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