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Methoden - Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse (FMEA)

Automobile Produktionsplanung mit System-FMEA

System FMEA bei der Produktionslinie der T5-Transportergeneration bei VW

Schon in der Planungsphase neuer Autos müssen die systematische Erfassung und Bearbeitung von Schwachstellen, die Einhaltung von Terminen und Qualitätsniveaus sichergestellt werden. Hierfür bietet sich die Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse an – nicht nur, weil sie mittlerweile von allen QM-Standards verlangt wird.

450 Verbesserungsmaßnahmen: Erfolge sprechen für sich

In den 16 FMEAs wurden über 1800 Risikobewertungen durchgeführt. Nach der Priorisierung wurden dann gezielt 450 Verbesserungsmaßnahmen im Experten-Team erarbeitet und geplant. Die Dauer einer FMEA betrug im Durchschnitt 5,2 Tage. Die konsequente Trennung von Einzel- und Teamarbeit führte dazu, dass die kostenintensive Arbeit in der Expertenrunde auf die Hälfte reduziert werden konnte.

Die Auswertung der FMEA-Reihe ergab, dass rund ein Viertel der angenommenen Fehler (24,8%) nach Einschätzung der Expertenteams von Maschinen und Anlagen verursacht werden. Fast die Hälfte (46,4%) der potenziellen Fehler wird auf ein Fehlverhalten der Mitarbeiter zurückgeführt.

Die Risikountersuchungen haben auch gezeigt, dass die herkömmliche System-FMEA bei der tiefer gehenden Analyse der Fehlhandlungs-Ursachen und bei der Entwicklung wirksamer Vermeidungsmaßnahmen wenig Unterstützung bietet. Lösungsansätze zur Optimierung der Qualitätsfähigkeit von Produktionsmitarbeitern werden vom Institut für Qualitätssicherung derzeit in einem praxisorientierten Verbundforschungsvorhaben [1] weiterentwickelt und erprobt.


Inhaltsverzeichnis

Prof. em. Dr.-Ing. Georg Redeker, geb. 1936, studierte Maschinenbau und promovierte an der Universität Hannover. Nach industrieller Tätigkeit im In- und Ausland wurde er 1972 zum Professor für das Fachgebiet Anlagenplanung und -erhaltung an die Universität Hannover berufen. Von 1991 bis 2001 war er Geschäftsführender Leiter des Instituts für Qualitätssicherung (IQ) der Universität Hannover. Er ist Mitglied der Gesellschaft für Qualitätswissenschaft (GQW).
Dr.-Ing. Betriebswirt (VWA) Roy Sauer, geb. 1969, studierte Maschinenbau an der Universität Hannover und der University of Edinburgh und promovierte 2002 am Institut für Qualitätssicherung. Seit 2002 ist er im Bereich Geschäftsprozessorganisation der Volkswagen AG, Wolfsburg, tätig.
Dipl.-Ing. Lars Keunecke, geb. 1971, studierte Maschinenbau an der Universität Hannover und der University of Edinburgh. Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Qualitätssicherung. Sein Arbeitsschwerpunkt ist das Qualitätsmanagement in flexiblen Produktionssystemen.
Dipl. Ing. (FH) Christoph Meyer, geb. 1970, studierte parallel zur Ausbildung zum Industriemechaniker an der FH Hannover Maschinenbau mit Schwerpunkt Produktionstechnik. Nach diversen Praxiseinsätzen in den Bereichen Produktion, Logistik, Qualitätssicherung und Vertrieb war er seit 1994 in der Produktionsplanung Lackiererei und Montagen bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover tätig. Seit Mai 2002 ist er Leiter der Unterabteilung Produktionsplanung Karosseriebau.

Literaturhinweis

[1] Redeker, G.; Keunecke, L.: Qualität ist menschlich – Qualitätsmanagement für mengen- und variantenflexible Produktionsendstufen. QZ 47 (2002) 3 , S. 219-220

Georg Redeker, Roy Sauer, Lars Keunecke, Christoph Meyer. Keine Fehler – kaum Kosten. In: QZ 10/2002 , S. 1029-1032.

DIN EN ISO 9001:2015

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