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Methoden - Business Reengineering

Business Reengineering

Auszug aus
Roland Jochem

Was kostet Qualität? - Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln

05/2010, 234 Seiten, € 31,99
ISBN: 978-3-446-42440-1
S. 1-26

Hammer und Champy [2] definieren Business Reengineering (BR) als „fundamentales Überdenken und radikales Redesign von Unternehmen oder wesentlichen Unternehmensprozessen. Das Resultat sind Verbesserungen um Größenordnungen in entscheidenden, heute wichtigen und messbaren Leistungsgrößen in den Bereichen Kosten, Qualität, Service und Zeit.“ BR verfolgt einen anderen Ansatz des Change Managements als die japanisch geprägten Qualitätsbewegungen, wie Kaizen oder KVP. Nicht die kontinuierliche Optimierung ist das Ziel, sondern eine Radikalkur, die einen völligen Neubeginn für das Unternehmen darstellt (Bild 1).

Bild 1: Vorgehensweise bei der Anwendung von BR [3]

Bild 1: Vorgehensweise bei der Anwendung von BR [3]

Diskontinuierliches Denken und die Eigenschaften Individualität, Eigenständigkeit, Risikofreudigkeit und Wandlungsfähigkeit sind die Kennzeichen des Business Reengineering. Durch seine klare Ausrichtung auf die Unternehmensprozesse kann BR als ein spezielles Konzept zum Prozessmanagement aufgefasst werden. Die radikale Veränderung zur klaren abteilungsübergreifenden Orientierung der Abläufe an den Kundenbedürfnissen, bricht die von Smith geprägte funktionsorientierte Unternehmenssicht auf. Business Reengineering ermöglicht die Realisierung von enormen Leistungssteigerungen, aber dieses Design von Prozessen „auf einem ganz leeren Blatt Papier“ ist mit hohem Risiko verbunden [2].

Aus den radikalen Leistungssteigerungen um „Größenordnungen“ ergibt sich ein entsprechender Hebel zur enormen Steigerung der Wirtschaftlichkeit. In der Praxis wurde allerdings nachgewiesen, nur in etwa einem Viertel der BR-Projekte wird diese Leistungsverbesserungen auch realisiert (Nippa, 1996). Dies zeigt eindrucksvoll die dem Business Reengineering innewohnende Risikobereitschaft auf, und auch, dass BR um erfolgreich zu sein, eng mit dem Qualitäts- und Risikomanagement zahnt werden muss. Dem Qualitätsmanagement kommt die Aufgabe zu, sowohl die neuen Prozesse als auch deren Implementierung aus Qualitätssicht zu planen, zu steuern, zu lenken und zu kontrollieren. Das fundamentale Aussetzen von neuen Prozessen schafft die Chance Qualität direkt im Prozess zu verankern und nachhaltig den Nutzen für den Kunden und das Unternehmen zu steigern [1].

Auch wenn ein weitgehender Konsens herrscht, dass durch die richtige Anwendung von BR bedeutende Potenziale gehoben und ein erheblicher Anteil zur Steigerung der Leistungsfähigkeit erreicht werden kann, so gibt es doch eine Reihe von Hürden, die ein BR Team im Vorfeld eines Projektes beachten sollte.

Checkliste für BR Projekte [3]:

  • Ist in dem anvisierten Kernprozess eine Reintegration von Aufgaben zu einem ganzheitlichen Prozess ohne massive Produktivitätseinbußen potenziell möglich?
  • Sind sich alle Beteiligten über die Notwendigkeit der radikalen Umgestaltung einig? Sind die aktuellen Interessen der Kunden bekannt? Ist in naher Zukunft mit einem Interessenwechsel der Kunden zu rechnen? Sind die potenziell möglichen Erfolge sowie die Misserfolge bekannt?
  • Werden die unternehmensspezifischen Gegebenheiten, die zu Misserfolgen führen können, bei der geplanten Vorgehensweise des Business Reengineering Projektes berücksichtigt?
  • Ist die notwendige Handlungskompetenz vorhanden?
  • Verstehen alle Beteiligten das dem Business Reengineering zugrunde liegende Konzept?
  • Stehen die für die Durchführung des Business Reengineering Projektes inkl. der Umsetzungsphase notwendigen Ressourcen zur Verfügung?
  • Besteht die Bereitschaft zum radikalen Redesign, auch wenn weitreichende Konsequenzen erforderlich sind?
Auszug aus
Roland Jochem

Was kostet Qualität? - Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln

05/2010, 234 Seiten, € 31,99
ISBN: 978-3-446-42440-1
S. 1-26

Autoren
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem, geb. 1962, ist Inhaber des Lehrstuhls Qualitätswissenschaft am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Technischen Universität Berlin.
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dennis Geers, geb. 1981, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Qualitätsmanagement am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement der Universität Kassel.

Literaturhinweis

[1] Giebel, M.: Wertsteigerung durch Qualitätsmanagement. Universität Kassel. Kassel, 2010.

[2] Hammer, M., Champy, J,: Business Reengineering. Die Radikalkur für das Unternehmen. 6. Aufl. Frankfurt am Main, Campus, 1996.

[3] Jochem, R., Geers, D.: Kundenorientierte Prozessgestaltung durch Business Process Reengineering. In: Jochem, R., Mertins, K., Knothe, T. (Hrsg.): Prozessmanagement, Symposion Publishing, Düsseldorf, 2010.

[4] Nippa, M.: Bestandsaufnahme des Reengineering-Konzepts. In: Nippa, M., Picot, A.: Prozessmanagement und Reengineering. Frankfurt, 1996

Jochem, R.; Giebel, M.; Geers, D. (2010): Sind hoher Qualitätsanspruch und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinbar? In: Jochem, R. (Hrsg.): Was kostet Qualität? Wirtschaftlichkeit von Qualität ermitteln. Hanser Verlag, München, S. 1-26.

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