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Maßnahmen - Scrum

Scrum in der Hardware-Entwicklung: So wird der Produktentstehungsprozess (PEP) agil

Dass agile Techniken nicht mehr nur in der reinen Software-Entwicklung zu Erfolgsgeschichten führen ist mittlerweile bekannt. Studien belegen, dass viele Unternehmen mit dem Management Framework Scrum arbeiten und dadurch Zufriedenheit bei den Anwendern sowie eine hohe Erfolgsquote für ihre Projekte erreichen. Dabei stellt sich die Frage: Mithilfe welcher Methodik können Unternehmen ihren Produktentstehungsprozess (PEP) mit agilen Techniken anreichern, um langfristig agile Prozesse und ein agiles Mindset zu verbreiten? Der folgende Ansatz beschreibt, wie es gehen kann.

Darum muss Produktentwicklung agil werden

Organisationen stehen vor einem bedeutenden Wandel in Bezug auf die Produktentwicklung. Daher suchen Manager nach neuen Wegen, um, mit Hilfe von Veränderungen in ihren Organisationen, erfolgreich zu bleiben.

Methodenkompetenz, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Akzeptanz neuer Ansätze sind Handlungsfelder, die zur Verbesserung des Entwicklungsprozesses beitragen (GAUSEMEIER, J., et al., 2013). Konventionelle Praktiken und Prozesse sind auf lange Sicht nicht mehr effektiv genug, um auf das schnelle Tempo des Geschäftsumfelds angemessen reagieren zu können (PONN, 2007; GRAUPNER, 2010).

Entwicklung: Frühe Phase bestimmt den Erfolg

Aufgrund der Position in der Wertschöpfungskette hat die frühe Phase der Produkt- und Hardware-Entwicklung einen großen Einfluss auf den Gesamterfolg eines Produkts (HAMMERS, 2012). In dieser Phase werden die Voraussetzungen zur Etablierung effizienter Prozesse gegeben (HEISSLING, 2006).

Bei näherer Betrachtung der Mikrologik (Vorgehensmodelle der Problemlösung) (DEHL, 2009) sind Synchronisation und Parallelisierung von Entwicklungsaktivitäten wesentliche Erfolgsfaktoren (HENSEL, 2013).

Agile Vorgehensmodelle

Auch wenn konventionelle Vorgehensmodelle diese Ansatzpunkte verfolgen können, liegt der Fokus heute zunehmend auf agilen Vorgehensmodellen (RUBIN, 2014). Vorgehensmodelle sind langfristige Pläne, um die Projektziele zu erreichen.

Darüber hinaus bilden sie die Grundlage für die Auswahl geeigneter Methoden und Werkzeuge zur Erreichung der Ziele und geben dem Entwicklungsprozess einen Handlungsrahmen (LINDEMANN, 2009).

Scrum ist das am weitesten verbreitete agile Vorgehensmodell und das mit den größten Erfolgsgeschichten (KOMUS, 2012). Es stammt zwar aus der Software-Entwicklung, hat aber mit seinen agilen Techniken keinen softwarespezifischen Inhalt (GLOGER, 2011) und kann daher für Entwicklungsaktivitäten jeglicher Art verwendet werden (ABRAHAMSSON, 2002).

Hardware-Entwicklung kann von agiler Software-Entwicklung lernen

Die Entwicklung von physischen Produkten steht heute vor den gleichen Problemen wie die Software-Entwicklung vor 20 Jahren: hoher Kostendruck, Zeitdruck und extreme Spezialisierung einerseits, steigende Anforderungen an die Komplexität und die Möglichkeiten der Produkte andererseits.

Darüber hinaus können Simulationen im virtuellen Raum eingesetzt werden, um die Arbeit mit Prototypen kostengünstiger zu gestalten (GLOGER, 2015). Nun hat die Hardware-Entwicklung die Möglichkeit, vom Erfolg der agilen Software-Entwicklung zu lernen und daraus entsprechende Vorteile zu ziehen.

Scrum anwendungsspezifisch selektieren

Die Entwicklung von Hardwareprodukten deckt eine Vielzahl von Branchen ab. Jede Branche und jedes Unternehmen hat seine individuellen Entwicklungsprozesse und verwendet dementsprechend unterschiedliche Arbeitsmethoden. Daher können agile Vorgehensmodelle nicht universell angepasst und integriert werden (HRUSCHKA, 2009).

Für die Auswahl der Verfahrenskomponenten und die Anpassung der Vorgehensmodelle müssen immer anwendungsspezifische Operatoren verwendet werden. Derzeit ist aber nur die vollumfängliche Anwendung von agilen Vorgehensmodellen wie Scrum bekannt.

Nachfolgend ist daher eine Methodik beschrieben, die es erlaubt, die geeigneten agilen Techniken von Scrum anwendungsspezifisch zu selektieren und bestehende Projekte bzw. Prozesse damit anzureichern.


Inhaltsverzeichnis

Marco Cartarius, Alexander Lang, Thomas Münster, Lukas Reinhardt

Literaturhinweis

Abrahamsson, P. (2002). Agile software development methods. Review and analysis. Technical Research Centre of Finland: VTT.
Beck, K., Beedle, M., van Beenekum, A., Cockburn, A., Cunningham, W., Fowler, M., . . . Thomas, D. (2001). Manifest für Agile Softwareentwicklung.
Cohn, M. (2010). Succeeding with Agile: Software Development Using Scrum. Boston: Addison-Wesley.
Gausemeier, J., Dumitrescu, R., Steffen, D., Czaja, A., Wiederkehr, O., & Tschirner, C. (2013). it's owl.
Gloger, B. (2015). Scrum in der Hardwareentwicklung. Baden-Baden: Boris Gloger Consulting GmbH.
Gloger, B., & Häusling, A. (2011). Erfolgreich mit Scrum. Einflussfaktor Personalmanagement. Finden und Binden von Mitarbeitern in agilen Unternehmen. München: Hanser.
Graupner, T.-D. (2010). Vorgehensmodell zur Gestaltung internetbasierter Mehrwertdienste für den Maschinen- und Anlagenbau. Diss. Universität Stuttgart.
Hammers, C. (2012). Modell für die Identifikation kritischer Informationspfade in Entwicklungsprojekten zur projektindividuellen Umsetzung der Quality-Gate-Systematik. Diss. Technische Hochschule Aachen: Apprimus.
Heißling, T. (2006). Einführung der Integrierten Produktpolitik in kleinen und mittelstän-dischen Unternehmen. Diss. Technische Universität München.
Hensel, T. (2013). Transdisziplinäre Planung und Synchronisation mechatronischer Produktentwicklungsprozesse. Diss. Technische Universität München.
Hruschka, P., Rupp, C., & Starke, G. (2009). Agility kompakt: Tipps für erfolgreiche Systementwicklung (2. Auflage ed.). Heidelberg: Spektrum.
Kalus, G. (2013). Projektspezifische Anpassung von Vorgehensmodellen: Feature-basiertes Tailoring. Diss. Technische Universität München.
Klein, T.P. 2015. Agiles Engineering im Maschinen- und Anlagenbau. Diss. Technischen
Universität München : s.n., 2015.
Komus, A. (2012). Status Quo Agile. Verbreitung und Nutzen agiler Methoden. Ergebnisbericht (Langfassung) Studie. BPM-Labor, Hochschule Koblenz.
Komus, A. (2016). Erfolgsfaktoren im Projektmanagement - Studienergebnisse und praktische Empfehlungen. Studie. (H. Consultants, Ed.) o.O.
Lindemann, U. (2009). Methodische Entwicklung technischer Produkte. Methoden flexibel und situationsgerecht anwenden. Berlin: Springer.
Mack, O., Khare, A. (2016). Managing in a VUCA World. Heidelberg/New York: Springer.
Ponn, J. (2007). Situative Unterstützung der methodischen Konzeptentwicklung technischer Produkte. Diss. Technische Universität München.
Rubin, K. S. (2014). Essential Scrum: Umfassendes Scrum Wissen aus der Praxis. heidelberg: mitp., 2014.
Schwaber, K., & Sutherland, J. (2016). Der Scrum Guide - Der gültige Leitfaden für Scrum: Die Spielregeln. o.O.: Scrum.org.
Wirdemann, R. (2011). Scrum mit User Stories (2. Auflage ed.). München: Hanser.

Prof. Dr. Thomas Münster
thomas.muenster@th-koeln.de

Weiterführende Information
  • Maßnahmen - Agiles Projektmanagement

    Agiles Projektmanagement: Projekte flexibel steuern

    Viele Unternehmen stehen jedoch vor einer großen Frage: Welche Projekte lassen sich mit Hilfe agiler – und somit flexibler und moderner Methoden – steuern? Und wie werden agile Methoden im Projektmanagement erfolgversprechend angewandt?   mehr

DIN EN ISO 9001:2015

Zum ISO 9001:2015 Special

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Serie zum Thema Prozesse, veröffentlicht von QM-Experten deutscher Unternehmen gemeinsam mit der N5 GmbH und der Fachzeitschrift QZ

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