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Kunden - Lieferantenmanagement

Automotive Forderungen

Umsetzungskonzeption für Werkzeughersteller

Die Unternehmen der Werkzeugindustrie führten in den letzten Jahren verstärkt QM-Systeme nach DIN EN ISO 9001ff. in ihre Unternehmen ein, um sie dann zertifizieren zu lassen. Mit Erscheinen der QS-9000 TES und der VDA 6.4 wurden allerdings die Forderungen der Automobilindustrie an die QM-Systeme von Produktionsmittellieferanten verschärft. Für eine schnelle Umsetzung dieser Forderungen benötigen gerade kleine und mittlere Unternehmen Unterstützung.

Deutsche Werkzeuge haben weltweit noch immer einen ausgezeichneten Ruf. Die Branche positioniert sich strategisch, im Gegensatz zu Ländern mit geringem Lohnniveau, als Lieferant von hochwertigen Produkten, von Fertigungs-Know-how und profiliert sich als Problemlöser der Kunden mit dem Ziel, deren Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Der Erfolg der Unternehmen hängt damit direkt von der Qualität sowohl ihrer Produkte als auch ihrer Prozesse ab. Die Berücksichtigung der Forderungen der Automobilhersteller leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag.

Unternehmenserfolg durch Qualität

Sowohl VDA 6.4 als auch QS-9000 TES legen den Schwerpunkt auf eine ständige Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität der Unternehmen. Beispielhaft seien als zusätzliche Forderungen gegenüber der ISO 9001 genannt:

  • Einführung von Verbesserungsprogrammen in allen Bereichen des Unternehmens (KVP),
  • Aufbau eines Projektmanagements für den Qualitätsplanungsprozess,
  • Durchführung von Produkt- und Prozessaudits,
  • Ermittlung und Dokumentation von Prozess-, Maschinen- und Messmittelfähigkeiten,
  • vertiefte Erfassung und Auswertung der "Qualitätskosten",
  • Förderung der Mitarbeitermotivation und des Qualitätsbewusstseins,
  • Förderung des Bewusstseins für die Produktsicherheit,
  • Aufbau eines Geschäftsplans hinsichtlich Kosten, Vertrieb und Qualität,
  • Entwicklung von Methoden zur Messung von Geschäftsergebnissen,
  • Aufbau eines Benchmarkings,
  • Ermittlung der Kundenzufriedenheit,
  • Verwendung von Qualitätstechniken (FMEA, SPC etc.).

Die Übernahme der neuen Qualitätsforderungen in Abhängigkeit von der Unternehmens-, Produkt- und Prozessspezifik ist erforderlich, um im Wettbewerb bestehen zu können. Auf der anderen Seite stehen die knappen Mittel und Personalkapazitäten der Unternehmen. Um diese zu schonen, wird für die Unternehmen im Rahmen des hier vorgestellten Projekts1 ein Konzept zur Umsetzung der Normenforderungen entwickelt.

Erstellung einer Toolbox

Das Ziel des Projekts besteht somit darin, alle Voraussetzungen zu schaffen, dass die KMU der Werkzeugindustrie in die Lage versetzt werden, eine zielgerichtete Weiterentwicklung ihrer QM-Systeme vorzunehmen, um die hohen Anforderungen an die Qualität ihrer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen zu erfüllen. Hierbei wird besonderer Wert auf die Struktur und Organisation der Werkzeugindustrie gelegt. Die Schonung der materiellen und personellen Ressourcen wird als Vorgabe betrachtet.

Daher wird im Rahmen dieses Projekts eine Toolbox entwickelt, deren Instrumente den Unternehmen helfen sollen, das eigene QM-System derart weiterzuentwickeln, dass es, zusätzlich zu den Forderungen der ISO 9001, auch den Forderungen der beiden Automotive-Richtlinien gerecht wird. Die Toolbox beinhaltet im Einzelnen die folgenden Elemente, von denen die ersten beiden im Anschluss näher erläutert werden:

  • Analyseinstrumentarium zum Selfassessment (Soll-Ist-Abgleich bezüglich der Forderungen aus ISO 9001, QS-9000 TES und VDA 6.4) sowie zur Bewertung der Wirksamkeit des bestehenden Systems,
  • strukturiertes (prozessorientiertes) Modell zur Dokumentation des QM-Systems auf der Basis der Anforderungen der QS-9000 TES und VDA 6.4 speziell für die von KMU geprägte Werkzeugindustrie,
  • Hilfsmittel zur Methodenauswahl und -anwendung der von QS-9000 TES und VDA 6.4 geforderten QM-Methoden,
  • Umsetzungs- und Einführungskonzeption zur prinzipiellen Gestaltung und Vorgehensweise bei der Einführung von Managementsystemen nach QS-9000 TES und VDA 6.4 für Unternehmen der Werkzeugindustrie.

Zur praxisnahen Gestaltung dieser Hilfsmittel wurde bereits zu Beginn des Projekts ein Arbeitskreis mit Vertretern von KMU der Werkzeugindustrie installiert.

Selfassessment

In der Startphase des Projekts wurde ein Fragebogen basierend auf den Forderungen der "alten" und "neuen" ISO 9001 sowie der beiden Automotive-Richtlinien entwickelt. Mit seiner Hilfe führten die beiden Forschungsstellen Assessments bei den Unternehmen des Projektarbeitskreises mit dem Ziel durch, den Ist-Zustand bezüglich der Erfüllung der Normenforderungen in den Unternehmen zu ermitteln sowie spezielle Handlungsschwerpunkte für die in einem späteren Arbeitsschritt zu erstellende Umsetzungskonzeption auszumachen. Da die beteiligten Unternehmen seit Jahren zertifizierte QM-Systeme etabliert haben und überwiegend bereits nach ISO 9001:2000 zertifiziert sind, wiesen die QM-Systeme der Unternehmen zahlreiche, allerdings nur geringe Schwächen bezüglich der Forderungen der beiden Automotive-Richtlinien auf.

In der Folge wurde der Fragebogen überarbeitet, so dass nun die QM-Beauftragten eine Selbstbewertung bezüglich der Normenforderungen durch verständlich formulierte Fragen selbstständig vornehmen können. Hierzu wurde ein Excel-Tool (Bild 1) erstellt, das den überarbeiteten Fragenkatalog enthält. Gleichzeitig wurde ein Bewertungsschema implementiert, das auf dem in der VDA 6.4 beschriebenen Bewertungsverfahren basiert. Dabei ist das Bewertungstool so aufgebaut, dass sowohl eine Bewertung bezüglich der Forderungen aus ISO 9001:2000 als auch nach QS-9000 oder VDA 6.4 vorgenommen werden kann.

Bild 1. Auszug aus dem Excel-Tool zum Selfassessment für Unternehmen der Werkzeugindustrie nach ISO 9001, QS-9000 TES und VDA 6.4

Bild 1. Auszug aus dem Excel-Tool zum Selfassessment für Unternehmen der Werkzeugindustrie nach ISO 9001, QS-9000 TES und VDA 6.4

Zur Umsetzung der Forderungen aus den Automotive-Richtlinien wurde im Rahmen des Projekts ein Referenzmodell eines prozessorientierten QM-Systems erstellt. Dieses orientiert sich an den typischerweise in der Werkzeugindustrie vorliegenden Abläufen (Bild 2). Dabei wird zwischen drei Typen von Unternehmen unterschieden: den Herstellern von Katalogwerkzeugen, von Variantenwerkzeugen und von Sonderwerkzeugen. In Abhängigkeit von diesen Auftragsarten unterschieden sich die Unternehmensabläufe bzw. die Kernprozesse, die zur Erbringung der vom Kunden gewünschten Leistungen erforderlich sind. Dabei sind den einzelnen Prozessen des Modells - neben den Kernprozessen enthält es zusätzlich Führungs- und Unterstützungsprozesse - die Forderungen der Richtlinien zugeordnet.

Bild 2. Zusammenfassung typischer Prozesse der Werkzeugindustrie zu einem Referenzmodell eines prozessorientierten QM-Systems für Unternehmen der Werkzeugindustrie

Bild 2. Zusammenfassung typischer Prozesse der Werkzeugindustrie zu einem Referenzmodell eines prozessorientierten QM-Systems für Unternehmen der Werkzeugindustrie

Zur Zeit finden Erprobungen im Projektarbeitskreis statt. Die vorhandenen Prozesse werden mit dem entwickelten Referenzmodell verglichen, um Abweichungen festzustellen und Änderungsmaßnahmen abzuleiten. Im weiteren Projektverlauf wird die Toolbox um die Module "Hilfsmittel zur Methodenauswahl" und "Umsetzungs- und Einführungskonzeption zur Gestaltung von Managementsystemen" erweitert. Die Unternehmen der Werkzeugindustrie haben mit dieser Toolbox nun die Möglichkeit, ihre QM-Systeme unter Berücksichtigung der Referenzprozesse weiterzuentwickeln, so dass sie die Forderungen von QS-9000 TES und VDA 6.4 erfüllen können.

1 Das Projekt „Entwicklung eines Konzeptes zur Umsetzung von QS-9000 TES und VDA 6.4 in kleinen und mittleren Unternehmen der Werkzeugindustrie“ wird durch die Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung (RIF) e.V. und die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung (GFE) e.V. bearbeitet und von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW) gefördert.

Prof. Dr.-Ing. Horst-Artur Crostack, geb. 1945, wurde 1980 an den Lehrstuhl für Qualitätswesen berufen. Er ist Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung (RIFe.V.) und Mitglied der Gesellschaft für Qualitätswissenschaft e.V. (GQW), Berlin.
Dipl.-Ing. Michael Höfling, geb. 1972, ist seit 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Qualitätswesen der Universität Dortmund und freier Mitarbeiter des RIFe.V.
Dipl.-Ing. Frank Barthelmä, geb. 1955, ist Leiter des Instituts für Werkzeugtechnik und Qualitätsmanagement (IWQ) der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung (GFE)e.V. in Schmalkalden.
Dipl.-Ing. Hagen Michel, geb. 1954, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Werkzeugtechnik und Qualitätsmanagement (IWQ) der GFEe.V.

Horst-Artur Crostack, Michael Höfling, Frank Barthelmä, Hagen Michel. Automotive Forderungen. Umsetzungskonzeption für Werkzeughersteller. In: QZ 01/2003 , S. 29-30.

DIN EN ISO 9001:2015

Zum ISO 9001:2015 Special

Prozesswelt

Serie zum Thema Prozesse, veröffentlicht von QM-Experten deutscher Unternehmen gemeinsam mit der N5 GmbH und der Fachzeitschrift QZ

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