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Kunden - Lieferantenbewertung

Lieferanten objektiv und auf Basis aktueller Daten bewerten

Ein Lieferantenbewertungssystem muss leistungsfähig und einfach zu pflegen sein

Unternehmen müssen potenzielle Lieferanten fundiert bewerten und auswählen. Ein System zur Lieferantenbeurteilung muss leistungsfähig sein, geringen Aufwand bei der Datenpflege erfordern und jederzeit aktuelle Informationen enthalten. Ein auf SAP R/3 basierendes System eines Automobilzulieferers erfüllt diese Anforderungen.

Die Umsetzung: Einheitliche Lieferantenbewertung mit SAP R/3

Der Zweck des eingesetzten SRS ist eine unternehmensweit standardisierte Bewertung nach einheitlichen, objektiven Kriterien. Da SAP R/3 an allen europäischen Standorten eingesetzt wird und derzeit die Umstellung der Produktionsstätten in den USA und Brasilien erfolgt, bietet sich eine Realisierung auf Basis von SAP R/3 an. Folgende Vorteile ergeben sich:

  • keinerlei Aufwand durch Eingabe zusätzlicher Daten,
  • garantierte Aktualität der Daten, da diese ein verdichtetes Abbild des operativen Tagesgeschäfts sind,
  • exakt definierte Bedingungen der Datenaktualisierung hinsichtlich Zeitpunkt und Dateninhalten,
  • keine Inkonsistenzen und Redundanzen durch zwischen Dateneingabe und Auswertung liegende manuelle Eingaben bzw. Nachbearbeitung oder mehrfache Datenspeicherung,
  • schnelle Online-Auswertung der für einen konkreten Anwendungsfall benötigten Daten durch den Anwender selbst ohne Hilfe Dritter,
  • einfache Vergleichbarkeit durch klare, übersichtliche Gliederung der Ergebnisse in vordefinierten hierarchischen Aufrissen,
  • Möglichkeit, die Ergebnisse unmittelbar grafisch darzustellen,
  • einfacher Download dieser Daten auf PC-Systeme für weitere werksspezifische Analysen,
  • hoher Investitionsschutz durch weitestgehende Realisierung mit Mitteln des SAP-Standards (Logistikinformationssystem).

Transparenz für Unternehmen und Lieferanten

Eine wesentliche Forderung des SRS ist die Einsichtigkeit und Nachvollziehbarkeit der Kriterien sowohl für den Lieferanten als auch für die Fachstellen im eigenen Unternehmen. Wegen der geforderten unmittelbaren Nachvollziehbarkeit der Lieferantenbewertung scheiden die im SAP R/3-Standard vorgesehenen Lieferantenbewertungsverfahren (manuell, teilautomatisch bzw. automatisch), bei der letztlich Noten vergeben werden, aus. In keinem Fall, weder nach innen noch nach außen, ist unmittelbar klar, wie die Noten zustande kommen.

Die Realisierung des SRS erfolgte daher in Form einer so genannten Flexiblen Analyse unter Verwendung des Logistikinformationssystems (LIS) des SAP R/3. Sämtliche Daten des SRS entstammen den SAP-Modulen Quality Management (QM) und Material Management (MM). Andere Datenquellen werden nicht benutzt (Bild 4).

Bild 4. Technische Realisierung in SAP (vereinfacht)

Bild 4. Technische Realisierung in SAP (vereinfacht)

  • Das QM-Modul liefert zum einen Daten aus Prüflosen: Anzahl der Prüflose (der Wareneingänge), Anliefermenge (Prüflosmenge), Menge der fehlerhaften Teile (Schlechtmenge) und spezielle Logistikfehler-Codes. Zum anderen liefert das QM-Modul Daten aus Qualitätsmeldungen (Mängelrügen), die zum Lieferanten geschickt werden: Anzahl der Qualitätsmeldungen, Menge der schlechten Teile (Menge fremd) und spezielle Logistikfehler-Codes.
  • Das MM-Modul liefert den Lieferservicegrad (aus Einkaufsbelegen).

Automatische Erfassung spart Ressourcen

Diese Daten werden zum überwiegenden Teil ohne Zutun des Benutzers aus SAP R/3 übernommen. Ihre Ermittlung konnte mit Mitteln des SAP-Standards (des LIS, Logistik-Informations-System), realisiert werden. Das LIS speichert verdichtete Daten in so genannten Informationsstrukturen. Die Aktualisierung dieser Infostrukturen erfolgt ohne Zutun des Benutzers zu exakt definierten Zeitpunkten, im vorliegenden Fall bei Treffen eines Verwendungsentscheids für ein Prüflos (Ware in Ordnung oder nicht in Ordnung) bzw. beim Speichern einer Qualitätsmeldung (Mängelrüge).

Dadurch ist sichergestellt, dass ein Großteil der Daten automatisch und ohne zusätzlichen Aufwand erfasst wird. Es sind lediglich solche Eingaben von Seiten des Benutzers erforderlich, die das System prinzipbedingt nicht automatisch ermitteln kann, z.B. die Anzahl fehlerhafter Teile. Auch diese erfordern aber tatsächlich keinen Zusatzaufwand, da die Eingabe der Anzahl fehlerhafter Teile oder eines konkreten Fehlers zum Prüflos im Rahmen einer an den Lieferanten zu schickenden Mängelrüge, die ebenfalls mir SAP R/3 abgewickelt wird, ohnehin erforderlich ist. Wesentlich ist dabei, dass der beschriebene automatische Aktualisierungsmechanismus auch im Falle nachträglich vorgenommener Korrekturen greift.

Grenzen des Systems

Nicht mit den Mitteln des LIS ließ sich der Algorithmus zur Berechnung des Lieferservicegrads abbilden. Daher wurde zu seiner Ermittlung ein Programm erstellt, das die erforderlichen Daten zur Berechnung des Lieferservicegrads aus den unverdichteten Originaldaten liest und direkt in eine Informationsstruktur schreibt. Die Aktualisierung dieser Struktur erfolgt automatisch einmal wöchentlich zu einem definierten Zeitpunkt. Auf diese Weise stehen auch hier die wesentlichen Vorteile des LIS zur einfachen Online-Analyse zur Verfügung. Insbesondere erfordert die Berechnung des Lieferservicegrads ebenfalls keinerlei zusätzliche Eingaben durch den Benutzer.

Unterschiedliche Auswertungstypen

Über eine so genannte Auswertestruktur werden alle SRS-Daten aus der QM- und MM-Informationsstruktur zusammengefasst. Aus diesen Basiskennzahlen werden die Gesamtbewertung (in %), die Materialfehlerrate (in ppm), die Störfallrate (Qualitätsmeldungsrate), die Logistikbewertungsziffer und andere errechnet und stehen dem Anwender in Form mehrerer Auswertungen zur Verfügung. Über drei vordefinierte Typen von Auswertungen (Gesamtbewertung, Bewertung unter Qualitätsaspekten und Bewertung unter Logistikaspekten) ist eine umfassende Bewertung der Lieferanten möglich. Jede Auswertung ermöglicht dabei online einen Wechsel zwischen verschiedenen Verdichtungsebenen, z.B. bei einem Lieferanten das zusätzliche Einblenden der gelieferten Sachnummern zur Detailanalyse.

Bei Continental Teves sind einzelne Werke verschiedenen Clustern zugewiesen. Da mittels SRS eine unternehmensweite Lieferantenbewertung durchgeführt wird, müssen die Daten der einzelnen Cluster an zentraler Stelle verdichtet werden. Diese Datenkonsolidierung erfolgt auf dem Zentralsystem (Bild 5).

Bild 5. Datenkonsolidierung auf dem Zentralsystem

Bild 5. Datenkonsolidierung auf dem Zentralsystem

Die zu diesem Zweck von SAP bereitgestellte Funktionalität des Application Link Enabling (ALE) steht derzeit in SAP R/3 für QM nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund werden die Daten der einzelnen Cluster über eine temporäre Unix-Datei zum Zentralsystem übertragen. Dieses Update auf das Zentralsystem erfolgt einmal pro Tag. Als Ergebnis stehen somit die gesamten aktuellen Daten vom Vortag für alle Werke auf dem Zentralsystem zur Verfügung.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, welches Fazit das Unternehmen gezogen hat und warum.


Inhaltsverzeichnis

Dr.-Ing. Michael Grobel, geb. 1956, studierte Maschinenbau an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte 1988 an der Universität Essen am Lehrstuhl für Strömungslehre. Seit 1989 arbeitet er in verschiedenen Funktionen für die Continental Teves AG (vormals ITT-Teves), Frankfurt. Schwerpunkte seiner Tätigkeit im Projekt „Europaweite Einführung SAP R/3“ waren das QM-Modul und die Logistikinformationssysteme. Seit Oktober 1999 ist er Leiter der Patentadministration.
Dr. Ralf Loebert, geb. 1967, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bamberg und promovierte 1997 dort im Fachbereich Marketing. Anschließend wurde er als Referent im Bereich Lieferantenentwicklung der ITT Automotive Europe GmbH (heute Continental Teves) in Frankfurt tätig, wo er anschließend die Leitung der Abteilung Logistik-Controlling und Ressourcenmanagement übernahm. Seit Juli 1999 hat er die Leitung Controlling Marketing und Sales der Campina AG in Heilbronn inne.

Michael Grobel, Ralf Loebert. Vergleichen lohnt sich. In: QZ 1/2000 .

DIN EN ISO 9001:2015

Zum ISO 9001:2015 Special

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Serie zum Thema Prozesse, veröffentlicht von QM-Experten deutscher Unternehmen gemeinsam mit der N5 GmbH und der Fachzeitschrift QZ

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