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Führung - Strategische Unternehmensführung

Entwicklung qualitätsorientierter Geschäftsmodelle

Der Zusammenhang zwischen Qualität und Geschäftsmodelltheorie

Wettbewerb wird durch Globalisierung, technologischen Fortschritt und steigende Kundenansprüche verstärkt. Früher waren Produktinnovationen ausreichend, um wettbewerbsfähig zu bleiben, doch heute werden Geschäftsmodellinnovationen benötigt. Damit diese neuen Geschäftsmodelle erfolgreich sind, darf eine Qualitätsorientierung wie bei vergangenen Produktinnovationen nicht fehlen.

Ein Paradigmenwechsel beim Qualitätsverständnis

Im Laufe der Zeit hat sich das Verständnis von Qualität kontinuierlich gewandelt. Ausgehend von einer rein eigenschafts- und beschaffenheitsbezogenen Bewertung des physischen Pro-dukts repräsentiert der Begriff heute viel mehr. Den Ausgangspunkt des klassischen Qualitätsverständnisses bildet die Definition der DIN EN ISO 9000, welche Qualität als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt“ definiert. Nach dieser Auffassung findet ein Vergleich des tatsächlichen Ist-Angebots des Unternehmens mit einer internen Sicht, aber auch mit externen Erwartungen des Marktes statt. Das Leistungsangebot des Unternehmens ergibt sich aus den angebotenen Produkten und Dienstleistungen.

Die Erwartungshaltung der Kunden und die damit definierten Soll-Anforderungen sind explizit herauszustellen. Sie sind Teil der allgemeinen Marktforderungen, welche zusätzlich durch gesetzgebende und gesellschaftliche Normen ergänzt werden. Im Sinne der theoretischen Mengenlehre findet eine Gegenüberstellung der Marktanforderungen und der Unternehmensleistungen statt. Die Überschneidung der beiden Bereiche bildet die realisierte Qualität und schafft die Grundlage für eine Bewertung der realisierbaren Leistung anhand der Kundenwünsche. Dieser Zusammenhang definiert das klassische Qualitätsverständnis

Das klassische Qualitätsverständnis (©WZL).

Diese Überlegungen bilden einen leicht verständlichen Bewertungsmaßstab. Jedoch liegt hier lediglich eine eindimensionale Betrachtung der Gegenüberstellung aus Marktansprüchen und Unternehmensleistungen vor. Eine Maximierung des Deckungsgrades im modellhaften, klassischen Qualitätsverständnis ist nur bedingt möglich, da Gestaltungsansätze für Unternehmen fehlen. Wenn die Unternehmensleistung nicht mit den Marktanforderungen übereinstimmt, kann die Frage, woran es liegt, nicht beantwortet werden. Das Modell muss deshalb erweitert werden, um im realen wirtschaftlichen Umfeld Anwendung finden zu können.

Schmitt und Pfeifer führen an, dass eine hinterfragende Abbildung der Marktrelevanz, kundenseitiger Erwartungen und Preisbildungsstrategien nur unzureichende Berücksichtigung in bisherigen Normen und Standards finden. Das Verständnis des Qualitätsbegriffs muss weiterentwickelt werden, um in der unternehmerischen Praxis als Entscheidungsgrundlage dienen zu können.

Zunächst muss ein Bewusstsein für die dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Stellhebel aufgebaut werden, die eine Vergrößerung des Überschneidungsgrades zulassen. Abstrakt betrachtet, ist die Leistung das Ergebnis, welches durch die Kombination von realisierten Aktivitäten erreicht werden kann. Spezifisch kann von Leistungen gesprochen werden, welche Unternehmen im Zielmarkt anbieten. Folglich ist die Unternehmensleistung durch die Regulierung interner Faktoren beeinflussbar. Nach Schmitt und Pfeifer ist zwischen den Dimensionen Unternehmensfähigkeiten und Unternehmensausrichtung zu differenzieren. Aus der Differenzierung des Leistungsbegriffs folgt eine Weiterentwicklung des initial vorgestellten klassischen Qualitätsverständnisses.

Das unternehmerische Qualitätsverständnis (©WZL)

Die Unternehmensausrichtung („Wille“ des Unternehmens) beschreibt die Gesamtheit alle Vorgaben, welche Vision, Strategie, Ziele und Werte der Organisation bedingen. Unter Unternehmensfähigkeiten („Können“ des Unternehmens) werden Umsetzungsmaßnahmen und Entwicklungen, die Einfluss auf Kompetenzen und Ressourcen der Organisation nehmen (Mitarbeitende, Betriebsmittel, Infrastruktur etc.), berücksichtigt. Eine deckungsgleiche Ausgestaltung der beiden Bereiche ist in der unternehmerischen Praxis nicht zwangsläufig gegeben. Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich jedoch durch eine effiziente Abstimmung der beiden Dimensionen aus. Je besser die Unternehmensfähigkeit den strategischen Zielvorstellungen nachkommt, desto effizienter kann die Unternehmensleistung erbracht werden.

Um die Unternehmensleistung zu maximieren, ist es die unternehmerische Aufgabe, die Ausgestaltung der gesamtheitlichen Leistung auf strategischer sowie Aktionsebene zu überwachen und konträre Entwicklungsrichtungen beider Dimensionen auszuschließen. Der Überschneidungsbereich zwischen Unternehmensausrichtung und -fähigkeiten wird als Unternehmensleistung definiert. Der neue Deckungsbereich zwischen der generierten Unternehmensleistung und der Erwartung des Marktes bildet nach Schmitt und Pfeifer die unternehmerische Qualität.


Inhaltsverzeichnis

Sait Başkaya, Dr. rer. pol., arbeitet als Postdoktorand am Lehrstuhl für Fertigungsmesstech-nik und Qualitätsmanagement des Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen.

Robin Günther, M.Sc., arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ferti-gungsmesstechnik und Qualitätsmanagement des Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen.

Robert H. Schmitt, Prof. Dr.-Ing., ist Inhaber des Lehrstuhls für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement und Direktor des WZL der RWTH Aachen sowie Mitglied des Direktoriums des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT) und dort Leiter der Abteilung Produktionsmesstechnik und Qualität.

Anschrift: Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen University, Lehrstuhl für Fer-tigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement, Campus-Boulevard 30, 52074 Aachen, Tel.: +49 151 729 219 63 Fax: +49 241 80 626 948, E-Mail: s.baskaya@wzl.rwth-aachen.de

Literaturhinweis

Bieger, T.; et al. (2011): Einleitung – Die Dynamik von Geschäftsmodellen, in: Bieger, T.; zu Knyphausen-Aufseß, D.; Krys, C. (Hrsg.): Innovative Geschäftsmodelle, Berlin, Heidelberg, S. 1-10.
Gassmann, O.; et al. (2017): Geschäftsmodelle entwickeln. 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator, 2. Aufl., München.
Osterwalder, A.; et al. (2013): Business model generation. A handbook for visionaries, game changers, and challengers, New York.
Schmitt, R.; Pfeifer, T. (2015): Qualitätsmanagement. Strategien - Methoden – Techniken, 5. Aufl., München.

DIN EN ISO 9001:2015

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