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Führung - Qualitätspreise

Walter Masing

Wegbereiter der Qualitätswissenschaft

Walter Masing gilt in Deutschland als der Wegbereiter für die industrielle Qualitätswissenschaft. Er erkannte früh die Bedeutung der Qualität für den Wirtschaftsstandort Deutschland und hat sich um die Verbreitung des Qualitätsgedankens verdient gemacht. Sein „Handbuch der Qualitätssicherung“ gilt bis heute als das Standardwerk für die Anwendung von qualitätssichernden Maßnahmen in der Industrie.

Walter Masing, 1915-2004

Walter Masing, 1915-2004

1915 im russischen St. Petersburg geboren, studierte Masing Experimentelle Physik an den Universitäten Dorpat (heute Tartu in Estland), Rostock und Leipzig, wo er 1940 promoviert wurde. 1948 gründete er als Mitinhaber und Technischer Leiter die Dr. Masing & Co. GmbH in Erbach im Odenwald. Das Unternehmen wurde später in die Bosch-Gruppe eingegliedert.

Masing war von 1957 bis 1963 stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Statistische Qualitätskontrolle, die 1968 in Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) umbenannt wurde. Von 1963 bis 1983 war er Vorsitzender der DGQ. 1956 konstituierte sich die European Organization for Quality (EOQ) in Bern, deren Gründungspräsident er war. Die International Academy for Quality (IAQ) zeichnete ihr Gründungsmitglied Masing mit der Berufung zum „Fellow“ aus. Auch war er dort von 1978 bis 1981 Präsident und von 1981 bis 1984 Chairman of the Board.

Deutschland hat ihn für seine zahlreichen Verdienste und herausragenden Leistungen unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1. Klasse und dem nach ihm benannten Walter-Masing-Preis für personenbezogene Spitzenleistungen im deutschen Qualitätsmanagement geehrt.

2002 erhält Sandra Scheermesser vom Fraunhofer IPT den Walter-Masing-Preis. V.l.n.r.: Prof. Günter Hertel, Prof. Armin Töpfer, Dr. Konstantin Petridis, Sandra Scheermesser, Dr. Rolf-Jürgen Ahlers, Dr. Nikolaos Raptakis (Finalist mit Ehrenurkunde), Prof. Tilo Pfeifer, Prof. Walter Masing.

Masing lehrte unter anderem an der TU Berlin und der Uni Stuttgart als Honorarprofessor. Richtungsweisend in der Qualitätslehre war „Der Masing“, sein im Hanser Verlag erschienenes „Handbuch des Qualitätsmanagements“. Das „manager magazin“ bezeichnete ihn einst als den „Nestor der Qualität in Deutschland“. Masing starb 2004 in seinem Haus in Erbach.

Rolf Henning, DGQ, Frankfurt


Stimmen von Wegbegleitern anlässlich der Feier des 100. Geburtstags von Walter Masing


Prof. Gerd Kamiske, TU Berlin

„An der TU Berlin erkannte man in den 1960er Jahren, dass an deutschen Universitäten ein Thema zu kurz kommt: Das Qualitätswesen. Für die Lehre braucht man einen Qualitätsfachmann. So gewann der damalige Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb, Prof. Günter Spur, für das Fach Qualitätswesen keinen geringeren als Herrn Dr. Masing als Lehrbeauftragten – damals erfolgreicher Unternehmer und Präsident der DGQ. Von 1968 bis 1977 erfuhren Masings Studenten die Bedeutung von Qualität und die Anwendung der Statistik zur Steuerung von Produktionsprozessen.

Das alles geschah noch vor der „Zweiten Revolution im Automobilbau“ und dem „International Motor Vehicle Project“ des MIT Boston, das eine ungeheure Wissenserweiterung mit sich brachte und Qualitäts“management“ erst möglich machte. Dieses führte u. a. zu dem Lehrstuhl „Qualitätswissenschaft“ im Jahre 1988.“


Dr. -Ing. Joachim Herrmann, Universitätsprofessor i. R.

Dr. Hermann hörte 1967 eben jene erste Vorlesung zur Qualitätslehre: „Ich war damals Student des Maschinenbaus an der TU Berlin und arbeitete nebenbei als Hilfsassistent bei Professor Spur. Als ich von der neuen Vorlesung „Qualitätslehre“ im Sommersemester 1967 erfuhr, meldete ich mich umgehend dafür an.

Wir waren weniger als zehn Studenten, die zur Vorlesung erschienen, und blieben auch bis zum Schluss dabei, denn nicht nur der Inhalt war neu und interessant, auch der Vortragsstil von Walter Masing wich vom bisher Gewohnten ab und fesselte unsere Aufmerksamkeit. Er streute auch immer einige „Merksprüche“ ein, die mir bis heute im Gedächtnis sind.

In der damaligen Zeit gehörten Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung noch nicht zum Lehrstoff der Studenten des Maschinenbaus. Walter Masing gab uns eine erste Einführung in diese Gebiete. Als er uns erklärte, dass die Verteilung einer Zahlenmenge mit dem arithmetischen Mittelwert allein nicht hinreichend beschrieben wird, sagte er nebenbei: „Wenn man einen Fluss überquert, ertrinkt man nicht am Mittelwert, sondern an der tiefsten Stelle.“ Bei genauem Hinsehen dieser Satz einige Schwachstellen, aber wir haben die Bedeutung schmunzelnd erkannt. Natürlich hat Walter Masing dann auch die Begriffe der Standardabweichung und des Vertrauensbereiches mathematisch korrekt eingeführt.

Als wir an einer anderen Stelle der Vorlesungsreihe über die Bedeutung des Kundendienstes sprachen, meinte Walter Masing: „Meine Herren, mit gutem Kundendienst habe ich meine erste Million verdient!“ Er führte dazu aus, dass er als Unternehmer numerische Steuerungen unter anderem an das VW-Werk Wolfsburg verkaufte, wo sie hauptsächlich in Punktschweißmaschinen im Karosserierohbau eingesetzt waren. Wenn immer sich der damalige Bereichsleiter des Rohbaus – der berühmt-berüchtigte Artur Schuld - über Probleme einer Steuerung bei Walter Masing beschwerte, fand sich dieser schon am nächsten Morgen zusammen mit einem Techniker in Schulds Büro ein und sorgte für eine schnelle Problemlösung.

Noch ein Spruch sei hier zitiert: „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie.“ Dieser Satz begleitete mich durch mein ganzes Berufsleben und erwies sich als außerordentlich hilfreich bei der Lösung zahlreicher Probleme.“


Prof. Tilo Pfeifer, RWTH Aachen

„Als Hochschullehrer an die RWTH berufen, hatte ich das mir übertragene Forschungsfeld der Fertigungsmesstechnik schon Anfang der 70er Jahre um das interdisziplinäre und eng damit verbundene Gebiet der, wie man damals sagte, „Qualitätssicherung“ erweitert. Nun war ich auf der Suche nach einer geeigneten Plattform zur Förderung industrierelevanter Forschungs- und Entwicklungsprojekte für das Thema Qualität. Hierzu bot sich die Einrichtung einer Forschungsvereinigung bei der AIF (Arbeitsgemeinschaft industrielle Forschung) an, für die ich die DGQ als Trägerorganisation gewinnen wollte. Schon nach einer knappen Erläuterung des Konzeptes gegenüber dem damaligen DGQ-Präsidenten und seinem ebenfalls anwesenden Vorgänger, Professor Masing, hatte ich beide Herren als begeisterte Förderer dieser Idee gewonnen. Bis zur Gründung der Forschungsvereinigung waren dann zwar noch zahlreiche Hürden zu nehmen, aber durch die engagierte Unterstützung sowohl von Herrn Masing als auch insbesondere durch Herrn Hansen, konnten schließlich 1987 die ersten Projekte der Forschungsgemeinschaft Qualität (FQS) gestartet werden.“


Feier anlässlich des 100. Geburtstags von Walter Masing am 15. Juli 2015 in Frankfurt am Main

Prof. Michael Ketting, IAMT-Gruppe

„Walter Masing hat mich enorm beeindruckt. Da stand am Rednerpult ein knapp über 75 Lebensjahre zählender Wissenschaftler, der mit klarer und gewaltiger Stimme (der Einzige, der im Saal kein Mikrophon benutzte) einen Vortrag zu Themen des Qualitätsmanagements hielt. Sein Vortrag war fachlich anspruchsvoll, aber doch sehr verständlich.

Zahlreiche Beispiele zeugten davon, dass Masing unmittelbar aus der Praxis kam. Es gelang ihm zugleich, den theoretischen Hintergrund des Qualitätsmanagements in einer Weise auf diese Beispiele zu projizieren, dass jedem im Auditorium deutlich wurde, „wie“ Qualitätsmanagement in der Praxis funktioniert.“


Regina von Diemer, Inhaberin von IP Industrielle Psychologie und IPQ Institut für persönliche Qualität

„Der erste Eindruck von Prof. Masing war geprägt von Präsenz, Aktivität, Stil und Disziplin. Das hat sich über die lange Zeit, in der ich mit ihm zusammenarbeiten durfte, immer wieder bestätigt. Als Pionier der Qualitätsbewegung gingen von Prof. Masing viele grundlegende Impulse aus. Zwei davon waren für mich und meine Arbeit besonders wertvoll. Der eine war seine wunderbare unternehmerische Leidenschaft. Die Verantwortung für das Produkt und damit verbunden das Streben nach Verbesserung und Optimierung, war für ihn bedingungslos an den Unternehmenserfolg geknüpft.

Der zweite, die Verantwortung für die Mitarbeiter, zeigte sich in seinem Führungsverständnis, wo er die Wertschätzung für Mitarbeiter und deren Bedeutung für Qualität beispielhaft lebte. So erinnere ich mich, wie er erzählte, er habe einen Mitarbeiter angesprochen, der den Hof in seinem Werk in Erbach kehrte und ihm deutlich gemacht, wie wichtig diese Arbeit für den ersten Eindruck ist, den die Kunden bei ihren Werksbesuchen erhalten.“


Auch im Ausland war Professor Masing als Qualitätspionier und -experte bekannt und anerkannt. Die Gründung verschiedener Qualitätsgesellschaften in Europa hat er maßgeblich beeinflusst. Weggefährten aus Österreich, Argentinien und Estland erinnern sich.


Techn. Rat Ing. Viktor Seitschek, Geschäftsführender Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Qualität, ÖVQ

„Als 1979 mit der Gründung der „Österreichischen Vereinigung für Qualitätssicherung, ÖVQ“ das „Qualitätssicherungs-Zeitalter“ in Österreich anbrach, war es sehr naheliegend, über die Grenzen zu blicken und von den bereits etablierten Organisationen zu lernen. Ein großes Vorbild dabei war die „Deutsche Gesellschaft für Qualität, DGQ“. Das freundschaftliche Verhältnis zu Prof. Masing war in den Anfangsjahren der ÖVQ äußerst hilfreich. Die persönliche Unterstützung des auch in der Fachwelt Österreichs bestens bekannten „Qualitäts-Großmeisters/Gurus“ als Vortragender bei ÖVQ-Seminaren und -Kursen zeichneten die ÖVQ-Veranstaltungen am Markt und bei den Kunden aus.

Prof. Dr. Masing war ein ausgezeichneter internationaler Experte, Lehrer und Wegbereiter des modernen Qualitätsmanagements. Seine wohlwollende Art und seine gewinnende Persönlichkeit zeichneten ihn auch als besonderen Menschen aus.“


Dr. Marcos R. J. Bertin, ehemaliger Präsident der International Academy for Quality

“I was very impressed by his experience and know-how as a successful business man passionate for quality who, after retirement, became an outstanding professor.”


Erich Asumäe, ein Gründer und Ehrenmitglied der Estnischen Gesellschaft für Qualität (EGQ)

„1989 gab es noch keine Estnische Gesellschaft für Qualität. Sie wurde erst dank der Vorlesungen von Professor Masing und seiner Treffen mit Qualitätsinteressenten 1989-1990 gegründet. Jahrzehnte hat in Sowjetestland Befehlwirtschaft, und keine Marktwirtschaft geherrscht.

Ahto Tihkan, ein Gründer der EGQ, berichtet: „Masing hat uns mit dem Können, theoretische Kenntnisse ins praktische Leben zu bringen, fasziniert. Seine Vorlesungen waren überzeugend, anregend und aufgeregt. Im Jahre 1990 hat er nach einer Vorlesung die Tätigkeit der DGQ und der Europäischen Qualitätsorganisation gründlicher präsentiert. Nach diesem Treffen war die Entscheidung, die EGQ zu gründen, ganz sicher.“

Professor Masing hat die EGQ mit Rat und Tat und auch materiell unterstützt, besonders mit qualitätbetreffender Literatur. Das Geschenk des Professors war das Qualitäts-Magazin QZ, die unserer Gesellschaft jahrelang geschickt wurde.

In vielen Briefen, die der Professor mir in seiner wie er sagte „vom Rost befreiten“ estnischen Sprache geschrieben hat, war die Empfehlung dem wieder freien Estland: “Bevorzugen Sie Industrie! Musik wird in der Fabrik gespielt!“ Von seinen Vorlesungen fallen mir seine 12 Postulate ein und seine Sprüche wie: „Man muss richtige und nützliche Sachen zum richtigen Zeitpunkt und sachlich machen“, „Die Qualität ist teuer, aber eine minderwertige Qualität ist viel teurer“. Die Vorlesungen von Masing „Gute Qualität als ein wichtiger Faktor“ wurden ins Estnische übersetzt. Sie sind in den Interessengruppen sehr begehrt.“


Lothar Emmerich

"Für mich war Prof. Dr. Masing eine Persönlichkeit, die sich bezüglich Weitblick und besonders im Hinblick auf Qualität auszeichnete. Es war deutlich zu erkennen, dass er aus der Praxis der unternehmerischen Erlebniswelt kam. Das zeigte sich auch an seinem sehr ausgeprägten realitätsbezogenen Urteilsvermögen und seinem Verhalten zu den Menschen. Er hat auf die Bedeutung von Qualität für unsere Volkswirtschaft frühzeitig aufmerksam gemacht und hat auch öffentlich auf die möglichen Gefahren hingewiesen, wenn wir nicht genügend tun. Aus dieser visionären Kraft heraus hat er mit großem Engagement, Begeisterung und Überzeugung das Thema Qualität vertreten und vorangebracht.

Wenn man sich vor Augen führt, dass 1965 bei Einzelteilen noch eine Fehlerquote von z.B. 5 Prozent vom Markt akzeptiert wurde und das sich dann in die Forderung 3,4 ppm, d.h. praktisch null Fehler wandelte, dann war es schon ein gewaltiger Schritt. Dass sich dieses Thema Qualität noch dazu als durchgängiges und nützliches Führungsinstrument erweisen könnte, hätte 1965 noch niemand gedacht. Auch die Möglichkeit der Erschließung großer Potenziale zur Kostensenkung und Verbesserung durch das neue Vorgehen waren damals ebenfalls nicht vorstellbar. Die jetzige Betrachtung von Qualität ist deshalb aus Sicht der Qualitätswissenschaft mit den damaligen Vorstellungen absolut nicht mehr zu vergleichen.

Was Prof. Dr. Masing bis zur MIT-Studie 1990 (Vergleich der japanischen mit der westlichen Vorgehensweise) wirklich bewirkt und geleistet hat, kann mit dem Durchbohren von vielen “dicken Brettern“ verglichen werden. Es mußten nicht nur Veränderungen in der Methode angestoßen werden, sondern im Besonderen auch die Denkweisen, wie Qualität zu sehen und wer für die Qualität tatsächlich verantwortlich ist.

Folgende babylonische Vorstellungen und blockierende Widerstände waren auch bis in die 1980er Jahre gegenüber der neuen Q-Denkweise und Q-Methoden immer noch vorzufinden gegen die Prof. Dr. Masing hartnäckig anzukämpfen hatte.

  • Die Oberste Leitung betonte grundsätzlich schon immer wie wichtig Qualität ist. Wer kann denn schon gegen Qualität sein? Diese Aussagen waren allerdings nur oberflächlich. Besondere Anstrengungen für eine Weiterentwicklungen waren diesbezüglich nicht nötig, da der Ertrag ausreichend genug war und damit ihre Auffassung als richtig bestätigte. Nur der Marktdruck erzwang später Veränderungen, die dann aber oftmals nicht aus Überzeugung umgesetzt wurden.
  • KontrollsteIlen wurden in die modern klingende “Qualitätssicherung“ umbenannt. Bei näherer Betrachtung stellt sich aber sehr schnell heraus: »das einzig Neue daran ist der falsche Name!«
  • Das Spektrum der Vorstellungen über den QS-Bereich umfasste die »seelenlosen Prüfknechte ohne Hirn« bis hin zur Gesamtverantwortlichkeit für alle Fehler, die irgendwann, irgendwo gemacht wurden.

Auch glaubten so manche eine hohe Q-Kompetenz zu besitzen und verkauften sich auch so, obwohl sie selbst im Denken, Wissen und Handeln sich noch auf den untersten Stufen dieser Entwicklung befanden. Die aufgezeigten Feststellungen mögen dem einen oder anderen als überzogen erscheinen. Sie zeigen jedoch sehr deutlich auf, dass die Umstellung auf ein neues Denken und Handeln viel schwieriger ist, als man dies wahrhaben will oder sich vorstellen kann.
Wie sagte Prof. Dr. Masing: Qualität ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Qualität! Diese Erkenntnis hätte solche langanhaltenden, zähen babylonischen Hindernisse ohne die vorhandenen Blockaden nicht aufkommen lassen. Auch andere Beispiele über unverständliches Vorgehen aufgrund solcher Erkenntnisschwächen auch in anderen Ebenen in heutiger Zeit ließen sich leider noch problemlos hinzufügen.

Die MIT-Studie war für den Westen ein großer Schock. Sie zeigte in aller Deutlichkeit, dass Japan durch seine Qualitätsrevolution (Väter: Juran und Deming) den Westen gewaltig überholt hatte. Diese Studie verstärkte auch bei uns den Eindruck eines großen Rückstandes bei unserem geliebten “Made in Germany“ gegenüber dem japanischen Wettbewerb. Mit solch gewaltigen Unterschieden und Defiziten hatte niemand gerechnet. Die westliche Industrie hatte aufgrund ihrer lang andauernden guten Geschäftslage geglaubt, unerreichbar zu sein. Hier wurde die Aussage: “Der Erfolg macht blind!“ in besonders krasser Weise bestätigt.

Aber unser Rückstand wurde trotz der vielen “Hindernisse“ fast lautlos in recht kurzer Zeit überwunden. Da konnte man staunen. Es müssen also Entwicklungen und Umdenkprozesse stattgefunden haben, sowie Potenziale in den Startlöchern gewesen sein, mit denen wir diesen Nachholbedarf recht schnell beheben konnten. Diese “schlummernden“ Potenziale sind auf die hartnäckigen missionarischen Anstrengungen von Prof. Dr. Masing zurückzuführen, die sich in ansteckender Weise “im Untergrund“ fortsetzten. Er hat mit viel Weitsicht und großem Engagement auf verschiedenen Ebenen für seine Sache unermüdlich und umfangreich gekämpft. Er wollte mit aller Kraft erreichen, dass das “Made in Germany“ weiterhin ganz vorne bleibt.

Mit Herzblut und durch seine begeisternde Überzeugungskraft hat er die Qualitätsverantwortlichen neben dem Fachwissen (Statistik, grundsätzliches Denken, usw.) auch viel Kraft, Begeisterung, Selbstbewusstsein und Zuversicht vermittelt. Er hat uns damit auch davon überzeugt, dass es sich lohnt, seine missionarische Arbeit in unseren Unternehmen fortzuführen und diese weiter zu entwickeln. Dies geschah durch Vorträge, Schulungen, Seminare, Veranstaltungen in Unternehmen und auch durch Vorlesungen im Ausland. Ohne die große innere Überzeugung von Prof. Dr. Masing, sein intensives und zähes Bemühen, gepaart mit Herzblut, das sich in großer begeisternder Überzeugungskraft äußerte, hat er großen Schaden von Deutschland abgewandt. Dafür müssen wir alle ihm auch heute noch dankbar sein."

Deshalb war die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse für sein herausragendes, vorbildliches Wirken als Auszeichnung mehr als angebracht. Das Buch: “Walter Masing, ein Leben für Qualität“ (Hrsg. Herbert Schnauber) bestätigt ebenfalls, dass Prof. Dr. Walter Masing ein besonders herausragendes Vorbild für Deutschland und Europa war und immer sein kann.

zusätzliche Links

Fachbuch Qualitätsmanagement von A-Z - Wichtige Begriffe des Qualitätsmanagements und ihre Bedeutung von Gerd F. Kamiske und Jörg-Peter Brauer

Fachbuch Masing Handbuch Qualitätsmanagement , Herausgegeben von Tilo Pfeifer, Robert Schmitt

Weitere Informationen zum Walter Masing Preis

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