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03.05.2019

Vertikale Flächen optisch messen

Optische Messungen stießen bei vertikalen Flächen bisher an ihre Grenzen. Nun ermöglicht es die neue Funktion eines Koordinatenmesssystems, vertikale Flanken über 90 ° berührungslos und genau zu messen und so Messzeit zu sparen.

© Bruker Alicona

© Bruker Alicona

Geometrien wie Bohrungen von z.B. Einspritzventilen aus der Automobilindustrie waren in der Vergangenheit optisch kaum messbar. Das seitliche Antasten von Bauteilen mit vertikalen Flächen beschränkte sich bisher auf taktile Messsysteme, CT-Lösungen oder komplexe Sonderlösungen. Dies ändert sich mit einer neuen Funktion des optischen Koordinatenmesssystems µCMM von Bruker Alicona aus Raaba bei Graz/Österreich. Damit können ab sofort vertikale Flächen von mehr als 90° auch optisch gemessen werden.
Nach Angaben des Herstellers ist µCMM das erste rein optische Koordinatenmessgerät, mit dem sich Maß, Form, Lage und Rauheit von engsten Toleranzen berührungslos und mit nur einem Sensor messen lassen. Die jüngste Erweiterung des Koordinatenmesssystems ermöglicht nun auch das seitliche Antasten von Bauteilen. Bauteilmerkmale wie Löcher, Bohrungen, Referenzflächen, Konturen, Längen etc. sind damit in hoher Genauigkeit, hoher Auflösung und kurzer Messzeit optisch messbar. Das Durchmesser-Tiefen Verhältnis von Löchern reicht von 1:3 bis 1:10, der messbare Durchmesser beträgt 0,1 mm bis 2 mm. Anwender messen Parameter wie Außen- und Innendurchmesser sowie Öffnungswinkel. In Kombination mit der automatischen Dreh- und Schwenkachse µCMM Real3D, die aus dem 3-Achs KMG ein 5-Achssystem macht, werden auch mehrere Löcher inklusive ihrer Orientierung zueinander gemessen. Eine mögliche Anwendung ist die Messung von Einspritzdüsen inklusive Durchmesser, K-Faktor, Einspritzwinkel und Seitenwinkel.

Vertical Focus Probing, ein zum Patent angemeldetes Verfahren zur Lochmessung, ist eine Erweiterung der Fokus-Variation und basiert auf der Nutzung eines partiellen Lichtkegels. Einzelne, von vertikalen Flächen diffus reflektierte Lichtstrahlen, werden vom Objektiv erfasst. Flanken mit mehr als 90° sind hochauflösend, rückführbar und wiederholgenau messbar. So gemessene vertikale Flanken können zum Beispiel für das Einpassen eines Werkstück-Koordinatensystems verwendet werden.
Das Koordinatenmesssystem ermöglicht die hochgenaue Messung kleinster Toleranzen auch auf großen Bauteilen. Die einzelnen Bauteilmerkmale werden flächenhaft mit großer Messpunktdichte erfasst. Zusätzlich zur Messung dimensionaler Parameter ermöglicht dies auch die Messung der Rauheit nach EN ISO 4287/88 (Ra, Rq, Rz ...) und 25178 (Sa, Sq, Sz ...). Durch die hohe Genauigkeit der Achsen werden die Einzelmessungen präzise zueinander in Relation gesetzt. Anwender verifizieren so auch die Position ihrer Bauteile. Somit ist es nicht länger notwendig, das gesamte Bauteil optisch zu messen. Es reicht die Messung jener Bereiche, die relevant sind. Für den Anwender bedeutet dies nicht zuletzt eine signifikante Reduktion der Messzeit.

www.alicona.com

Unternehmensinformation

Alicona Imaging GmbH

Dr.-Auner-Straße 21a
AT 8074 RAABA/GRAZ
Tel.: +43 316 403010-700
Fax: +43 316 403010-711

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