nach oben
Meine Merkliste
Ihre Merklisteneinträge speichern
Wenn Sie weitere Inhalte zu Ihrer Merkliste hinzufügen möchten, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, registrieren Sie sich bitte im Hanser Kundencenter.

» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.
Ihre Merklisten
Wenn Sie Ihre Merklisten bei Ihrem nächsten Besuch wieder verwenden möchten, melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich im Hanser Kundencenter.
» Sie haben schon ein Benutzerkonto? Melden Sie sich bitte hier an.
» Noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich bitte hier.

« Zurück

Ihre Vorteile im Überblick

  • Ein Login für alle Hanser Fachportale
  • Individuelle Startseite und damit schneller Zugriff auf bevorzugte Inhalte
  • Exklusiver Zugriff auf ausgewählte Inhalte
  • Persönliche Merklisten über alle Hanser Fachportale
  • Zentrale Verwaltung Ihrer persönlichen Daten und Newsletter-Abonnements

Jetzt registrieren
Merken Gemerkt
01.09.2013 Anzeige

Qualitätskontrolle von Stahlblöcken liefert neue Erkenntnisse für Materialwissenschaftler

Bestimmung qualitätsrelevanter Merkmale von Stahlproben durch Auswertung von makroskopischen Aufnahmen

Bei Stählen und Legierungen mit speziellen technologischen Eigenschaften, welche in hochbeanspruchten Anwendungen eingesetzt werden, muss ein hoher Reinheitsgrad und eine gute Gefügehomogenität sichergestellt sein. Diese Forderungen sind nur durch ausgewählte Sonderschmelzverfahren wie dem ESU-Verfahren zu gewährleisten. Dabei werden konventionell oder mithilfe der Vakuummetallurgie hergestellte Blöcke (Elektroden) durch Aufschmelzen in einem flüssigen Schlackenbad und Wiedererstarren in einer wassergekühlten Kokille (Umschmelzen) zu neuen Blöcken mit verbesserten Eigenschaften umgewandelt. Das von der Elektrodenspitze abtropfende Metall wird durch intensive Wechselwirkung mit der Schlacke von unerwünschten Begleitelementen gereinigt.

Prinzip der Stahlveredelung mittel ESU Anlage

Um die Prozessparamter solcher Anlagen zu optimieren, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Bei der metallographischen Methode wird eine Scheibe durch Trennen des Blocks in der Längsachse mit nachfolgendem Schleifen und Ätzen gewonnen. Diese Scheibe zeigt die Ausbildung der erstarrenden Metallschmelze. Hierbei sind vor allem die Richtung der transkristallinen Körner (länglich gestreckt) und der globulitischen Zonen (kugelig) zu unterscheiden. Die Wachstumsrichtung ändert sich vom Rand zum Zentrum von einer horizontalen Orientierung hin zu einer vertikalen. Im rechten Winkel zur Wachstumsrichtung steht das sogenannte Poolprofil, welches wichtige Kennwerte für den Ablauf des Erstarrungsprozesses liefert.

Bei bisherigen Auswertungen wurden die Blöcke photographisch aufgenommen und die Orientierungen in mühsamer, zeitaufwendiger und subjektiver Weise auf Folien gezeichnet, welche über die entwickelten photographischen Bilder gelegt wurden. Aus den lokalen Orientierungen wurden danach die orthogonal dazu stehenden Poolprofile konstruiert, deren Form und Homogenität Aufschluss über zeitliche Vorgänge während des Erstarrungsprozesses geben. In einem Projekt, das gemeinsam von Böhler Edelstahl aus Kapfenberg, Österreich, und Joanneum Research aus Graz durchgeführt wurde, konnte dieser Aufnahme- und Auswerteprozess nun optimiert und automatisiert werden.

Aufnahmeeinheit mit Zeilenkamera, Beleuchtungseinheit und Ätzscheibe am Förderband

Die Aufnahme übernimmt in diesem System eine monochrome Zeilenkamera (e2v AViiVA SM2) mit 4.096 Bildpunkten, die Auflösung im Bild beträgt damit 50µm/Pixel. Damit können übliche Plattenbreiten in einem einzigen Scanvorgang aufgenommen werden, wobei die Platten auf einem Förderband unter der Kamera transportiert werden. Eine spezielle Beleuchtung ermöglicht es, alle relevanten Merkmale in den Bildern – für den Betrachter besser sichtbar als die Originalansicht – darstellen zu können. Diese Bilder hoher Qualität, aufgenommen unter standardisierten Bedingungen, bilden die Grundlage für die folgende Bildauswertung.

Um das Poolprofil manuell zu bestimmen, wertet der Metallurge unterschiedliche visuelle Merkmale, die mit freiem Auge erkennbar sind, aus. In der Literatur finden sich hauptsächlich die Bestimmung aus der Richtung der Dendriten. Solche sind jedoch nicht überall sichtbar oder als solche eindeutig identifizierbar, sodass in weiten Regionen mit diesem Ansatz kaum Strukturinformation ableitbar sind.

Daher wurden für die Bildauswertung mehrere Ansätze geprüft, um alle strukturbestimmenden Merkmale mit Richtungsinformation als nutzbare Information mit einzubeziehen. Daraus lässt sich ein sehr viel dichteres Netz von Punkten mit lokalen Orientierungsinformationen gewinnen. In einem mehrstufigen Prozess mit Qualitäts- und Plausibilitätsüberprüfungen können störende Strukturen über eine Maskierung vor der weiteren Verarbeitung ausgeblendet werden. Die verbleibenden Bereiche erlauben es dann, sehr genaue Poolprofillinien zu errechnen, welche gut mit jenen in den Bereichen übereinstimmen, in denen eine manuelle Auswertung möglich ist.

Ausgangsbild, Detail aus einem Gesamtbild der Größe 4096 x 7000 Pixel

Lokale Orientierungen im Bild

Poolprofile (gelbe Linien) nach Anwendung von Stabilitäts- und Plausibilitätskriterien

Die bisher mit den entwickelten Methoden erzielten Ergebnisse zeigen sich sehr stabil und wiederholbar bei der Ermittlung der Poolprofile. Durch die automatisierte Auswertung mit Plausibilitätsprüfung werden auch Merkmale in Regionen gefunden, welche in einer manuellen Begutachtung wegen nicht eindeutig identifizierbarer Zuordnung keine Verwendung finden.

Durch den geringen Aufwand für die Auswertung und die Sicherheit, dass für unterschiedliche Proben immer dieselben Methoden angewandt werden, kann sowohl eine höhere statistische Sicherheit durch die Bearbeitung einer größeren Anzahl von Proben als auch weniger Streuung durch Subjektivität erreicht werden. Gleichzeitig ist durch die hochauflösende, digitale Aufnahmetechnik eine sehr gute und dauerhafte Dokumentation der Versuchsobjekte sichergestellt. Die bisherigen Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass bei Aufnahmen mit einer Auflösung bis zu 5 µm/Pixel weitere interessante Strukturen sichtbar werden. Diese, bisher in der manuellen Auswertungen nicht berücksichtigten Muster, sollen in Zukunft ebenfalls systematisch ausgewertet werden. Da sich hierbei eine sinnvolle Texturbestimmung nicht nur auf sehr lokale Bereiche beschränken darf, sollen die Aufnahmen mit einer e2v ELiiXA+ Zeilenkamera mit 16.384 Pixeln pro Zeile erfolgen. Damit können Streifen von acht Zentimeter Breite und beliebiger Länge mit einer Auflösung von 5 µm maßstabsrichtig und perfekt ausgeleuchtet aufgenommen werden. Die hohe Dynamik von 12 Bit ermöglicht es, auch Muster mit schwachen Kontrasten innerhalb einer Aufnahme zu erkennen, in der durch die metallischen Reflexionseigenschaften in vielen Bereichen sehr hohe Kontraste vorherrschen.

Die Anwendung der automatischen Auswertung auf sehr hochauflösenden Bildern gibt den Materialwissenschaftlern neue Erkenntnisse über wichtige Vorgänge im Erstarrungsprozess. Damit lassen sich die Qualität von Produkten weiter steigern und wesentliche Grundlagen für die Entwicklung und Optimierung für neue Produkte gewinnen. Dieses Projekt wurde im Rahmen des Comet Projekts »Embedded Computer Vision - ECV« vom BMVIT und BMWFJ gefördert.

www.joanneum.at/de/digital
www.bohler-edelstahl.com
www.rauscher.de

Unternehmensinformation

RAUSCHER GmbH

Johann-G.-Gutenberg-Str. 20
DE 82140 Olching
Tel.: 08142 44841-0
Fax: 08142 44841-90

Newsletter

Sie wollen immer top-aktuell informiert sein? Dann abonnieren Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!

Hier kostenlos anmelden

Beispiel-Newsletter ansehen