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04.10.2010

Intraokulare Linse

Klare Sicht für den Patienten

Intraokulare Linse

Intraokulare Linse

Wenn die Sicht allmählich dem Blick durch eine Milchglasscheibe ähnelt, handelt es sich meist um die Eintrübung der Augenlinse, genannt Grauer Star oder Katarakt. Der Katarakt ist eine meist altersbedingte Augenkrankheit, die ab dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Bei der 15- bis 30-minütigen, oft ambulanten Operation wird die getrübte Linse mittels Ultraschall "verflüssigt" und anschließend durch einen kleinen seitlichen Schnitt in der Hornhaut abgesaugt. In den noch intakten Kapselsack wird eine Kunstlinse, die Intraokulare Linse (IOL), eingesetzt, die dem Patienten wieder klare Sicht ermöglicht. Dank einer großen Auswahl an unterschiedlichen Kunstlinsen können sogar bestehende Fehlsichtigkeiten oder Hornhautverkrümmungen ausgeglichen werden.

Die Intraokularlinsen werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt: Plexiglas, Silikon oder Acryl. "Wir bevorzugen Materialien, die seit 20 Jahren als Implantate eingesetzt werden und absolut sicher sind", sagt Christian Fleischmann, Fertigungsleiter bei der HumanOptics AG. "Das ist heute besonders wichtig, weil immer mehr jüngere Menschen am Grauen Star operiert werden und die Kunstlinse viele Jahre im Auge bleiben muss." Am Standort Erlangen wird hydrophiles Acrylat für die IOLs verwendet. Dieser Werkstoff hat im trockenen Zustand ähnliche Eigenschaften wie Plexiglas und lässt sich daher gut zerspanen. Als Endprodukt im "feuchten Zustand" ist er hochflexibel und lässt sich mehrfach falten. Das hat den Vorteil, dass zum Einsetzen der Linse nur ein minimaler Schnitt nötig ist, der schnell und oft ohne Nahtverschluss heilt.

HumanOptics entwickelt, fertigt und vertreibt an den Standorten Erlangen und St. Augustin Intraokularlinsen für verschiedene Indikationen. Mit seinem hundertprozentigen Tochterunternehmen Dr. Schmidt verfügt der Konzern über mehr als 30 Jahre Erfahrung im IOL-Bereich. "Wir sind eine der wenigen Firmen der Branche, die die ganze Fertigungstiefe vorweisen können", sagt Fleischmann. Seine Position behauptet das Unternehmen vor allem im Bereich Linsen und Standardlinsen. So verfügt HumanOptics mit der Speziallinse Aspira-aAY über eine technologisch führende Lösung für Graue-Star-Operationen.

Auf Präzisionsdrehmaschinen wird bereits mit Diamantwerkzeugen vorkonturiert. Anschließend werden die IOLs auf Ultrapräzisionsfräsmaschinen bearbeitet. Dazu werden die Teile im Vakuum gespannt, mit Diamantfräswerkzeugen wird die Kontur der Linse gefräst. Dann folgt das Finishdrehen auf Ultrapräzisionsdrehmaschinen mit speziell geschliffenen Diamantwerkzeugen, ebenfalls in Vakuumspanntechnik. So entsteht aus einem 10-Cent-Stück großen Acrylstück allmählich eine Linse mit 7 mm Durchmesser. Die Haptiken, also die Miniatur-Bügel, mit denen die Linse im Auge aufgespannt wird, sind lediglich 70 µm dick.

Damit die filigranen Linsen den höchsten Qualitätsstandards genügen und größtmögliche Patientensicherheit bieten, werden sie immer wieder mikroskopisch geprüft. Für die präzise Qualitätsprüfung steht ein Stereomikroskop Leica M205 C von Leica Microsystems, Wetzlar, bereit. "Ausschlaggebend für die Wahl dieses Mikroskops war die hohe Vergrößerung bei optimaler Lichtausbeute", sagt Fleischmann. Mit 160-facher Vergrößerung prüfen die Mitarbeiter die Linsen auf kleinste Schadstellen: Diese können bei der Bearbeitung entstehen, wenn minimale Partikel im Nanometerbereich auf Linse oder Werkzeug haften und Spuren auf der Materialoberfläche hinterlassen.

Das Stereomikroskop wird auch bei der Qualitätsprüfung von speziellen Werkzeugen genutzt, die am Standort Erlangen für die Fertigung von torischen und diffraktiven Linsen hergestellt werden. Torische Linsen haben ein spezielles Flächendesign und werden zur Regulierung einer Hornhautverkrümmung eingesetzt. Diffraktive Linsen ermöglichen es den Katarakt-Patienten, mit einer künstlichen Linse nicht nur in der Ferne, sondern auch im Zwischen- und Nahbereich scharf zu sehen. "Das erreichen wir mit einem speziellen optischen Design, das auf dem Prinzip der Lichtbeugung basiert", erklärt Fleischmann. "Unsere Linse hat diffraktive Stufen mit scharfen Optikkanten. Die Fertigungstoleranzen liegen hier im Nanometer-Bereich, bei der Oberflächengüte und den Rauigkeiten im Subnanometerbereich." Diese Linsentypen werden aus Silikon gefertigt – auch die Gussform muss daher höchste Präzision aufweisen. Aufschluss gibt das Stereomikroskop.

Bevor die Linsen die Fertigung in Erlangen verlassen, werden sie vorgereinigt. Die Mitarbeiterinnen arbeiten in einer Flowbox und damit in staubfreier Umgebung. Unter dem Mikroskop erkennen sie kleinste Staubfusseln und andere Partikel und reinigen die Linsen mit Reinstwasser, Alkohol und Seifenlösung. Am HumanOptics-Standort in St. Augustin werden die IOLs noch einmal unter Reinraumbedingungen gereinigt und vermessen.

Pro Monat produziert das Unternehmen bis zu 15 000 Linsen. Zentraleuropa und der deutschsprachige Raum werden mit der Handelsmarke Dr. Schmidt betreut. Die meisten Linsen unter der Handelsmarke HumanOptics sind für den Export bestimmt, und zwar weltweit, erklärt Fleischmann: "Dort ist die Qualität ein wichtiges Kriterium bei Sonderlinsen, und die hat für uns oberste Priorität: Schließlich sollen unsere Implantate jahrzehntelang halten."

Unternehmensinformation

Leica Microsystems GmbH

Ernst-Leitz-Straße 17-37
DE 35578 Wetzlar
Tel.: 06441 29-0
Fax: 06441 29-4155

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