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10.12.2018

Drucktransmitter PA-5 von Keller für medizinische Sauerstoffversorgung

Wie lange reicht der medizinische Sauerstoff?

Die medizinische Sauerstoffversorgung ist mit enormer Logistik und hohem personellen Aufwand verbunden. Dank eines digitales Ventils kann dieser reduziert werden.

Drucktransmitter PA-5 für medizinische Sauerstoffversorgung (© Linde Healthcare)

Linde Healthcare stellt in über 50 Ländern die medizinische Gasversorgung in Kliniken und Krankenhäusern sicher. Gasförmiger Sauerstoff wird unter sehr hohem Druck in Flaschen gelagert. Medizinischen Sauerstoff zur mobilen Anwendung gibt es üblicherweise in Flaschengrößen von zwei bis fünf Liter. Bei einem Druck von 200 bar entspricht ein Liter medizinischer Sauerstoff 200 Liter Sauerstoff bei normalem Luftdruck.

Seit über 20 Jahren wird für die medizinische Gasversorgung ein Sauerstoffzylinder mit analogem Zeigermanometer eingesetzt. Der Anwender liest dabei den verbleibenden Sauerstoff auf einer physischen Tabelle ab und berechnet diesen anhand des Restdrucks, der Flaschengröße und des eingestellten Sauerstoffflusses. Dies erfordert einen enormen Aufwand an personellen Ressourcen, da in Krankenhäusern täglich bis zu 1000 Gasflaschen im Einsatz sind und der Verbrauch bei der maximalen Menge an Durchfluss ca. drei Stunden pro Zylinder dauert. Diese gewaltige Logistik wird von dem Pflegepersonal selbst gestemmt.

Logistischer Aufwand in Krankenhäusern wird reduziert

Die Idee einer digitalen Anzeige bei Sauerstoffflaschen entstand bei Linde Healthcare mit dem Ziel, die Logistik in den Krankenhäusern zu vereinfachen. Die Projektdefinition war die Entwicklung eines digitalen Ventils, das kompatibel mit den bestehenden langlebigen Sauerstoffzylindern ist. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit der Keller AG für Druckmesstechnik aus dem Schweizer Winterthur durchgeführt.

Neben der Kompatibilität zum bestehenden Zylinder durfte das neue digitale Ventil in seiner Bauform nicht verändert werden. Zusätzlich stellt die medizinische Sauerstoffanwendung sehr hohe Anforderungen an die Reinlichkeit und die Sensoren. Um dies zu erfüllen, musste Keller einen komplett neuen Sensor entwickeln, der vollumfänglich der vorgegebenen Umgebung angepasst wurde. Der Sensor muss dabei Druckbereiche bis 300 bar messen können sowie in einem Reinraum hergestellt werden.

Bessere mobile Sauerstoffversorgung der Patienten

Um diese streng definierten Vorgaben zu erfüllen, testete das Projektteam diverse Designs und Prototypen, bis daraus die ideale Kombination entstand. Der neu entwickelte Drucktransmitter PA-5 ist extrem robust sowie auf das Nötigste reduziert, und die verwendeten Materialien sind ganz besonders sauerstoffverträglich.

Der im Ventil eingebaute analoge Sensor misst den Druck des gasförmigen Sauerstoffs in der Flasche und gibt diesen über eine Steckverbindung an die Elektronik hinter dem Display weiter. Die aufbereiteten Daten stehen dem Patienten jederzeit mit eindeutigen Zustands-Icons zur Verfügung.

Zustand-Icons erleichtern dem Patienten den exakten Füllstand zu erkennen (Quelle: Keller)

Dieses Gasflaschensystem nennt sich Linde Integrated Valve (LIV IQ) und bietet den Vorteil der eigenen Selbstkontrolle und der besseren mobilen Sauerstoffversorgung, zum Beispiel beim Transport eines Patienten. Des Weiteren wird das medizinische Pflegepersonal durch den reduzierten Ableseaufwand entlastet, denn es weiß nun auf die Minute genau, wie lange der Sauerstoff beim aktuell eingestellten Verbrauch noch ausreicht.

Digitale Sauerstoffflaschen werden vernetzt

Die Optimierung der medizinischen Gasversorgung wird künftig noch einen Schritt weiter gehen. Es ist geplant, für das Gasflaschensystem einen IoT-Prozess (Internet of Things) zu realisieren. Die digitalen Daten der Ventile werden dazu via Funk in ein internes Krankenhaus-Netzwerk eingebunden und kundenfreundlich aufbereitet.

Das Pflegepersonal kann mittels einer Vernetzung auf alle digitalen, akustischen und visuellen Display-Informationen von jedem Arbeitsplatz innerhalb eines Krankenhauses zugreifen. Der zusätzliche Aufwand für die Überprüfung jeder Sauerstoffflasche vor Ort wird damit noch mal um ein Vielfaches verringert.

Zusätzlich zur digitalen Anzeige verfügt das Ventil über ein akustisches und visuelles Warnsignal. Der Alarm weist auf kritische Situationen, wie einen niedrigen Füllstand oder einen eingeschränkten Gasfluss durch einen Knick im Schlauch, hin. Dadurch gewinnt auch der Patient mehr Sicherheit in der Selbstkontrolle.

Keller AG für Druckmesstechnik
www.keller-druck.com

Unternehmensinformation

Keller AG für Druckmesstechnik

St. Gallerstr. 119
CH 8404 WINTERTHUR
Tel.: +41 52 2352525
Fax: +41 52 2352500

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