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02.07.2020

Autoindustrie: CO2-Emissionen verfehlen EU-Grenzwerte

Autohersteller müssen in der EU mit Bußgeldern in Höhe von 11,4 Milliarden Euro rechnen

Die Automobilindustrie steht unter enormen Druck. Die Corona-Krise legte die Produktion über Wochen lahm. Jetzt droht den zehn größten Automobilherstellern in der EU eine Geldbuße von insgesamt bis zu 114,6 Milliarden Euro im Jahr 2021.

Die Automobilindustrie steht unter enormen Druck. Die Corona-Krise legte die Produktion über Wochen lahm, die erhoffte Verkaufsprämie für Autos mit Verbrennungsmotor hat die Bundesregierung abgelehnt. Jetzt droht den zehn größten Automobilherstellern darüber hinaus für das Jahr 2021 eine Geldbuße von insgesamt bis zu 114,6 Milliarden Euro, wenn sie die Vorgaben der Europäischen Union (EU) zur Senkung der CO2-Emissionen nicht einhalten. Das ist das Ergebnis verschiedener Studien und Analysen.

Potentielle jährliche Bußgelder – Flottenemissionen (© netbet.de)

Doch von diesen Grenzwerten sind die Automobilunternehmen weit entfernt. Ganz hinten liegt die Daimler AG, wie der Emissionsbericht der Automobilindustrie zeigt. Der Konzern allein müsse mit einer Strafe in Höhe von 13,3 Milliarden Euro auf Grundlage der Flottenemissionen rechnen. Wenig zuträglich ist dabei, dass die Daimler AG mit dem Modell Mercedes-AMG GT im vergangenen Jahr zudem das umweltschädlichste Auto auf die Straße schickte.

Ziel verfehlt: Kein Autokonzern wird die EU-Werte erreichen

Die EU verlangt zum Schutz des Klimas ab 2020 die Einhaltung eines Wertes von maximal 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro gefahrenen Kilometer für Neuwagen. Das würde einen Verbrauch von jeweils ungefähr vier Litern auf 100 Kilometern bedeuten, für Diesel liegt der Wert etwas niedriger. Doch Wunsch und Wirklichkeit driften weit auseinander: Die Fahrzeuge der Daimler AG sind im Schnitt 42 CO2g/km von dem Richtwert entfernt, am nächsten dran ist derzeit Toyota, dessen Fahrzeuge um 6,3 CO2g/km von den Vorgaben abweichen.

Pro Gramm und Fahrzeug, das den EU-Wert überschreitet, ist ein Bußgeld von 95 Euro anberaumt. Daneben müssten die Automobilhersteller auch die Emissionen ihrer jährlichen Verkäufe ausgleichen, für 2019 hätte sich für die zehn größten Unternehmen eine Gesamtsumme von 424 Milliarden Euro ergeben, bezahlt wurden sie bislang nicht. Dabei macht allein der Verkehr fast 30 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in der EU aus, 72 Prozent davon verursacht der Straßenverkehr. Andere Sektoren wie die Industrie oder die Energiewirtschaft reduzieren ihre CO2- Emissionen nahezu stetig. Im Bereich Verkehr gelingt das bislang nicht: Von den zehn größten Autoherstellern wird keiner auch nur annähernd die CO2-Ziele der EU erreichen. Grund zur Klage hat die Industrie dennoch nicht, denn der Klimawandel hat sich lange angekündigt.

Für die Ergebnisse des Emissionsberichts der Automobilindustrie, besuchen Sie bitte: https://www.netbet.de/emissionsbericht-der-automobilindustrie/

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Jahresberichte der Automobilhersteller, EUROPA, transportenvironment.org und Carbon Engineering

Weiterführende Information
  • 25.06.2020

    Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

    Abschluss des Forschungsprojekts „Produktionseffizienz in der Kleinserie“ (ProeK)

    Im Forschungsprojekt „Produktionseffizienz in der Kleinserie“ (ProeK) wurden neuartige praxisorientierte technische Lösungen erforscht, um Kleinserien im Zukunftsfeld der Elektromobilität möglichst kostengünstig, effizient und flexibel herstellen zu können.   mehr

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