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26.02.2018

Wie Fake News und Spionage Unternehmen torpedieren

Spionage und gezielt lancierte Falschmeldungen machen jedem dritten deutschen Unternehmen zu schaffen. Das zeigt der aktuelle "Future Report" der Münchner Sicherheitsberatung Corporate Trust. Für die Studie wurden etwa 3.300 Firmen befragt.

Heute entscheiden Informationen über den Erfolg und Misserfolg von Unternehmen und Projekten. Beispielsweise können gefälschte Nachrichten Börsenkurse beeinflussen, den Ruf eines Unternehmens schädigen sowie geplante Projekte oder Firmenübernahmen torpedieren.

Gemeinsam mit dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft und der Brainloop AG hat Corporate Trust die zehn wichtigsten Sicherheitstrends der Zukunft für Deutschland ermittelt. Einer der verblüffendsten Zukunftstrends ist die Fusion von IT-Technologie mit menschlicher Biologie.

PINs und Passwörter sollen durch das unerlaubte Abfangen von Gehirnströmen schon bald nicht mal mehr in den Köpfen der Menschen sicher sein, heißt es. Terroristische Anschläge werden künftig auch im Internet stattfinden - mit heute noch unvorstellbaren Folgen. Smarte Geräte können gefährlich werden - zum Beispiel, wenn die vom Fitness-Armband gesammelten Gesundheitsdaten oder die vom Roboterstaubsauger gespeicherten Wohnungsbilder in kriminelle Hände gelangen.

Unternehmen sind Zielscheibe

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (51,6 Prozent) wurden schon einmal zur Zielscheibe der Organisierten Kriminalität, etwa durch manipulierte E-Mails, Social Engineering, komplexe Cyber-Angriffe und andere Angriffstechniken.

Etwa ein Drittel der Unternehmen (32,4 Prozent) war bereits von einem Terroranschlag betroffen. Zwar kam es nur in den seltensten Fällen zu einem Personenschaden, aber 16,1 Prozent klagten über den Ausfall des Öffentlichen Personennahverkehrs und 13 Prozent hatten mit Projektverzögerungen zu kämpfen.

Infrastruktur könnte zusammenbrechen

Die Digitalisierung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen: Die Befragten sehen dabei unter anderem die Gefahr des Zusammenbruchs kritischer Infrastrukturen (74 Prozent) und Manipulation/Sabotage durch fremde Staaten (54,7 Prozent).

Aber auch für die Privatsphäre im 21. Jahrhundert wird es eng: So wichtig Datenschutz auch ist - den Weg, den Europa dabei mit strengen Gesetzen eingeschlagen hat, halten mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (58,7 Prozent) für "risikobehaftet beziehungsweise sogar kritisch".

Know-how "Made in Germany" ist spionageanfällig

Dass Know-how "Made in Germany" ein gefragtes Gut ist, wird immer wieder deutlich. Ein Drittel der befragten Unternehmen (29,1 Prozent) wurden in den vergangenen drei Jahren Opfer von Spionage oder Informationsabflüssen.

Die Dunkelziffer ist dabei vermutlich hoch: Weitere 25,6 Prozent wussten nicht, ob sie schon einmal betroffen waren.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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