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12.11.2019

Volkswagen stellt auf Batteriefertigung um

Der VW-Konzern ist in die Produktion der Batteriesysteme für seine neue Elektroauto-Serie eingestiegen. In Braunschweig eröffnete das Unternehmen am Freitag die erste von zwei Fertigungslinien. Die Batterie-Komponenten kommen in Modellen zum Einsatz, die auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basieren.

Über 300 Millionen Euro flossen in den Braunschweiger Neubau. Für die dort angesiedelten, zusätzlichen 300 Jobs wurden die Beschäftigten intern qualifiziert. Volkswagen will nach dem vollständigen Hochlauf der Anlagen bis zu 500 000 Batteriesysteme pro Jahr für verschiedene Marken herstellen.

Bisher werden in Braunschweig vor allem Fahrwerke, Lenkungen und Achsen produziert. Systeme für Batterien entwickelt und fertigt der Standort schon seit 2013, nun kommt jedoch die Umstellung und Ausweitung auf den MEB. Die Entwicklung der Batteriesysteme insgesamt sowie der zugehörigen Soft- und Hardware findet ebenfalls dort statt.

Batterien teils von Hand hergestellt

Konzernchef Herbert Diess strebt einen Systemwechsel zur E-Mobilität an. Im Rahmen seiner Elektro-Strategie baut der weltgrößte Autohersteller ab 2020 mit dem schwedischen Partner Northvolt auch eine Fertigung eigener Batteriezellen in Salzgitter auf, eine Pilotanlage läuft dort bereits. Die Zellmodule, die in Braunschweig zusammen mit der Steuereinheit ins Batteriegehäuse gesetzt und verschraubt werden, stammen bisher noch vom südkoreanischen Zulieferer LG. Künftig könnten sie auch aus Salzgitter kommen. Das Werk Kassel verantwortet große Teile der Elektroantriebe.

Die eng getaktete Batteriesystem-Fertigung in Braunschweig ist nach Angaben des Unternehmens zu 95 Prozent automatisiert. Es gibt neben zahlreichen Robotern aber auch noch «Handarbeitsplätze». Die Schulung aller Mitarbeiter soll Ende 2020 abgeschlossen sein. «Menschen, die viele Jahre lang Antriebsteile gemacht haben, bauen jetzt Batterien», sagte Fahrwerk-Chef Otto Joos. Das Management habe viel gefordert, die Belegschaft beim Wandel aber auch unterstützt. Es gebe «ein Stück Zukunftssicherung», meinte Joos zum Umbruch vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität.

Werke werden weltweit umgebaut

In den Fahrzeugwerken baut VW die E-Fertigung ebenfalls stark aus. Nach Zwickau werden Fabriken in Emden und Hannover umgerüstet, teilweise auch in den USA. In China baute der Konzern zusammen mit dem Joint-Venture-Partner SAIC ein reines E-Auto-Werk in Anting. Dort begann am Freitag die Vorproduktion, eine Serienfertigung von MEB-Modellen soll im Oktober 2020 starten. Laut Diess dürften bis zum Jahr 2028 mehr als die Hälfte aller E-Autos in China unterwegs sein.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

VW / dpa

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