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03.04.2019

US-Luftfahrtbehörde mitschuldig am Absturz von Boeing-Flugzeugen?

Die US-Luftfahrtbehörde wird verdächtigt, bei der Zertifizierung der Boeing 737 Max ein Auge zugedrückt zu haben. Wichtige Teile der Sicherheitsprüfungen wurden dem Konzern selbst überlassen.

Das nach zwei Abstürzen verhängte Flugverbot für Verkehrsflugzeuge vom Typ Boeing 737 Max wird noch über Wochen andauern. Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte am Montag (Ortszeit) mit, der US-Flugzeugbauer Boeing benötige noch Zeit, um die nach den Abstürzen in die Kritik geratene Steuerungs-Software MCAS nachzubessern.

Die FAA erwarte das endgültige Paket der überarbeiteten Software erst «in den kommenden Wochen». Die Software werde dann einer «rigorosen Sicherheitsüberprüfung» unterzogen. Die FAA werde das Update vor dem Abschluss dieser Überprüfung nicht zur Installation freigeben.

FAA kam Zertifizierungspflicht nicht vollständig nach

Die US-Luftfahrtbehörde FAA wird außerdem verdächtigt, bei der Zertifizierung ein Auge zugedrückt zu haben, wichtige Teile der Sicherheitsprüfungen wurden dem Konzern selbst überlassen. Der Fall wird bereits vom Verkehrsministerium untersucht.

Der amtierende FAA-Chef Daniel Elwell hatte am Mittwoch vergangener Woche bei einer Anhörung im Senat alle Kritik zurückgewiesen. Boeing hatte nach dem Absturz in Äthiopien empfohlen, die gesamte Flotte von 371 bisher ausgelieferten Boeing 737 Max zunächst nicht mehr starten zu lassen.

Softwarefehler brachte Flieger zum Absturz

Boeing teilte mit, man werde weiter mit der FAA und anderen Aufsichtsbehörden weltweit zusammenarbeiten, um das Software-Update zu entwickeln und es zertifizieren zu lassen. Der Konzern werde das Update nach der Fertigstellung «in den kommenden Wochen» der FAA zukommen lassen. «Sicherheit ist unsere oberste Priorität.» Man werde sich Zeit dafür nehmen, alle Anforderungen zu erfüllen.

Boeings MCAS-System spielte laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer 737 Max 8 Ende Oktober in Indonesien. Der Bordcomputer soll die Nase des Jets automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Piloten vergeblich versuchten, gegenzusteuern. Auch beim jüngsten Absturz einer baugleichen Maschine in Äthiopien gilt die Software als eine mögliche Ursache.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

3 Kommentare
  • 08.04.2019 von Konzeptionelles Versagen

    Die beiden Abstürze der Boeing 737 Max 8 (Lion, Ethiopan) haben gemäß Medienberichten große Ähnlichkeiten. Inzwischen wurde als Ergebnis der Black-Box-Auswertung der Ethiopian-Maschine berichtet, dass der Bordcomputer sich immer wieder - trotz Umschaltung auf manuelle Steuerung - das Steuerungsprivileg zurückgeholt hatte und die Maschine in den Sturzflug lenkte.

    Insgesamt manifestiert sich der Eindruck, dass dieser Flugzeugtyp nach LEGO-Art aus vorhandenen Elementen "zusammengeschustert" wurde, wobei der Rotstift die Leitlinie vorgab (siehe unten). Dies wäre ein Armutszeugnis für die Firma Boeing und insbesondere auch die zur Prüfung vor der endgültigen Freigabe für den Alltagsbetrieb dieses Flugzeugtyps zuständige FAA. Dass Boeing konzeptionell an der Maschine gespart hat, ist schon ein Verbrechen, weil es zu Lasten der Sicherheit der Flugzeuginsassen ging. Dass jedoch die FAA es Boeing übertragen hatte, die Freigabeprüfungen durchzuführen, um dann nur anhand der Protokolle zu entscheiden, ist für mich ein unverzeihliches Behördenversagen. Die FAA hat den Bock zum Gärtner ernannt. Boeing war wohl von der Profitgier getrieben, die FAA von Schmiergeldern oder von Faulheit.

    Das Prinzip "Safety first", das ich im Qualitätsmanagement gelernt und gelebt habe, war jedenfalls hier nicht erkennbar. Ein System, das als Lebensversicherung für 150 bis 200 Menschen je Flugzeug dienen soll, so zu konzipieren, dass nur EIN Sensor das relevante Signal an nur EINEN Computer zur Verarbeitung gibt, widerspricht exorbitant dem Fail-Safe-Prinzip. Zudem wurde die für den Fehler relevante MCAS-Software angeblich nur benötigt, um das latent instabile Flugverhalten wegen der für den Flugzeugtyp zu großen Triebwerksdurchmesser auszugleichen. Das hineinkonstruierte Problem war also Boeing hinreichend bekannt, trotzdem wurde die Flugzeugfreigabe so behandelt, als sei das ein Modellflugzeug. Systeme mit Sicherheitsaufgaben sind nach meinem Wissensstand immer redundant anzulegen, bei extrem kritischen Systemen sogar mehrfach redundant. Einfache Beispiele: Zweihandbedienung von Maschinen mit Gefahrenpotential. RAID-Verfahren bei der Datensicherung.

    Für mich gibt es Parallelen mit dem Betrug der Autoindustrie in Sachen NOx-Ausstoß. Auch da war es die Profitgier bzw. das technische Unvermögen, die Schadstoffgrenzwerte korrekt einzuhalten. Auch da gab es das Behördenversagen im Verkehrsministerium und den nachgelagerten Behörden und Freigabestellen mit einer Betrugskumpanei mit der Autoindustrie. Die Autoindustrie wurde – speziell in den USA – mit ca. 15 Milliarden Euro abgestraft. Und Boeing mit der FAA? Aber das waren ja "nur" 346 Menschen, die zu Tode kamen. Was bedeutet das schon gegen Millionen Fahrzeuge, die mehr Schadgas ausstoßen, als erlaubt ist.

    Qualität ist keine Frage des Nicht-Könnens. Nicht-Qualität ist eine Folge des Nicht-Wollens.

  • 05.04.2019 von Gesetzt den Fall, es stimmt ...

    Dass gesetzlich bzw. behördlich vorgeschriebene Prüfschritte zur Zulassung dem Hersteller überlassen wurden, ist unabhängig davon, ob jetzt die Unglücke Folgen eines Software-Fehlers waren oder nicht. Über diesen Vorgang ist ein London-Protokoll zu ziehen, dann entsprechend Bewertungen zu erstellen und Maßnahmen abzuleiten. Also...., gesetzt den Fall, es geht hier um Qualität.

  • 05.04.2019 von Bugs mit Schaden

    Bevor die Unfallursache nicht eindeutig geklärt ist - ist sie doch nicht? - sind Spekulationen unsachlich. Was mich viel mehr interessiert ist, daß eine Software für einen Fehler geschrieben wurde, den es nachweislich nicht gibt, denn die beschriebenen Verhältnisse, denen dieses Programm entgegenwirken soll, dürften immanent sein und demzufolge müßte es massenhaft Abstürze deswegen geben. Es gibt keine. Also Frage: Wozu wurde dieses Lastenheft erstellt? Ob nun Fehler hin oder her... es ist verboten, etwas zu ändern, was funktioniert. Das weiß auch heute jedes Kindergartenkind.

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