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18.03.2019

Technologieunternehmen investieren mehr in neue Mobilität als OEMs

Weltweit sind die Investitionen von Technologiekonzernen in neue Mobilitätslösungen fast zehnmal höher als die von Automobilherstellern

In den letzten fünf Jahren investierten Tech-Spezialisten weltweit insgesamt rund 100 Milliarden US-Dollar in automobile Zukunftsmärkte, bei Finanzinvestoren waren es 74 Milliarden US-Dollar.

Dagegen lagen die traditionellen Autobauer mit lediglich 11 Milliarden US-Dollar weit hinten. Die Zulieferer kamen auf 37 Milliarden US-Dollar. Das hat die neueste Analyse „Investitionen im Zukunftsmarkt Mobilität“ der internationalen Managementberatung Bain & Company ergeben.

Unternehmen in den USA und China besonders gefragt

In den vergangenen fünf Jahren wurden insgesamt 292 Milliarden US-Dollar in automobile Zukunftsmärkte investiert. Mehr als ein Drittel dieser Finanzmittel flossen in den Bereich autonomes Fahren, gefolgt von Shared Mobility, Elektroantrieben und Konnektivität.

Im Fokus der Investoren standen insbesondere Unternehmen in den USA und China, die insgesamt drei Viertel der Gelder anzogen. Europa hingegen hinkt hinterher. Deutschland kam mit rund 9 Milliarden US-Dollar auf gerade einmal 3 Prozent der Gesamtinvestitionen – trotz seiner historischen Rolle als Technologieführer im Automobilsektor.

Autobauer und Zulieferer mit unterschiedlichen Investitionsansätzen

Die Fahrzeughersteller engagierten sich in den vergangenen fünf Jahren überwiegend in den Bereichen Shared Mobility und autonomes Fahren und ließen sich das 4,8 beziehungsweise 4,7 Milliarden US-Dollar kosten. Eine bekannte Großinvestition war beispielsweise die Übernahme von Nokia Here durch Daimler, BMW und Audi im Jahr 2015 für rund 3,2 Milliarden US-Dollar.

Vergleichsweise gering ist das Engagement der Hersteller hingegen bei Elektroantrieben und Konnektivität. Dort wurden 0,9 beziehungsweise 0,4 Milliarden US-Dollar investiert.

Die Zulieferer wiederum investierten vor allem in Elektroantriebe und autonomes Fahren und gaben dafür 16 beziehungsweise 15,4 Milliarden US-Dollar aus. Einer der größten Zukäufe war 2016 die Übernahme des US-Zulieferers TRW Automotive durch die deutsche ZF Friedrichshafen für einen knapp zweistelligen Milliardenbetrag.

Zentrale Zukunftsbereiche

  1. Real Customer Focus (echter Kundenfokus)
  2. Autonomous Driving (autonomes Fahren)
  3. Connectivity (Konnektivität)
  4. Electric Powertrain (elektrischer Antrieb)
  5. Shared Mobility (gemeinsam genutzte Mobilität)

Führende Fahrzeughersteller werden mit einer ausbalancierten Mischung aus Zukäufen, Beteiligungen, Partnerschaften sowie eigener Forschung und Entwicklung alle fünf Zukunftsbereiche abdecken können. Die besten Unternehmen werden ihre Aktivitäten und Investitionen auf jene Bereiche konzentrieren, die auf ihre Gesamtstrategie einzahlen und ein Alleinstellungsmerkmal bringen.

Auch für die Zulieferer ist Differenzierung entscheidend. Vorreiter heben sich von der Konkurrenz beispielsweise durch ihre Innovationsführerschaft bei Produkten und Dienstleistungen, durch beste Fertigungsprozesse und -verfahren oder durch Kostenführerschaft ab. Damit empfehlen sie sich den Herstellern als optimale Partner.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Bain&Company

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