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14.05.2020

Stimmen werden laut

„Tag der Pflege“ : Kritik an Missständen in der Branche

Die Missstände in den Pflegeberufen sind längst bekannt, Maßnahmen sie zu beheben werden kaum unternommen (© 123RF.com/nyul)

Pflegekräfte stehen in der Corona-Krise besonders im Fokus. Zum Internationalen Tag der Pflege, der am 12. Mai stattfand, mehrten sich deshalb Forderungen nach einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen.

Parteien haben zum Internationalen Tag der Pflege am Dienstag ein besseres Arbeitsumfeld und einen höheren Lohn für Pflegekräfte gefordert. Die Linke sieht Betroffene zudem durch die aktuelle Corona-Krise gefährdet: «Was Pflegekräfte derzeit am dringendsten brauchen, sind bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Vor allem benötigen sie ausreichend Schutzausrüstung, um sich vor Infektionen zu schützen, statt Einmalartikel notgedrungen wiederzuverwenden», sagte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann am Montag in Dresden.

Zu wenig Personal

Ende 2017 seien allein in sächsischen Pflegeheimen 41 311 Menschen mit der Betreuung von 43 143 Pflegebedürftigen beschäftigt gewesen.
«Weitere 26 774 Menschen sind bei ambulanten Pflegediensten beschäftigt und leisten die ambulante Versorgung für insgesamt 32 810 Pflegebedürftige. Insgesamt sind in Sachsen 127 064 Personen pflegebedürftig.» Zimmermann, Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag, berief sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes in Sachsen sowie der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

«Am Tag der Pflege stehen die Pflegekräfte besonders im Blick, zumal in der laufenden Pandemie. Aufmerksamkeit, Applaus und Dank reichen jedoch nicht», sagte sie. Bund und Land müssten deutlich größere Anstrengungen unternehmen, um die Beschäftigten zu schützen. Die Ausweitung der Höchstarbeitszeiten würden Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige gefährden, wie Daten aus dem chinesischen Wuhan zeigten. Ohnehin hätten sie wegen Personalmangel schon bisher am Limit gearbeitet. Notwendig sei eine Arbeitszeitverkürzung auf sechs Stunden am Tag.

Zu wenig Geld und zu viel Bürokratie

Laut Statistik lag der Verdienst in der Altenpflege in Deutschland 2018 im Schnitt bei 2645 Euro (brutto) im Monat; in Ostdeutschland waren es 2285 Euro, im Westen 2747 Euro. Viele sind allerdings als Pflegehelfer beschäftigt und kommen nicht auf diese Werte.

Die SPD im Landtag sprach sich dafür aus, die Bürokratie in der Pflege abzubauen. «Um Pflegekräfte im Arbeitsalltag zu entlasten, muss der Abbau von Bürokratie vorangetrieben werden. Pflegerinnen und Pfleger brauchen mehr Zeit für die Menschen und nicht für Formulare.
Dokumentation ist für mich kein Kriterium für Qualität», sagte die Abgeordnete Simone Lang. In der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass weniger Dokumentation möglich ist und die Pflegekräfte damit verantwortungsvoll umgehen. Die Zeit mit den Menschen sei das Wichtigste, wie die Pandemie jetzt deutlich mache.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

Weiterführende Information
  • 16.03.2020

    Pflege-TÜV wegen Corona-Krise ausgesetzt

    Die regelmäßigen Qualitätsprüfungen in den Pflegeheimen für den sogenannten Pflege-TÜV werden angesichts der Corona-Epidemie ausgesetzt, um das Personal in den Heimen zu entlasten.   mehr

  • Recht / Normen - Branchenspezifische Anforderungen an QM-Systeme

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2 Kommentare
  • 28.05.2020 von Tag der Pflege - Kritik an den Missständen in der Branche

    In Ergänzung zu meinem vorstehenden Kommentar:

    Die Wissenschaftsakademie Leopoldina „plädiert als Lehre aus der Corona-Pandemie für ein Gesundheitssystem, das nicht in erster Linie gewinnorientiert ist“, so in der Thüringer Allgemeine auf der Seite 8 am 28.5.2020 zu lesen. Das ist unglaublich, dass diese Erkenntnis erst durch die Corona-Pandemie entstand. Da waren die Politiker vor Jahren schlauer, als die Leopoldina. Diese haben bewusst die kommunalen Einrichtungen privatisiert, da sie sich einen Kostenblock zugunsten ihrer althergebrachten Verwaltungs- und Behördenorganisation entledigen wollten. Ein Kostenblock, aufgrund althergebrachter Strukturen, Behördendenken mit den entsprechenden ineffizienten Rahmenrichtlinien des Öffentlichen Dienstes. Man nennt das auch Rückzug aus der Daseinsvorsorge in Berücksichtigung der stetig steigenden Staatskosten, trotz stetig steigender Steuereinahmen bis zur Pandemie.
    Damit die Privatwirtschaft überhaupt ein Interesse hatte einzuspringen und sich zu engagieren, wurden die Bedingungen entsprechend so gestaltet, dass sich ein Geschäftsmodell auch lohnt. Die von der Politik als Anreiz gesetzten Rahmenbedingungen ermöglichten die Minimierung des Personaleinsatzes und der Sachkosten zur Gewinnmaximierung bei den Privaten Trägern und in der Folge auch den Entzug von Finanzmitteln zur Finanzierung anderer Projekte bei den gemeinnützigen Trägern.
    In der Altenpflege werden die Probleme besonders sichtbar, da der Kapitalentzug über die Personal- und Sachkostenminimierung nicht durch Zuschüsse, wie in der Krankenpflege, sondern durch die stetige Erhöhung der Bewohnerentgelte direkt beim Bewohner spürbar wird. Auch die notwendigen Investitionszuschüsse werden in der Altenpflege nicht vom Land, sondern über das Bewohnerentgelt durch die Bewohner mitfinanziert. Es kann festgestellt werden, dass sich die Bewohnerentgelte und die gelebten Personalschlüssel bei den gemeinnützigen Trägern nicht von denen in privater Trägerschaft unterscheiden. Ausführlicher dazu im Buch „Zukunft erfordert Veränderung – Nur im Osten Deutschlands?“.
    Die Konsequenz der Erkenntnis von Leopoldina wäre die Rekommunalisierung. Diese hätte jedoch nur einen Erfolg, wenn gleichzeitig der Öffentliche Dienst in Bund, Ländern und Kommunen mit einer Reform zu einer modernen, bürgerorientierten Verwaltung neu gedacht wird. Ohne diese Reform kehrten die die alten Probleme, die zur Privatisierung geführt haben, in neuer und verschärfter Form wieder zurück.

  • 27.05.2020 von Tag der Pflege - Kritik an den Missständen in der Branche

    In dem Buch „Zukunft erfordert Veränderung – Nur im Osten Deutschlands (BoD 405 Seiten) hat die Altenpflege einen breiten Raum. Denn in der Altenpflege werden die Probleme besonders sichtbar, da der Kapitalentzug nicht durch Zuschüsse wie in der Krankenpflege, sondern durch die stetige Erhöhung der Bewohnerentgelte neben der Personalkostenminimierung gedeckt wird. Zu dem Beitrag Stimmen gegen Missstände daher noch ein paar Anmerkungen:

    1. Die Reduzierung des Bürokratieaufwandes (Dokumentation) rechtfertigt nicht den Verzicht darauf, sondern erfordert neue IT-gestützte Lösungen wie in meinem Buch vorgeschlagen. Die IT-gestützte Dokumentation sichert nicht nur einen Mindeststandard, sondern generiert noch nebenbei Innovationen für das Management zur internen Steuerung und für effiziente externe Kontrollen.

    2. Höhere Löhne sichern nicht die Behebung der Probleme, solange die bestehende Regelung des § 84 des SKGB XI besteht. Diese Regelung hat ja erst zur Senkung der Personalkosten und dem Personalmangel geführt und begünstigt weiterhin die Minimierung beim Personal, auch und trotz der Zahlung höherer Löhne. Diese höheren Lohnkosten werden über das Bewohnerentgelt umgelegt und sind damit auf der Ertragsseite beim Heim sofort wieder kompensiert. Notfalls werden diese Erhöhungen des Bewohnerentgeltes von der Sozialkasse getragen. Nach wie vor steht dabei auch der Anreiz zur Minimierung des Personaleinsatzes zur Gewinnmaximierung oder zum Entzug von Finanzmitteln zur Finanzierung anderer gemeinnütziger Projekte, je nach Trägerschaft.

    3. Dass man während der Corona- Krise auf die Qualitätskontrolle verzichten kann, ohne dabei negative Einschränkungen festzustellen, zeigt die Wirkungslosigkeit der nun neu erarbeiteten Qualitätskontrolle, wiederum als neuer Kompromiss der beteiligten Stellen unter Berücksichtigung ihrer Eigeninteressen, wo die Versicherten hinten an stehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Interessen der Pflegekassen ebenfalls kostengerieben sind und nicht im ausreichenden Maße die Interessen Ihrer Versicherten gegenüber den Trägern vertreten.

    4. Auch im SGB gibt es eine Reihe von Kontrollmechanismen, gerade im Zusammenhang mit der Genehmigung der Pflegesätze, die offenbar praxisfern sind oder aus welchen Gründen auch immer, nicht umgesetzt werden.

    5. Die Politik kann sich nicht auf die Selbstverwaltung verlassen, ohne bürgerorientierte Leitplanken vorzugeben.

    6. Es steht auch die Frage, nachdem das Pflegesetz nun den bekannten Stand erreicht hat, ob es nicht neu gedacht werden sollte, anstelle es immer nur wieder zu novellieren.

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