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30.08.2018

Smart Home mit großen Sicherheitslücken

Intelligente Kühlschränke, die Lebensmittel erkennen, oder vernetzte Waschmaschinen, die neue Tabs bestellen, wenn der Vorrat zu Neige geht. Dazu intelligente Beleuchtungssysteme, Video-Überwachung oder Sprachassistenten. Durch die vernetzten Geräte versprechen sich Verbraucher mehr Komfort oder eine effizientere Energienutzung. Doch Experten warnen auch vor Sicherheitsproblemen.

«Bei den Geräten haben wir es mit Computern zu tun, die oftmals auf billige Weise produziert wurden», sagte Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs der Deutschen Presse-Agentur. «Der Preisdruck in der Branche geht oft zu Lasten der Sicherheit, im Speziellen zu Lasten der Softwarequalität und der Nachsorge.»

Verbraucher müssten in der Lage sein, auch noch in fünf bis zehn Jahren Sicherheitsupdates durchzuführen. Doch leider mangele es bei vielen Herstellern an dieser Nachsorge. Konsequenz sei, dass die Nutzer entweder die Produkte ohne Updates weiterbetreiben oder diese gegen neue Geräte austauschen. Das ginge dann entweder zu Lasten der Sicherheit oder zu Lasten der Umwelt und Nachhaltigkeit.

Smart Home ist schon real

Dass der vernetzte Haushalt hierzulande kein Nischenphänomen mehr ist, zeigt eine Studie des Branchenverbands Bitkom von Anfang August. Demnach hat jeder vierte Deutsche schon heute mindestens eine Smart-Home-Anwendung im Haushalt installiert.

37 Prozent der Befragten planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Smart-Home Gerät anzuschaffen. Besonders gefragt sind dabei über das Internet gesteuerte Heizungsthermostate (29 Prozent). Smarte Staubsauger (15 Prozent) und Gartengeräte (12 Prozent) und Sprachassistenten (10 Prozent). Künftig würden Smart-Home-Anwendungen in deutschen Haushalten so selbstverständlich, wie Strom, Licht und fließendes Wasser sein, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Doch einige Verbraucher haben auch Sicherheitsbedenken. So fürchtet jeder Vierte Hackerangriffe. Ebenfalls etwa ein Viertel hat Angst um die Privatsphäre oder vor einem Missbrauch der persönlichen Daten.

Smarte Anwendungen beliefern Datensammler

Derweil fordert der Chaos Computer Club von der Politik, Hersteller stärker in die Verantwortung zu nehmen. So solle es eine gesetzliche Verpflichtung für Sicherheits-Updates geben. Sinnvoll sei auch eine Kennzeichnungspflicht für eine Art Verfallsdatum, beispielsweise: «Dieses Gerät ist mindestens fünf Jahre mit Updates versorgt.»

Generell sollten sich die Verbraucher darüber im Klaren sein, dass mit Hilfe der Geräte Daten gesammelt und übertragen werden, erklärt Neumann. Sie sollten sich fragen, ob dieser Bereich auch noch zu Kommerzzwecken genutzt werden muss. «Es gibt kaum mehr Bereiche auf die die großen Datensammler keinen Zugang mehr haben»», erklärt Neumann. «Produkte wie der Herd oder die Spülmaschine werden zu den neuen Datenquellen der großen Konzerne.»

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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