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30.10.2019

Smart Factory: Viele Unternehmen verzetteln sich in Einzelprojekten

Mehr als die Hälfte der Unternehmen setzen Industrie 4.0 mittlerweile operativ um. Allerdings gelingt beim Thema Smart Factory nach wie vor nur wenigen Unternehmen der Sprung von Einzelprojekten hin zur unternehmensübergreifenden Umsetzung. Auch bei den smarten Geschäftsmodellen bleiben die digitalen Vorreiter weiter unter sich.

Trotz der enormen Entwicklung seit der ersten Index-Erhebung vor nunmehr fünf Jahren – 2014 waren erst 15 Prozent der Unternehmen in der Industrie 4.0 aktiv – bleibt doch der Wermutstropfen, dass die Zahl der Unternehmen, die Industrie 4.0 wirklich umfassend operativ umsetzen, nur sehr langsam steigt.

Die Unternehmen optimieren also vor allem innerhalb der gewachsenen Systemgrenzen von Unternehmensbereichen und verschenken damit das Potenzial unternehmensübergreifender Digitalisierungsinitiativen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Das besagt der aktuelle Deutsche Industrie 4.0 Index der Unternehmensberatung Staufen.

Elektroindustrie top, Autobranche hinkt hinterher

Danach hat die größten Fortschritte bei der Digitalisierung die Elektroindustrie gemacht: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen setzen auf die Smart Factory. Der Maschinenbau ist nur wenig zögerlicher. Schlusslicht ist die Automobilindustrie, in der weniger als jedes zweite Unternehmen Industrie 4.0 umsetzt. Dieser Wert ist gegenüber der Untersuchung von 2018 sogar zurückgegangen.

Wie die Studie weiter zeigt, sieht ein Großteil der befragten Fach- und Führungskräfte die Smart Factory offenbar nur als ein Mittel zur Kostensenkung.

Jedoch wirkt sich die Smart Factory vor allem dann nachhaltig auf die Kostenstrukturen aus, wenn sie umfassend umgesetzt wird. Einzelprojekte sind aber häufig ein Flickwerk von Insellösungen. Sie benötigen eine klare Strategie, um sich in den Kostenstrukturen positiv abzubilden.

Weniger smarte Produkte und Services als im Vorjahr

Neben der umfassenden Umsetzung einer Smart-Factory-Strategie treten die meisten Unternehmen auch beim Thema Smart Business auf der Stelle. Die letztjährige Untersuchung konnte feststellen, dass rund ein Viertel aller Unternehmen bereits digitale Produkte, Dienstleistungen oder sogar komplette Geschäftsmodelle im Angebot hatte. Diese Zahl gilt auch für die 2019er-Untersuchung. In Summe ist der Index in diesem Bereich sogar leicht rückläufig.

Quer durch alle Branchen haben die Unternehmen weniger smarte Produkte und Services in der Entwicklung oder im Kundentest. Zudem ist die Zahl der Unternehmen, die keine digitalen Produkte oder Dienstleistungen anbieten, gestiegen.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Staufen AG

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