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24.06.2020

Rohstoff für E-Mobilität

Neue Standards für Kobalt aus Kongo

Das erweiterte Zertifizierungssystem für den Rohstoff Kobalt sieht vor, dass Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltschäden eingedämmt werden. Bis Jahresende sollen zehn Betriebe nach den neuen Anforderungen geprüft werden, darunter eine Kobaltmine.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover hat dazu das Bergbauministerium im Kongo in dem Erweiterungsprozess beraten. Der kongolesische Bergbauminister Willy Kitobo sagte der Deutschen Presse-Agentur, man wolle erreichen, dass der Abbau von Rohstoffen die kongolesische Gesellschaft nicht mehr zerstöre. Das Ministerium habe auf die Einbeziehung von Kobaltminen bestanden, weil Berichte bestätigten, dass es dort viel Kinderarbeit gebe. «Wir wollen, dass nur unter würdigen Bedingungen abgebaute Mineralien zertifiziert und im Namen Kongos ins Ausland verkauft werden», sagte Kitobo.

International wettbewerbsfähiger

Dem BGR-Projektgeologen Sebastian Vetter zufolge könnte die Zertifizierung den Druck auf internationale Akteure verringern, sich aus dem Kleinbergbausektor im Kongo zurückzuziehen. Der Kleinbergbau ist den Angaben zufolge bisher oft mit prekären Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, der Finanzierung von militärischen Konflikten und großen Umweltrisiken verbunden. Im Kongo, wo bis zu eine Million Kleinbergleute unter anderem Kobalt, Tantal, Zinn, Gold und Diamanten förderten, werde das besonders deutlich. Für die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal, Wolfram und Gold gelte das Zertifizierungssystem im Kongo bereits.

Kobalt ist der BGR zufolge ein wesentlicher Rohstoff für die Herstellung von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien. Mehr als 60 Prozent des Rohstoffs würden im Kongo gewonnen - überwiegend industriell, aber auch im Kleinbergbau mit der Hand.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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