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12.09.2019

Persönliche Daten gegen Preisvorteile

Weltweit sind nahezu sechs von zehn Verbrauchern (55%) bereit, sensible Daten mit ihrer Bank zu teilen. Im Gegenzug erwarten sie von Finanzdienstleistern vergünstigte Konditionen. Trotz der Offenheit stufen Verbraucher den Schutz ihrer Daten und Privatsphäre als höchste Priorität ein. Im Ländervergleich zeigen deutsche Verbraucher deutlich weniger Bereitschaft, Daten mit Finanzdienstleistern zu teilen. Das zeigt die Financial Services Consumer Study von Accenture

Die deutschen Verbraucher sind im Ländervergleich deutlich zurückhaltender persönliche Daten zu Einkommen, Lebens- und Konsumgewohnheiten oder Standort mit Finanzdienstleistern zu teilen.

Während weltweit 55 Prozent der Verbraucher zum Datenaustausch mit ihrer Bank und 48 Prozent mit ihrer Versicherung bereit sind, sagen in Deutschland lediglich 43 Prozent der Konsumenten „ja“ zum Datenaustausch mit ihrer Bank und 37 Prozent mit ihrer Versicherung.

Tausche Daten gegen billigere Services

Im Austausch für ihre Daten erwarten Konsumenten weltweit zum Beispiel Preisvorteile (83%), schnellere und einfachere Bearbeitung von Krediten (81%) sowie personalisierbare Angebote abhängig von ihrem Wohnort (76%).

Auch die deutschen Verbraucher versprechen sich von der Weitergabe personenbezogener Daten klare Vorteile. Vor allem, wenn es um konkrete und direkte Preisvorteile geht, stimmen rund 83 Prozent einer Datenweitergabe und -auswertung zu.

Datenschutz trotzdem Prio eins

Der Schutz der eigenen Privatsphäre und persönlichen Daten hat für die meisten Verbraucher höchste Priorität. 66 Prozent der befragten Konsumenten aus Deutschland (75% global) bezeichnen sich selbst als sehr vorsichtig, wenn es darum geht, ihre persönlichen Daten zu schützen.

Trotzdem sind Datenschutzverletzungen nur auf Platz zwei der Gründe, warum ein Kunde seine Bank oder die Versicherung wechseln würde. Die Mehrheit nennt hier steigende Kosten als größten Anlass für einen Wechsel des Instituts.

Personalisierte Finanzdienstleistungen sind weltweit gefragt

Die Studie zeigt, dass das Interesse von Verbrauchern an personalisierten Finanzdienstleistungen weltweit groß ist. In Deutschland sind zum Beispiel 51 Prozent der Verbraucher offen für Kfz-Versicherungsprämien, die auf Grundlage des Fahrverhaltens angepasst werden – global sind es sogar 64 Prozent.

Außerdem wäre jeder zweite Deutsche (52%) an einer KFZ-Versicherung interessiert, die sich daran ausrichtet, wie viel das Auto tatsächlich gefahren wird. Im Bereich der Lebensversicherungen findet weltweit jeder zweite Verbraucher (52%) Angebote attraktiv, die eine gesunde Lebensweise belohnen.

Unterschiede bei den gewünschten Diensten

Bei Themen wie Budgetkontrolle oder Sparen verlassen sich die Deutschen jedoch lieber auf sich selbst. Während weltweit jeder zweite Kunde (52%) über sein aktuelles Budget im laufenden Monat informiert werden möchte, zeigt hierzulande nur jeder dritte Kunde (32%) daran Interesse.

Auch Spartipps, die aus dem Konsumverhalten abgeleitet werden, möchten in Deutschland nur 34 Prozent der Verbraucher von ihrer Bank erhalten. Global gesehen wünschen sich dagegen 57 Prozent der Verbraucher solche individualisierten Tipps.

Weltweite Unterschiede bei Bereitschaft zum Teilen persönlicher Daten

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Bereitschaft sensible Daten mit Finanzdienstleistern zu teilen in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Das Interesse am Datenaustausch mit Finanzdienstleistern ist in China am größten.

So sind 67 Prozent der Chinesen bereit, ihre Daten für personalisierte Dienstleistungen und Services weiterzugeben. Bei den Verbrauchern in den USA erklärte sich hingegen nur jeder Zweite (50%) damit einverstanden, seine Daten für mehr individualisierte Dienste zu teilen. In Europa – wo die Datenschutzgrundverordnung im Mai vergangenen Jahres in Kraft getreten ist – sind die Verbraucher allerdings weit skeptischer.

Nur 40 Prozent der Verbraucher in Großbritannien und Deutschland würden mehr als die notwendigen Daten mit Banken und Versicherungen teilen – auch wenn sie im Gegenzug personalisierte Dienstleistungen erhalten.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Accenture

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