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14.01.2020

Online-Bewertungen auf dem Prüfstand

Online-Bewertungen dienen vielen als Orientierungshilfe, liefern oft aber nur ein Zerrbild. Es sei fraglich, ob solche Bewertungen ein repräsentatives Bild der Realität abgeben, gibt die Verbraucherzentrale Bayern zu bedenken.

Wissenschaftler der Technischen Universität Dortmund haben herausgefunden, dass Kundenbewertungen beispielsweise die Qualität von Elektronikprodukten nicht gut widerspiegeln. Bei den etwa 1300 verglichenen Elektroprodukten fanden sich kaum Übereinstimmungen zwischen professionellen Urteilen der Stiftung Warentest und Bewertungen von Amazon-Kunden.

Mittelmäßige Bewertungen sind der Mühe kaum wert

Die Forscher empfehlen, sich Einzelbewertungen durchzulesen und nicht auf die berechnete Gesamtwertung zu achten. Schlechte Bewertungen seien häufig emotionale Reaktionen. Möglicherweise hätten diese überhaupt nichts mit dem Produkt zu tun. Sie wenden sich vielleicht gegen Verpackungsschäden oder eine verspätete Lieferung.

Käufer und Kunden tendieren dazu, nur besonders positive oder negative Reaktionen mitzuteilen, so ein Studienergebnis. Deshalb finde man selten mittlere Bewertungen mit drei oder zwei Sternen. Nutzer hätten in diesem Fall schlicht keine Motivation zu schreiben.

BGH billigt automatisierte Auswahl bei Bewertungen

Ein Recht auf eine repräsentative Bewertung gibt es ohnehin nicht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag entschieden hat (Az.: VI ZR 496/18). In dem Fall hatte die Betreiberin eines Fitness-Studios erfolglos gegen die Bewertungsplattform Yelp geklagt, weil der für das Studio angezeigte Bewertungsdurchschnitt (2,5 von 5 möglichen
Sternen) nur auf 2 «empfohlenen» von insgesamt 76 Nutzer-Beiträgen basierte.

Die übrigen Bewertungen hatte der Algorithmus des Portals als nicht hilfreich oder authentisch eingestuft, deshalb als «nicht empfohlen» markiert und nicht zur Bildung des Bewertungsdurchschnitts herangezogen. Dieses Vorgehen billigte das Gericht.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

dpa

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