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29.01.2020

Deutsche sind für digitale Gesundheitsversorgung

Deutsche Konsumenten zeigen sich offen gegenüber digitalen Gesundheitsanwendungen, nutzen bestehende Angebote jedoch noch zurückhaltend. Bedenken gibt es vor allem bei der Datensicherheit.

Deutsche Patienten sind im internationalen Vergleich grundsätzlich offen für digitale Anwendungen, nutzen diese allerdings noch zurückhaltend. Dies zeigt der Deloitte Global Health Care Consumer Survey 2019. Dabei sind 86 Prozent der etwa 3.600 Befragten in Deutschland, die bereits Erfahrungen mit digitalen Angeboten gemacht haben, mit der Beratung über digitale Wege zufrieden. 73 Prozent von ihnen würden wieder auf den „digitalen Doktor“ bzw. einen virtuellen Arztbesuch zurückgreifen

Vor allem bei Millennials steigt das Interesse an digitalen Angeboten, um ihre Gesundheitsversorgung zu verbessern. Viele tragen schon heute einen Fitness-Tracker und informieren sich regelmäßig über ihre Herzfrequenz und die Schlafqualität.

Jeder Dritte nutzt digitale Möglichkeiten

Betrachtet man alle Generationen in Deutschland, herrscht insgesamt noch Zurückhaltung: In den letzten zwölf Monaten nutzten jedoch bereits 35 Prozent der Befragten digitale Anwendungen, um ihre Fitness- und Gesundheitsentwicklungen zu messen. 24 Prozent setzten sie ein, um gesundheitliche Einschränkungen wie erhöhten Blutzucker oder Blutdruck zu beobachten.

Bei virtuellen Arztbesuchen und dem Teilen von Daten sind die Befragten zurückhaltender: Bisher haben erst 13 Prozent einen virtuellen Arztbesuch getätigt. Ähnlich sieht es mit der Nutzung von Patienten- oder Arztportalen aus (17 Prozent). Die Bereitschaft hierfür hängt eng mit dem Vertrauen in die Sicherheit der Technik zusammen.

Datenintegrität ist entscheidend

Insgesamt sind mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten bereit, Daten mit ihrem Arzt zu teilen – jedoch mit Bedingungen: Transparenz über die Verwendung der Informationen, kein Missbrauch zu kommerziellen Zwecken, sicherer Schutz vor Datendiebstahl, keine Weiterleitung an Dritte wie beispielsweise Arbeitgeber. 49 Prozent sind der Ansicht, Informationen sollten insbesondere persönlich zwischen Patienten und behandelndem Arzt ausgetauscht werden.

Mit anonymisierten Daten scheinen die Befragten freigiebiger: Nur 28 Prozent würden sie nicht an Dritte wie etwa App-Entwickler geben. Für 30 Prozent käme das speziell infrage, wenn es um Forschungsinstitute geht. Generell ist die Bereitschaft zum Data Sharing immer noch am höchsten, wenn es um den persönlichen Arzt oder auch um Notfalldienste geht, die im Bedarfsfall auf digitalem Weg alarmiert werden könnten.

Gesetzliche Voraussetzung geschaffen

Nach Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird es in Deutschland zukünftig unkomplizierter, die Gesundheitsfürsorge zumindest teilweise zu „digitalisieren“. Dies gilt zum einen für die Telemedizin und Videosprechstunden: Für Anbieter wird es nun einfacher, virtuelle Sprechstunden adäquat abzurechnen.

Zusätzlich stellt das Digitale-Versorgung-Gesetz sicher, dass die elektronische Patientenakte bis Januar 2021 fertiggestellt wird und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) künftig über einen geregelten Prozess zügig in die Versorgung kommen, damit diese wie Medikamente verschrieben und erstattet werden können.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Deloitte

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