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09.08.2018

Mehr Umsatz durch mehr Datenschutz

Daten sind längst nicht mehr nur im Silicon Valley das Lebenselixier: Vielmehr sehen sie 78 Prozent der Einzelhändler ebenfalls als wichtige oder sogar entscheidende Einflussgröße für ihr Geschäft. Dies ergab eine Umfrage der Strategieberatung Oliver Wyman unter mehr als 220 Händlern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Viele Unternehmen haben die Komplexität der Umsetzung der neuen Regeln offenkundig unterschätzt: Seit dem Stichtag am 25. Mai 2018 laufen nach eigener Einschätzung erst bei der Hälfte der befragten Unternehmen sämtliche Prozesse vollkommen regelkonform; in Deutschland sind es immerhin knapp sechs von zehn Unternehmen. Viele Einzelhändler nähern sich aber mehr oder weniger der Zielgerade; in Deutschland hinken lediglich 15 Prozent hinterher.

Ein neues Kapitel in der Beziehung zwischen Handel und Verbraucher

Die neuen Vorschriften sieht die Mehrzahl gleichermaßen als Chance und als Risiko; in Deutschland stimmten sieben von zehn Befragten dieser Aussage zu. Neuen Hürden wie der Anforderung, dass Verbraucher einer Nutzung ihrer Daten zustimmen müssen, stehen Chancen aus deren Verarbeitung gegenüber.

Bessere Personalisierung

Die Mehrzahl der Einzelhändler weiß um diese Chancen: Das gilt allen voran für die bessere Personalisierung von Produkten und Services, aber auch für eine denkbare neue Rolle als unternehmensübergreifender „Broker“ oder Aussteller von „Datenpässen“.

Mehr als zwei Drittel der befragten deutschen Händler haben bereits eine Strategie, wie sie die Chancen der regulatorischen Veränderung nutzen werden. Alle Befragten eint die Hoffnung auf steigende Umsätze, die im Zuge der geplanten Veränderungen realisiert werden können. Lediglich 12 Prozent der deutschen Händler sehen dagegen keinerlei positive Umsatzauswirkungen.

Wer Daten bei seinem Einzelhändler belässt, wird belohnt

Die entscheidende Voraussetzung für den erhofften Umsatzschub ist das Einverständnis der Verbraucher. Und genau hier liegt das zentrale Risiko: Knapp zwei Drittel der Befragten in Deutschland sehen die Möglichkeit von Verbrauchern, ihre Daten an Wettbewerber zu übertragen, als erhebliche oder sogar große Bedrohung.

Stand heute gehen sie aber davon aus, dass nur wenige Verbraucher tatsächlich Daten transferieren, ihre Löschung verlangen oder Einsicht fordern werden. Damit sich daran nichts ändert, haben nahezu alle Einzelhändler ihre Datenstrategie überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen strenge Vorschriften zum Schutz der Kundendaten sowie deren Anonymisierung.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Oliver Wyman

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